VIII, 91. [711.] An Agni.[519] 514

1. Du schenkest hohe Kraft, o Gott,

o Agni, dem Verehrenden,

O weiser, junger Hausherr du.

2.515 Die Götter, fahre kundig her,

o heller Agni, mit dem Lied,

Das sie verehrt und Gaben weiht.

3. Mit dir, dem bestbegeisternden,

vereint, o jüngster, sind wir ja

Geschickt, um Beute zu empfahn.


4. Wie Aurva, Bhrigu rufe ich,

wie Apnavāna Agni her,

Den lichten, meerumkleideten,

5. Den weisen, der wie Wind erbraust,

den starken, der wie Donner brüllt,

Agni, den meerumkleideten,

6. Ihn, der dem Trieb des Savitar

und dem Genuss des Bhaga gleicht

Agni, den meerumkleideten.


7. Den Agni, der am häufigsten

die Opfer fördert, ruf' ich euch,

Heil ihm, dem starken Sohn der Kraft![519]

8. Dass bei uns sei der herrliche

mit seiner Kraft, wie Tvaschtar kommt

Zu den Gestalten, die er schafft.

9. Er, Agni ist's, dem aller Glanz

bei Göttern zu Gebote steht,

Mit Gütern komm er her zu uns.


10. Erhebe diesen Agni hier,

ihn aller Priester herrlichsten,

Der bei den Opfern Führer ist.

11. Den glühenden, der flammend glänzt,

am schönsten in den Häusern strahlt,

Dess Ruhm in weite Ferne reicht.

12. Der wie ein Renner Preis gewinnt,

der wie ein Freund die Menschen eint,

Den starken preise, Sänger du.


13. Verschwistert eilten zu dir hin

die Lieder, die erhebenden,

Des Opferers in Sturmes Drang.

14. Ihr Wasser, setztet hin den Platz

ihm, dessen dreigetheilte Streu

Noch unbeengt ist, unbeschränkt,

15. Des gnadenreichen Gottes Platz

an unbezwungnen Hülfen reich,

Ein schöner Anblick, sonnengleich.


16.516 O Agni, durch der Butter Glanz,

o Gott, entbrannt in hellem Licht,

Fahr' her die Götter, ehre sie.

17. So zeugten deine Mütter dich,

als weisen, ew'gen Opferer,

Die Götter dich, o Angiras.

18. Sie setzen dich als kundigen,

als schönen Boten, Agni, ein

Als Opferfahrer, weiser, dich.


19. Zwar ward mir keine Kuh zu Theil,

noch eine Axt dem heischenden,

Doch was ich habe, bring' ich dir.

20. Wenn, Agni, manche Hölzer wir

und neue noch dir legen an,

So nimm, o jüngster, hold sie an.[520]

22. Entzündend Agni frommen Sinns,

vollführe sein Gebet der Mensch,

Mit Funken hab' ich ihn entflammt.

(21. siehe Anhang.)

Quelle:
Rig-Veda. 2 Teile, Leipzig 1876, [Nachdruck 1990], Teil 1, S. 519-521.
Lizenz:

Buchempfehlung

Klopstock, Friedrich Gottlieb

Hermanns Schlacht. Ein Bardiet für die Schaubühne

Hermanns Schlacht. Ein Bardiet für die Schaubühne

Von einem Felsgipfel im Teutoburger Wald im Jahre 9 n.Chr. beobachten Barden die entscheidende Schlacht, in der Arminius der Cheruskerfürst das römische Heer vernichtet. Klopstock schrieb dieses - für ihn bezeichnende - vaterländische Weihespiel in den Jahren 1766 und 1767 in Kopenhagen, wo ihm der dänische König eine Pension gewährt hatte.

76 Seiten, 5.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Geschichten aus dem Sturm und Drang. Sechs Erzählungen

Geschichten aus dem Sturm und Drang. Sechs Erzählungen

Zwischen 1765 und 1785 geht ein Ruck durch die deutsche Literatur. Sehr junge Autoren lehnen sich auf gegen den belehrenden Charakter der - die damalige Geisteskultur beherrschenden - Aufklärung. Mit Fantasie und Gemütskraft stürmen und drängen sie gegen die Moralvorstellungen des Feudalsystems, setzen Gefühl vor Verstand und fordern die Selbstständigkeit des Originalgenies. Michael Holzinger hat sechs eindrucksvolle Erzählungen von wütenden, jungen Männern des 18. Jahrhunderts ausgewählt.

468 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon