Sechzehntes Kapitel.

[111] Nun folgen die Sprüche, welche jedesmal nach dem Unterrichte123 zu sprechen sind, damit das Gelernte behalten werde: »Mein Mund sei deutlich sprechend, meine Zunge rede süsses Wort.124 Mit den Ohren habe ich Vieles gehört, nicht entreisse du mir das Gehörte in mir. Du bist des Veda Verkündigung, du bist des Veda Grundlage, du bist die Vedakammer125, du bist die Gabe, du bist die Beruhigung, du bist das Behalten, gehe ein in meine Vedakammer.126 Mit der Stimme bedecke ich dich, mit der Stimme bedecke ich dich.127 Kraft sei in mir zu fassen, zu halten und auszusprechen die Töne128, Organe, Kehl-, Brust-, Zahn- und Lippenlaute. Stark mögen werden129 meine Glieder, Stimme, Athem, Zunge, Ohr, Ruhm, Kraft! Was ich gehört und gelernt, das bleibe mir im Geiste fest!«

123

Die Kârikâ hat: adhîtyâdhîtyâharaha çishyair japed guruḥ. Wenn ich richtig conjicire: ahar ahaḥ saha çishyair, so hat der Lehrer mit den Schülern täglich zu Ende des Unterrichts die Sprüche herzusagen.

124

Vgl TA. 7, 4, 1 (TUp. 1, 4, 1). RS. Khail. 22, 5.

125

koça = gopanagṛĭha. Jr. Es könnte auch »Scheide« übersetzt werden, wie es Çankara zu TUp. 1, 4, 1 fasst.

126

In mein Herz. Jr.

127

Der Satz wird wiederholt zur Bekräftigung. Jr.

128

Die Accente oder die musikalischen Töne. Jr.

129

Jr. hat zuerst âpyâyantâm, fügt dann aber hinzu: âpyâyantu parasmaipadam ârsham.

Quelle:
Indische Hausregeln. In: Abhandlungen der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, Band 6. Leipzig 1878, S. 111.
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