24. Nissen. Nachschrift.

[21] Bologna 6. Okt. 1770.

Mich freut es recht vom Herzen, daß Du dich so lustig gemacht hast, ich wünsche ich wäre dabei gewesen. Ich hoffe daß die Jungfrau Martha besser seyn wird. Heute spielte ich bei den Dominicanern die Orgel. Mache meinen Glückwunsch an – – – und sage ihnen, daß ich von Herzen wünsche, daß sie noch können die Secundiz von Pater Dominikus erleben, und damit wir Alle wieder so vergnügt beisammen sein[21] können.9 An alle Thereseln meinen Glückwunsch, und an alle Freunde in und außer dem Hause mein Compliment. Ich wünschte, daß ich bald die Berchtesgadner Sinfonien hören könnte, und etwa ein Trompeterl oder Pfeiferl dazu blasen. Ich habe das große Fest des hl. Petronius in Bologna gehört und gesehen. Es war schön aber lang, und die Trompeter haben von Lucca kommen müssen, um den Tusch zu machen, welche aber abscheulich geblasen haben. – –

9

Wahrscheinlich, bemerkt O. Jahn, ist die befreundete Familie des Kaufmanns Hagenauer gemeint, der dem alten Mozart bei seinen Reisen manchmal in den Geldverhältnissen zur Hand gegangen und dessen Sohn 1764 in den geistlichen Stand getreten war.

Quelle:
Mozarts Briefe. Nach den Originalen herausgegeben von Ludwig Nohl. Salzburg 1865, S. 21-22.
Lizenz:
Kategorien:
Ausgewählte Ausgaben von
Mozarts Briefe
Mozarts Briefe