§ 24. Materialismus und Sensualismus.

[132] In dem Umschwung von Voltaires persönlicher Entwicklung spiegelt sich die Entwicklung der allgemeinen Anschauungen wider. Die in erster Linie aus England eingeführte Aufklärung erhält in Frankreich einen immer radikaleren Anstrich. Hier forderte nicht bloß der größere Druck der kirchlichen, politischen und sozialen Verhältnisse zu einer weit heftigeren Opposition heraus, sondern mußte auch der scharfe, verstandesklare Charakter des französischen Geistes die Gegensätze schärfen. Zunächst in der Naturphilosophie.


1. Materialismus.

In der Konsequenz der natürlichen Weltanschauung des Newtonschen Systems lag es, über dessen Urheber hinauszugehen und die von diesem noch bejahte Frage nach einem außerweltlichen Schöpfer in der Schwebe zu lassen. In diesem Sinne wirkte

a) Buffon (1707-1788) mit seinem Riesenwerke, der Allgemeinen und besonderen Naturgeschichte, die von 1749 bis 1788 in 36 Bänden, wozu 1789 noch 7 Supplementbände kamen, erschien. Sie verdrängte bald Voltaires deistischen Naturmechanismus aus den Pariser Salons. Buffon bezauberte nicht bloß durch seinen vortrefflichen Stil, sondern namentlich auch durch seine Art, die Natur nicht vom Standpunkt des Spezialforschers, sondern als einen großen Organismus anzusehen. Er leitete alle Lebewesen von organischen Molekülen ab, ist also gewissermaßen ein Vorläufer der modernen Zellentheorie. Gebrauchte er auch als Direktor des Königl. Botanischen Gartens die Vorsicht, sich des Wortes »Schöpfer« zu bedienen, wo er an sich lieber »Naturkraft« gesagt hätte, so dachte er in seinem Inneren wohl kaum sehr verschieden von dem eigentlichen Wortführer des französischen Materialismus, der ihn vielleicht schon beeinflußt hat:

b) Dem Arzte und Philosophen La Mettrie (1709 bis 1751), aus St. Malo in der Bretagne, der, anfänglich zum Theologen bestimmt, bald zur Medizin überging und Schüler des berühmten, spinozistisch gesinnten Arztes Boerhaave in Leyden wurde. Durch die in seiner Naturgeschichte der Seele (1745) offen ausgesprochene Überzeugung von der Körperlichkeit der Seele verscherzte La Mettrie sich seine Stellung als Militärarzt; er flüchtete nach Holland. Das Ärgernis, welches er durch seine neue[132] Schrift L'homme machine (1747, deutsch in der Phil. Bibl. mit Einleitung usw. von Max Brahn 1909) erregte, vertrieb ihn auch von dort. Das verfolgte »Opfer der Pfaffen und der Narren« fand eine Zuflucht bei dem freidenkerischen Preußenkönig, der ihn zu seinem Vorleser und zum Mitgliede der Akademie ernannte. In Potsdam verfaßte er seinen L'homme plante, den moralphilosophischen Discours sur le bonheur und sein Système d'Epicure. Er starb bereits 1751 plötzlich, wie es heißt, infolge einer Unmäßigkeit, wahrscheinlich aber durch falsche medizinische Selbstbehandlung; von Friedrich II. wurde sein Andenken durch eine offizielle akademische Rede (Eloge de L. 1752) geehrt. Sein konsequenter Materialismus wie seine »epikureischen« Schriften haben ihn frühe in, wie es scheint, unverschuldeten üblen Ruf gebracht; sodaß schon seine materialistischen Gesinnungsgenossen ihn, den Extremsten, von sich abzuschütteln suchten. Eine gerechtere Würdigung hat zuerst F. A. Lange in seiner Geschichte des Materialismus, S. 270-303, angebahnt; vgl. auch den Vortrag von Du Bois-Reymond 1875, die Monographien von Poritzky, La Mettrie, sein Leben und seine Werke, Berlin 1900, und B. Bergmann (Leipzig 1912), sowie die Einleitung Brahns zu seiner Ausgabe.

Durch Selbstbeobachtung während eines hitzigen Fiebers kam La Mettrie auf den Gedanken, daß unser gesamtes Denken gänzlich von unserer körperlichen Organisation abhänge. Eine körperlose Seele ist nicht zu begreifen. Von den gewöhnlichen scholastischen und cartesianischen Schulbegriffen ausgehend – Descartes selber hatte ja bezüglich der Tiere den biologischen Mechanismus anerkannt! –, führt die Naturgeschichte der Seele ganz allmählich zum Materialismus, der nur die Konsequenz des Cartesianismus sei. Auf die Sinnenempfindungen muß man zurückgehen, wenn man die Wahrheit erkennen will. Keine Sinne, keine Ideen; je weniger Sinne, um so weniger Ideen. Dächte man sich einen Menschen von seiner ersten Jugend an in einem dunklen Keller ohne Gesellschaft mit anderen aufgewachsen, so würde er den Zustand völliger geistiger Leere repräsentieren: ein Gedanke, dem wir schon bei dem Kirchenvater Arnobius – I, § 53, 6 – begegnet sind und bei Condillac wieder begegnen werden. Die Empfindung haftet am Stoffe. Der Mensch ist eine Maschine, wie die gleichnamige zweite Hauptschrift offen ausspricht, das Denken eine Funktion des Körpers und zwar des Gehirns. Anderseits dehnt La Mettrie die[133] Fähigkeit des Empfindens auf alles Lebendige aus (vgl. namentlich L'homme plante). Der Mensch nimmt unter diesen Lebewesen die höchste Stelle ein und besitzt »Geist«, weil er die meisten Bedürfnisse hat. Die Hoheit seines Geistes beruht nicht auf dessen vermeinter Körperlosigkeit, sondern auf seinem Umfange und seiner Klarheit, diese aber auf der Feinheit seiner Gehirnwindungen; er braucht nicht darüber zu erröten, daß er aus dem Schlamme geboren ist. Das Lebensprinzip steckt in den kleinsten Fasern des Körpers, nicht in einer rätselhaften »Seele«.

Diesem theoretischen Untergrund entspricht unseres Materialisten völlig sensualistische Ethik. Wir sind nicht alle geschaffen, um gelehrt, wohl aber, um glücklich zu sein. Das Glück aber sieht La Mettrie allein in der Lust, die jedoch ihrem Werte nach sehr verschieden sein kann, je nachdem sie grob oder fein, kurz oder dauernd ist. Im Grunde freilich sind auch die geistigen Genüsse nur ein Sonderfall der allgemeinen sinnlichen Lust. Aber derjenige, den seine Begriffe von Tugend und Ehre reizen, seine Kräfte in den Dienst des Gemeinwohls zu stellen, genießt ein höheres Glück als der, bei welchem die privaten Interessen die öffentlichen überwiegen. Durch Wohltun und Sympathie erhöht man sein eigenes Lustgefühl. Reue und Gewissensbisse sind unnütz, ja verwerflich, weil sie die Summe der Unlust in der Welt vermehren. Der Verbrecher ist als Kranker zu betrachten, La Mettrie also ein Vorläufer Lombrosos u. a. An die Stelle der Theologen und Juristen sollen Ärzte treten.

Über jenseitige Dinge machte La Mettrie sich wenig Skrupel. Nur durch Beobachtung und Erfahrung, nicht durch apriorische Konstruktionen lernen wir Welt und Menschen kennen. Indessen gibt er an einer Stelle die Möglichkeit eines Weiterlebens nach dem Tode zu, da ja auch die Raupe nicht wisse, daß ein Schmetterling aus ihr werden soll. Ebenso mag ein Gott existieren; aber es ist Torheit, sich um ein solches rein theoretisches Prinzip zu kümmern. Als Atheist lebt man am glücklichsten.

c) Mit La Mettrie schritten die meisten französischen Naturalisten, nur weniger offen als er, zum Materialismus fort, indem sie das Geistige aus dem Materiellen, das Organische aus dem Anorganischen abzuleiten suchten. Den umgekehrten Weg schlägt Robinet (1735-1820) ein, der in seinem Hauptwerke De la nature (1761) alles auf das Organische zurückleitet, also einen universalen Vitalismus[134] annimmt. Durch Leibniz' Monadenlehre beeinflußt, lehrt er Empfindungsfähigkeit der kleinsten Stoffteilchen und nimmt, wie jener, in einem zweiten Werke (1767) eine kontinuierliche Stufenreihe aller Wesen an, teilt aber nicht seine theologische Stellung, ist vielmehr eher Pantheist. Die Gesamtsumme aller Kräfte des Weltalls bleibt die gleiche, das Mehr an der einen Stelle gleicht sich durch ein Minder an der anderen aus; das bezieht sich auch auf Lust und Schmerz. Seine Lehre von der Erzeugung der Wesen (einschließlich der Sterne, Metalle usw.!) ist der Buffons ähnlich. Dem moralischen Sinn, den er mit Hutcheson und Hume annimmt, entsprechen besondere Gehirnfibern! Die unbekannte Weltursache, die wir Gott nennen, ist in Wahrheit unerkennbar; alle ihm beigelegten Eigenschaften sind Anthropomorphismen. Robinets Werke erregten zwar anfänglich Aufsehen, drangen aber auf die Dauer nicht durch, vielleicht wegen ihres Mangels an Esprit und wegen der Kompliziertheit seiner eigenartigen Lehre. Weit besser gelang dies dem Sensualismus Condillacs.


2. Sensualismus.

a) Condillac (1715-80). Condillac, genauer Abbé Bonnot de Condillac, war mehr ein friedlicher Gelehrter als ein streitbarer Kämpe der Aufklärung. Er widmete sich schon früh dem geistlichen Stande, leitete 1758 bis 1768 die Erziehung eines Prinzen von Parma und verlebte die letzten zwölf Jahre seines Lebens in stiller Ruhe auf seinem Landgute. Er ist der am meisten philosophisch Beanlagte von den französischen Aufklärern. In seinen beiden ersten Schriften, Über den Ursprung der menschlichen Erkenntnisse (1746) und dem gegen Descartes, Malebranche, Spinoza und Leibniz gerichteten Traktat von den Systemen (1749), ist er noch reiner Lockeaner. In seinem Hauptwerke dagegen, der Abhandlung von den Empfindungen (1754, deutsch mit Erläuterungen in der Phil. Bibl. Bd. 25), schreitet er über Locke hinaus zur Begründung des reinen Sensualismus fort, indem er als einzige Erkenntnisquelle die Empfindung (sinnliche Wahrnehmung) gelten läßt.

Alle Bewußtseinstätigkeit hat sich aus der sinnlichen Wahrnehmung entwickelt, ist umgeformtes Empfinden. So besteht Aufmerksamkeit in der Hingabe an eine Empfindung, Erinnerung in deren Nachwirkung. Vergleichen und urteilen ist nichts anderes als: zwei[135] Empfindungen zu gleicher Zeit haben und auf sie achten; das bloße Nebeneinandersein beider bringt von selbst die Empfindung des Verhältnisses oder der Beziehung mit sich. Abstrahieren heißt: eine Empfindung aus den anderen absondern. Die allmähliche Entstehung und Entwicklung der Sinnesempfindungen macht Condillac an dem fingierten Beispiel einer menschlichen Statue klar, an der die einzelnen Sinne nacheinander erwachen: zuerst der niedrigste, der Geruchsinn, zuletzt der höchste, der Tastsinn, welcher zuerst die Vorstellung einer Außenwelt in uns hervorruft und die übrigen Sinne über sie urteilen lehrt. An dem hypothetisch angenommenen Beispiel eines isoliert lebenden Menschen macht er dann weiter klar, wie auch die Ethik sich auf einer Empfindung, nämlich dem Gefühl der Lust und Unlust, aufbaut, aus dem nacheinander das Bedürfnis, das Verlangen, die Leidenschaften, das Wollen entstehen. Gut und schön nennen wir das, was uns Lust gewährt. Das Abstrahieren geschieht mit Hilfe von Zeichen, deren Theorie erst die letzten Schriften Condillacs (Logik 1781, Sprache der Calcüle 1798) ausbauen. Alle Wahrheiten betreffen die Verhältnisse zwischen den Ideen, insbesondere die Gleichheitsbeziehungen zwischen ihnen. Alles Denken ist im letzten Grunde ein Rechnen, ja selbst das Drama eines Corneille eigentlich nur ein richtig gelöstes Rechenexempel. Die Dekomposition der Erscheinungen und Kombination von Ideen erfolgt vermittelst der Sprache, deren Dialekte die Gebärden-, Laut-, Ziffern-, Buchstabensprache und Infinitesimalrechnung, deren Grammatik die Logik ist. Der Fortschritt der Wissenschaft besteht nur darin, primitive und ungenügende Bezeichnungen durch schärfere und feiner ausgebildete zu ersetzen.

Seiner sensualistischen Erkenntnislehre zum Trotz hält sich Condillac persönlich doch von gewissen spiritualistischen Anwandlungen nicht frei. Nicht nur, daß er als guter Katholik die Zeit vor dem Sündenfalle und nach unserem Tode von seiner Theorie ausnimmt und Gott als unseren Gesetzgeber sowie die Geltung des Sittengesetzes anerkennt: er hält auch an einer gewissen Einfachheit der Seele, im Gegensatz zu der teilbaren Materie, fest. Die Empfindung ist von der Ausdehnung grundsätzlich verschieden, und, obwohl das Ich nur aus der Summe der Empfindungen besteht, so setzt doch die Einheit unseres Bewußtseins ein allerdings gänzlich unerkennbares Substrat voraus.[136]

b) Fortsetzer Condillacs sind die sogenannten Ideologen. Condillacs klare und verständliche, vielfach anregende Analyse des menschlichen Geistes erwarb sich viele Anhänger. Der philosophische Trieb, von den Systemen der Metaphysik abgestoßen, warf sich mit Eifer auf das bessere Ausbeute versprechende Feld der psychologischen Zergliederung oder, wie man seit Destutt de Tracy (S. 138) sagte, der Ideologie. So wurde Condillacs Philosophie in den Zeiten der Revolution und des ersten Kaiserreichs die herrschende in Frankreich, und die Bezeichnung als »Ideologe« die gewöhnliche für einen Philosophen. Ja, neuerdings (seit 1885) hat man sie sogar in den philosophischen Unterricht der höheren Lehranstalten aufgenommen. Metaphysisch an sich verschiedenen Richtungen Raum lassend, wurde Condillacs Sensualismus von seinen Nachfolgern nach entgegengesetzten Seiten hin weiter ausgebildet.

Nach der spiritualistischen durch den Genfer Naturforscher Bonnet (1720-1793), der in seinem Essai de psychologie (1755) zwar mit Condillac das geistige Leben aus den Empfindungen ableitet und mit Hartley und Priestley die physiologische Bedingtheit der Seele betont, die sich erst allmählich zur vernünftigen Persönlichkeit heranbildet, aber stärker als Condillac die Selbständigkeit der Seele und die Einheit des Bewußtseins hervorhebt, für die jene sinnlichen Reize nur die Gelegenheitsursachen ihrer Betätigung sind. Bonnet hat durch Tetens (s. § 29) auch auf die deutsche Philosophie Einfluß geübt. Seine Hypothese eines ätherischen Seelenleibes, durch die er seinen Unsterblichkeitsglauben zu stützen suchte, fand bei seinem phantastischen Landsmanne Lavater Anklang.

Nach der materialistischen Seite wurde dagegen die »Ideologie« Condillacs umgebildet von Cabanis (1757 bis 1808), dem Freunde Mirabeaus, Reorganisator der medizinischen Schulen Frankreichs und Vater der materialistischen Physiologie. Sein Hauptwerk (1799) behandelt die »Beziehungen der Physik und der Moral des Menschen«. Moral, Psychologie (d.h. Zergliederung der Ideen) und Physiologie sind ihm nur drei Zweige einer und derselben Wissenschaft, derjenigen »vom Menschen« (also Anthropologie). Die »Seele« ist eine Fähigkeit, kein Wesen. Ihre und des sogenannten »Geistes« Tätigkeiten bestehen in Bewegungen und Empfindungen der Gehirnnerven; die Gedanken sind die Absonderungen des Gehirns! Übrigens hält Cabanis, trotz dieses vorgeschrittenen Materialismus, die Erkenntnis der »ersten Ursachen«[137] für unmöglich und huldigt einer Art Pantheismus; die göttliche Ordnung besteht in dem Gesetz der Materie. Auch seine ethisch-politischen Ansichten stehen auf bemerkenswerter Höhe: das wahre menschliche Glück besteht in der freien, mit Kraft und Leichtigkeit ausgeübten Selbsttätigkeit.

In ähnlichen Gleisen bewegt sich der freisinnige Graf Destutt de Tracy (1754-1836), der seine Eléments d'idéologie (1801-05) Cabanis widmete. Auch ihm geht das Denken und Wollen aus den Empfindungen der Nerven hervor. Er hat die von jenem nur angedeutete »Naturwissenschaft des Geistes« vollständig durchzuführen gesucht, ist indes nicht zu Ende damit gekommen. Nur der erste Teil seines Systems, behandelnd die Geschichte unserer Erkenntnismittel und zwar die Lehre von der Bildung (Ideologie), dem Ausdruck (Grammatik) und der Verbindung (Logik) unserer Ideen, ist vollendet. Den zweiten Teil: die Anwendung auf unseren Willen (Ökonomie, Moral, Politik) hat er nur begonnen, den dritten, die Anwendung auf die Außenwelt (Physik, Geometrie, Kalkül) nicht mehr in Angriff genommen.

Auch auf die französische Ästhetik dehnte der Sensualismus seinen Einfluß aus. Bereits Dubos (1670-1743) hatte einen besonderen ästhetischen (sechsten) Sinn angenommen, und Batteux (1713-1780) sah rein empirisch das Wesen der Kunst in der bloßen Nachahmung der schönen Natur.

In der Ethik ist die bedeutendste sensualistische Erscheinung Helvetius' Buch De l'esprit, das wir jedoch besser im Zusammenhang mit den Männern der Enzyklopädie behandeln,

Quelle:
Karl Vorländer: Geschichte der Philosophie. Band 2, Leipzig 51919, S. 132-138.
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