Scheol

[738] Scheol (hebr., »Abgrund«), bei den Hebräern poetische Bezeichnung des Unterirdischen, dem der Mensch im Tod anheimfällt, der finstern Stätte des Schweigens und der Verwesung, wird für Verderben, Untergang, Straf- und Läuterungsstätte der Frevler gebraucht, aber fälschlich als »Totenreich« (dem Hades der Griechen entsprechend) oder als »Übergangsland der Toten in das Reich des ewigen Lebens« bezeichnet. Der talmudische Ausdruck für S. (Gehinnom, Gehenna) ist dem bei Jerusalem gelegenen Ge-hinnom (Tal Hinnoms), das dem Molochdienst geweiht war und heute dem Wadi er-rabābe entspricht, entlehnt.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 17. Leipzig 1909, S. 738.
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