Irányi

[8] Irányi (Irānji, früher Halbschuh), Daniel, ungar. Politiker, geb. 24. Febr. 1822 in der Zips, gest. 2. Nov. 1892 in Nyiregyháza, nahm 1848 am Reichstag lebhaften Anteil, wirkte dann als Regierungskommissar und ging, in contumaciam zum Tode verurteilt, nach Frankreich. In Paris schrieb er (in Verbindung mit Chassin) die »Histoire politique de la révolution de Hongrie 1847–1849« (Par. 1859 bis 1860, 2 Bde.), kehrte 1867 nach Ungarn zurück und wurde in den Reichstag gewählt, dem er als oppositioneller Liberaler bis zu seinem Tod angehörte. Viele Jahre hindurch beantragte er ohne Erfolg die Einführung der Zivilehe und der Religionsfreiheit. 1904 wurde ihm in Budapest ein Denkmal errichtet.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 10. Leipzig 1907, S. 8.
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