Albrecht, Karl Martin Paul

[25] Albrecht, Karl Martin Paul, geb. zu Hamburg 6. März 1851, studierte in Jena, Berlin, Wien, Kiel besonders als Schüler von Gegenbaur und Kupffer und wurde als Dr. med. 1875, als Dr. phil. 1876 promoviert. 1878 wurde er als Prosektor nach Königsberg berufen und war hier 4 Jahre thätig; seit 1882 lebte A. anfangs als Privatgelehrter in Brüssel, nachdem er das Prädikat Professor erhalten, hierauf siedelte er nach seiner Vaterstadt über, wo er infolge[25] eines Selbstmordversuchs im Zustand von Geistesgestörtheit 15. Sept. 1894 verstarb. Seine beiden Dissertationen behandeln architektonische und Entwicklungs-Verhältnisse des Schultergerüstes. Ausserdem verfasste A. nahezu 200 Publikationen über die verschiedensten Gegenstände aus den Gebieten der Anat., vergl. Anat., Embryologie u. Chirurgie; bekannt sind besonders die Forschungen über den Zwischenkieferknochen, Pharynxdivertikel, über die Entwickelung des Schädelgrundes, die Tuba Eustachii, Brustbein, Kiefer-, Lippen- und Gesichtsspalten, über die Beziehungen zwischen Hand und Fuss, über überzählige Finger, über Kriminalität vom anthropol. Standpunkt u.a.m. In seiner letzten Lebenszeit beschäftigte sich A. ganz mit nichtmedizinischen Arbeiten.

Quelle:
Pagel: Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts. Berlin, Wien 1901, Sp. 25-26.
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