Schjerning, Otto

Schjerning, Otto
Schjerning, Otto

[1501] Schjerning, Otto, in Berlin, geb. zu Eberswalde 4. Okt. 1853, war Zögling der Kaiser Wilhelms-Akademie in Berlin, promovierte 1877, war 1877 bis 78 in der Charite thätig, dann Assistenzarzt beim Generalarzt des Gardekorps von Wegner, verlebte 3 Jahre in Coblenz beim Augusta-Regiment und ist seit 1889 als Referent, zuletzt als Generaloberarzt in der Medizinal-Abteilung des Kriegsministeriums thätig. Hier bearbeitete er wissensch. Arbeiten des Kriegsministeriums, z.B. 8. Jahrgänge des Sanitätsberichtes der Armee, die Grippe-Epidemie 1889/90 u.s.w., nachdem er vorher einige Arbeiten, z.B. »Über Verbrennung und Verbrühung« (in d. Vtljhrsch. f. gerichtl. Med.) und »Die Lehre von den Mikroorganismen in ihrem Einfluss auf Gesundheitspflege« (Ib.) veröffentlicht hatte. Sein Hauptwerk ist das im Verein mit v. Coler und einigen Militärärzten herausgegebene Werk: »Über die Wirkungund die kriegschirurgische Bedeutung der neuen Handfeuerwaffen« (Berlin 1894). 1895 redigierte er die Festschrift zur 100jähr. Stiftungsfeier des med.-chir. Friedrich Wilhelms-Instituts und schrieb selbst dazu: »Vollladung oder abgebrochene Ladung. Ein Beitrag zu den Schädelschussverletzungen« und »Gedenktage[1501] aus der Geschichte des Kgl. Preuss. Sanitätskorps«. 1896 gab er mit Kranzfelder heraus die »Versuche zur Feststellung der Verwerthbarkeit Röntgen'scher Strahlen für med.-chir. Zwecke«. 1899 erschien von ihm: »Die Tuberkulose in der Armee«. In seiner Thätigkeit im Kriegsministerium hat er unter der Leitung und im Verein mit dem Generalstabsarzt v. Coler lebhaften Anteil an der wissenschaftlichen Vertiefung und Ausbildung der Militärärzte und an der persönlich und sozial so glücklich geförderten Hebung des Sanitätskorps in Deutschland. Zu den internationalen med. Kongressen in Moskau und Rom war er als Delegierter des deutschen Reiches entsandt. Bei der Ausstellung für Krankenpflege in Berlin 1899 war er Vorsitzender der Jury, bei dem Kongress zur Bekämpfung der Tuberkulose 1899 war er mit Gerhardt Vorsitzender der III. Abteilung f. Prophylaxe. Von der militärärztlichen Gesellsch. in Moskau ist er zum Ehrenmitglied, von der Gesellsch. für inn. Medizin in Berlin ist er zum korrespondierenden Mitgliede ernannt.

Quelle:
Pagel: Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts. Berlin, Wien 1901, Sp. 1501-1502.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika