V, 54. [408.] An die Maruts.

[205] 1. Der Marutschar habt kunstvoll ihr dies Lied erdacht,

die glänzend strahlt und die die Berge beben macht;

Der kraftberühmten singt ein grosses Heldenlied,

die blitzend rauscht und herströmt von des Himmels Höh.

2. Euch vor, o Maruts, ziehn die feuchten Reisigen,

euch Rosse schirrend, mächtig, die erfrischenden;

Mit Blitz beschenkt euch Trita, brüllt mit Donnerton,

die Wasser rauschen, reisend rings auf ihrer Bahn.

3. Blitzglänzend sind die Männer, Felsen schleudern sie,

windschnell die Maruts, sie, die Bergerschütterer;

Zu regnen, rollen rasch sie Hagelwetter her,

mit Donner stürmend, ungestüm und überstark.

4. Wenn, mächt'ge Rudra's, Nächte, wenn die Tage ihr,

wenn ihr die Luft durchdringt, Erschüttrer, und den Raum;

Wenn ihr durch Fluren fahret wie auf einem Schiff,

wenn durch die Wildniss, trifft euch Maruts Schaden nie.

5. Es dehnte weit sich eure Gröss' und Heldenkraft,

der Sonne gleich, o Maruts, auf der langen Bahn,[205]

Als ihr unnahbar glänzend Hirschen gleich, den Berg

auf eurer Fahrt durchranntet, den kein Ross erreicht.

6. In Scharen glänzt ihr Maruts, wenn das Wolkenmeer

ihr, wie den Baum die Raupe, plündert, holdgesinnt;

Vereinigt leitet vorwärts unsre Andacht nun

zu schönem Ziele, wie das Aug' den Sehenden.

7. Nicht wird besiegt, o Maruts, nicht geschlagen der,

den ihr beglückt, sei Dichter oder König er;

Nicht geht er fehl, nicht wankt er, nicht wird er verletzt,

nicht schwindet hin sein Reichthum, seine Hülfen nicht.

8. Reich an Gespannen, Heerbesiegern, Helden gleich,

wie Busenfreunde füllen sie die Quelle an,

Die starken Maruts, Tonnen führend, rauschen hell,

die Erde netzen rings sie mit des Honigs Seim.

9. Leichtgangbar ist die Erde hier der Marutschar,

leichtgangbar auch der Himmel dort den schreitenden;

Leichtgangbar sind die Pfade durch der Lüfte Raum,

leichtgangbar auch die quellenreichen Bergeshöhn.

10. Wenn ihr, o Maruts, gabenreiche Glanzesherrn,

bei Sonnenaufgang, Hiinmelsmänner, euch berauscht,

Dann suchen nimmer eure schnellen Rosse Rast,

in einem Tag erreicht ihr dieses Weges Ziel.

11. Auf euren Schultern Lanzen, Spangen an dem Fuss,

Geschmeid' am Busen, Maruts, und am Wagen Schmuck,

In euren Armen Blitze wie die Flammen hell,

an euren Häuptern breiten goldne Helme sich.

12. Ihr Maruts schüttelt eifrig von dem Himmel ab,

dem unerreichbar glänzenden die helle Frucht,

Zusammen stürzen Schluchten, wenn erregt ihr seid,

wenn ihr, die heil'gen, weithin sendet eur Getön.

13. O weise Maruts, lasst uns Wagenlenker sein

des labungsreichen uns von euch geschenkten Guts,

Das nicht sich fern hält wie des Himmels Glanzgestirn;

o Maruts gebt uns tausend Güter in die Hand.

15. Solch Gut erfleh, o hülfsbereite, ich von euch,

durch das wir über Menschen ragen himmelgleich,

Dies mein Gebet, o Maruts, nehmet gnädig an,

durch dessen Kraft wir leben mögen hundert Jahr.

(14. siehe Anhang.)

Quelle:
Rig-Veda. 2 Teile, Leipzig 1876, [Nachdruck 1990], Teil 1, S. 205-206.
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