VI, 49. [490.] An alle Götter.

[278] Die beiden Jungfrauen in Vers 2 und die ungleichfarbigen Töchter in Vers 3 sind Nacht und Morgenröthe. Der Held in Vers 12 scheint Indra.


1. Mit neuen Liedern preis' ich das sehr weise

Geschlecht und Mitra-Varuna, die holden;

Sie mögen kommen, mögen hier uns hören,

die starken Herrn Varuna, Mitra, Agni.

2. Der preisenswerth beim Opfer jedes Stammes

den beiden Jungfraun dient bedachten Geistes,

Des Himmels Spross, den Sohn der Stärke, Agni,

des Opfers rothe Fahne will ich ehren.

3. Des feurigrothen ungleichfarb'ge Töchter,

die eine sterngeschmückt, mit Licht die andre,

In stetem Wechsel wandernd, herrlich prangend,

besungen gehn sie zum gehörten Liede.

4. Hin zu dem Vaju dring das grosse Preislied,

der reich an allen Gütern vollen Wagens

Im Glanze fährt, mit Vielgespann versehen;

als weiser ehrst den weisen du, o Stürmer.

5. Der Wagen der Açvinen dünkt mich herrlich,

der leuchtende, durch Geistes Macht geschirrte,[278]

Auf dem, o treue Männer, ihr zur Stätte

erscheint zu stärken uns und unsre Kinder.

6.269 Beeilt, o Stiere, Wind und Wetterwolke,

das wasserreiche Dunstgewölk der Erde;

Auf wessen Ruf, o Seher, Wahrheit hörend

ihr kommt, dem schenkt, was fest ist und beweglich.

7. Die lebensfrische Maid, die blitzerzeugte.

Sarasvati erhör, die Heldengattin,

Vereint den Weibern reiche sichern Schutz sie,

dem Sänger Zuflucht, der kein Feind sich nahet.

8.270 Zum Hüter jedes Weges drang das Loblied,

das durch Begier aus Liederlust geschaffne;

Er, Puschan, schenk uns glanzerfüllte Labung

und möge jede Bitte uns erfüllen.

9. Dem schönen, der zuerst empfängt und Kraft gibt,

dem Gott, der kunstvoll wirkt mit Arm und Händen,

Dem opferreichen Tvaschtar opfre Agni,

der Häuser lichter Priester ihm, der gern hört.

10. Den Weltenvater stärk mit diesen Liedern

am Tag den Rudra und bei Nacht den Rudra,

Den hohen, grossen, ewig jungen, holden

lasst rufen uns zusammt erregt vom Dichter.

11. Kommt her, o weise, jugendliche Maruts,

ehrwürd'ge ihr, auf das Begehr des Sängers;

Das Matte auch erquicket ihr belebend,

o Männer, recht wie Götterboten kommend.

12. Ich treibe hin zum raschen, starken Helden

die Lieder, wie zum Stall der Hirt die Heerden;

Des Sängers Lieder hefte der berühmte

an seinen Leib wie Sterne an den Himmel.

13. Der dreimal auch der Erde Räume ausschritt

zum Nutzen des bedrängten Menschen, Vischnu,

In dessen Schutze mögen wir gedeihen,

den du uns reichst, an Reichthum, Leib und Kindern.

14. Dies unser Lied nehm an der Wetterdrache,

der Berg und Savitar nebst Wassern, Blitzen,

Dies nebst den Kräutern auch die Gabenspender,

Bhaga, Purandhi fördre uns zu Reichthum.

15. Gebt Reichthum, Wagen voll, der Menschen sättigt,

der heldenstark das grosse Recht beschirmet,

Stets frische Macht, durch die wir überwinden

das Menschenvolk, die gottvergessnen Feinde,

(die gottvergessnen Stämme überwinden.)

Quelle:
Rig-Veda. 2 Teile, Leipzig 1876, [Nachdruck 1990], Teil 1, S. 278-279.
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