1. Weihe zu neuem Leben.

[152] 1. Verehrung sei dem Endiger, dem Tode! –

Dein Auf- und Abhauch möge hier dich freuen;

Hier sei dieser Beseelte mit dem Lebensgeist,

Im Anteile der Sonn', im Raum des Amrita.


2. Auf hat Bhaga gegriffen ihn, auf Soma ihn, der blühende,

Auf die Götter Maruten ihn, auf Indr' – Agni zum Wohlergehn.


3. Hier ist dein Hauch, dein Lebensgeist, hier dein Lebalter, hier dein Sinn;

Aus den Stricken des Untergangs mit Gottesworte nehm' ich dich.


4. Steig auf von da, Beseelter, fall nicht nieder,

Der du des Todes Fußblock von dir lösest;

Scheide du nicht von dieser Welt, von Agni's und der Sonne Schau!


5. Es wehe dir der Wind, der Himmelswandler,

Es träufen dir Ambrosia die Wasser,

Es scheine deinem Leibe Heil die Sonne;

Es gnade dir der Tod; geh nicht zu Grunde!


6. Den Aufgang, o Beseelter, nicht den Niedergang,

Das Leben wirk' ich dir und die Gesundheit;

Besteig hier den ambrosischen leichten Wagen,

Und lebenslustig grüße die Gesellschaft.


7. Nicht dorthin gehe dir der Sinn, nicht schwind' er;

Laß nicht die Lebenden, geh nicht den Vätern nach!

Sämtliche Götter mög'n dich hier behüten!


8. Nicht den Gegangnen blicke nach, die zu der Tiefe leiten;

Aus der Finsternis komm ans Licht! wir fassen beide Hände dir.


[152] 9. Fern seien dir der Schwarze und der Scheckige,

Jama's Boten, die wegbewachenden Hunde;

Komm her und blicke nicht zurück; steh nicht dort abgewandten Sinns!


10. Geh jenen Pfad nicht, er ist furchtbar, jener,

Auf welchem du zuvor nie gingst, den mein' ich;

Beseelter, fall' in jene Finsternis nicht!

Gefahr ist hinter, Sicherheit ist vor dir.


11. Behüten dich die Agni's, die im Wasser sind,

Behüte der dich, den die Menschen schüren,

Der Allmannsagni hüte dich der Schatzhort;

Der himmlische brenne nicht mit dem Blitz dich!


12. Daß kein Fleischfresser dir nachstell', aus der verdächt'gen Ferne komm!

Der Himmel hüt', es hüte dich die Erde,

Es behüte der Mond dich und die Sonne,

Die Luft behüte dich vorm Gottgeschosse!


13. Es hüten dich Sinner und Widersinner,

Es hüten Schlaflos auch und Schlummerlos dich,

Es hüten dich der Wächter und der Wache!


14. Die mögen dich behüten, dich bewachen;

Verehrung ihnen, ihnen Swaha!

Quelle:
Atharwaweda. Hannover 1923, S. 152-153.
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Manon Lescaut

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