Chromogēne

[120] Chromogēne, farblose od. kaum gefärbte Materie vegetabilischen Ursprungs, welche in ihrer chemischen Zusammensetzung den Pflanzenfarbstoffen (Pigmenten) sehr nahe verwandt u. fähig sind, unter geeigneten Einflüssen sich in die ihnen nahe stehenden Pigmente umzuwandeln; zuweilen lassen sie sich künstlich aus den Farbstoffen erzeugen. Vielleicht besitzen alle Pflanzenpigmente solche Ch., welche entweder durch den Lebensproceß od. unter Einwirkung chemischer Agentien in die entsprechenden Farbstoffe umgewandelt werden können. In den meisten Fällen genügt die Anwesenheit des Sauerstoffs, in einigen des Sauerstoffs u. Ammoniaks zur Überführung der Ch. in Pigmente; umgekehrt erfordert die Bildung der Ch. aus den Pigmenten die Anwendung desoxydirender (reducirender, Sauerstoff absorbirender) Mittel, man erreicht daher eine solche Zurückführung der Pigmente in Ch. durch Gährung od. durch solche Stoffe, welche große Neigung haben, Sauerstoff aufzunehmen, also Wasserstoff- u. Schwefelverbindungen, Superoxyde, Oxydule, Metalle etc. In der Pflanze selbst finden sich die Ch. meist nur in den inneren Zellenschichten, die vor dem Einflusse des Lichtes geschützt sind.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 4. Altenburg 1858, S. 120.
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