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[617] Weber's schöpferische Thätigkeit bei dieser Festaufführung beschränkte sich auf Composition (26. und 20. Nov.) des erwähnten Recitativs, das nach der Vermählung Cassander's mit Olympia eingelegt und von der, in ihrem Tempel zu Ephesus herabschwebenden Diana gesungen wurde. Es ist dem Styl seiner Umgebung, so viel es Weber möglich war, angenähert und drückt, nach einem Texte von 26 Zeilen (von Th. Hell), nichts weiter als eine Begrüßung und Segnung des neuvermählten Paares aus.[617]
Für diese unlustig gemachte, nicht sehr werthvolle Arbeit erhielt Weber vom Könige einen sehr schönen Brillantring.
So königlich diese Belohnung im Hinblick auf den Gegenstand war, für den sie gewährt wurde, so äußerte sich doch in allen Kreisen der Residenz Verwunderung darüber, daß die allgemein gehegte Erwartung, man werde hohen Orts diese Gelegenheit wahrnehmen, die beiden berühmten Männer, welche der Dresdener Capelle vorstanden, mit dem wohlverdienten Orden zu decoriren, nicht in Erfüllung ging, obwohl Herr von Lüttichau hierauf bezügliche Anträge gestellt hatte. »Ich bringe meinem armen Collegen Malheur!« sagte Weber, als er von des Grafen Einsiedel Weigerung, die Ordensverleihung zu bevorworten, hörte.
Ungefähr eine Woche nach seiner Rückkehr aus dem Bade hatte Weber, wohl hauptsächlich durch die Hoffnung auf den Erfolg der Cur einigermaßen gestärkt und lebhaft angeregt, sich mit Eifer der Arbeit am »Oberon« wieder zugewandt und »die Gedanken waren wieder gekommen.« »Es war ihm wieder was eingefallen.« Er fühlte entzückt das geistige Vermögen als Symptom seiner leiblichen Besserung!