Überwegsignale

[8] Überwegsignale (road crossing signals; signaux de passage à niveau; segnali di passaggio a livello) sind Signale, die zur Sicherung des Verkehrs auf den die Bahn in Schienenhöhe kreuzenden Wegen dienen.

Auf den deutschen und österreichischen Bahnen sind Hauptsignale auf der Bahn zur Deckung der Überwege im allgemeinen nicht in Gebrauch. Auf den belgischen Bahnen werden besonders verkehrsreiche oder unübersichtliche Wegübergänge durch Distanzsignale je nach den örtlichen Verhältnissen von einer oder von beiden Seiten gedeckt. Zwischen diesen Signalen und den Wegschranken besteht dann die Abhängigkeit, daß die Schranke sich nicht öffnen läßt, wenn nicht vorher die Signale auf Halt gestellt sind, und daß die Signale erst auf »Fahrt frei« gestellt werden können, wenn die Schranken geschlossen sind. Auch auf den französischen Bahnen ist die Verwendung von Signalen zur Deckung von Wegübergängen üblich. Es wird dazu die rote runde Scheibe (disque, s. Signalwesen) benutzt.

Vor den unbewachten Wegübergängen der Nebenbahnen werden auf den preußischen Staatseisenbahnen Läutetafeln aufgestellt, die zur Kennzeichnung der Stelle dienen, von der an die Läutevorrichtung der Lokomotive in Tätigkeit zu setzen ist oder wo neben diesem Signal noch weitere Vorsichtsmaßregeln zu treffen sind. Es sind daher die nachstehend bezeichneten verschiedenen Formen von Läutetafeln in Gebrauch:


Signal 37. Läutetafel.


a) Die Läutevorrichtung ist in Tätigkeit zu setzen:

Dem Zug entgegen eine viereckige weiße Tafel mit schwarzem »L« (Abb. 2).

b) Die Läutevorrichtung ist in Tätigkeit zu setzen und außerdem ein Achtungssignal (Signal 25) mit der Dampfpfeife zu geben:

Dem Zug entgegen eine viereckige weiße Tafel mit schwarzem »LP« (Abb. 3).

c) Die Läutevorrichtung ist in Tätigkeit zu setzen und die Fahrgeschwindigkeit so zu ermäßigen, daß sie vor dem Übergang 15 km/Std. nicht überschreitet:

Dem Zug entgegen eine 3eckige weiße Tafel mit der schwarzen Aufschrift »Überwegsignale« (Abb. 4).

d) Die Läutevorrichtung ist in Tätigkeit zu setzen, das Achtungssignal (Signal 25) mit der Dampfpfeife zu geben und die Fahrgeschwindigkeit so zu ermäßigen, daß sie vor dem Übergang 15 km/Std. nicht überschreitet:

Dem Zug entgegen eine viereckige weiße Tafel mit schwarzem »LP« und darunter eine 3eckige weiße Tafel mit der schwarzen Aufschrift »15 km« (Abb. 5).[8]

e) Die Läutevorrichtung ist in Tätigkeit zu setzen und die Fahrgeschwindigkeit so zu ermäßigen, daß der Zug vor dem nachfolgenden Signal 37 f zum Halten kommt:

Dem Zug entgegen eine runde weiße Tafel mit der schwarzen Aufschrift »Überwegsignale« (Abb. 6).

f) Übergangshaltetafel.

Der Zug soll halten und erst dann weiterfahren, wenn das Befahren des Überweges gefahrlos ist:

Dem Zug entgegen eine quadratische, mit einer Ecke nach oben angeordnete, weiße Tafel mit der schwarzen Aufschrift »H« (Abb. 7).

An den die Bahn kreuzenden Wegen werden in angemessenem Abstand vom Gleis Warnungstafeln aufgestellt, an denen Fuhrwerke und Tiere angehalten werden müssen, wenn die Schranken geschlossen sind oder die Annäherung eines Zuges sonst erkennbar wird.

Die Kennzeichnung der Kreuzung von Bahn und Weg durch ein besonderes, für den Landverkehr bestimmtes Signal war bisher im allgemeinen nicht üblich. In einzelnen Fällen erfolgte sie bei geschlossener Schranke durch eine rote Laterne. Mit der Zunahme des Kraftwagenverkehrs aber ist sie mehr und mehr in Aufnahme gekommen. Es werden auf den von Kraftfahrzeugen viel benutzten Wegen jetzt in der Nähe des Übergangs vielfach Laternen aufgestellt, die auf Milchglasscheiben ein die Kreuzung andeutendes Zeichen Überwegsignale tragen. Zuweilen wird dieses Zeichen auch auf den Schrankenbäumen angebracht oder an Drähten quer über dem Weg aufgehängt. Auf den österreichischen Bahnen werden die Schlagbäume der im Zug von Reichsstraßen und von Kraftwagen stark befahrenen Bezirks- und Gemeindestraßen durch Anbringung kleiner, mit Glaslinsen versehener Scheinwerfer bei Dunkelheit kenntlich gemacht. Bei Annäherung eines Kraftwagens an die so ausgerüsteten Schranken wird das Licht der Wagenlaternen von den Scheinwerfern zurückgeworfen und so ein Warnungssignal gegeben.

Die Annäherung eines Zuges an einen unbewachten Wegübergang wird vielfach durch[9] selbsttätige Warnungsläutewerke (s.d.) angezeigt. In großem Umfang wird auf den amerikanischen Bahnen von besonderen feststehenden Merkzeichen zur Warnung vor dem unzeitigen Befahren eines Wegübergangs Gebrauch gemacht. In sehr vielen Fällen sind diese Merkzeichen mit selbsttätigen Läutewerken versehen. Die Abb. 811 zeigen solche Signale.

Hoogen.

Abb. 2.
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Abb. 3.
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Abb. 4.
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Abb. 5.
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Abb. 6.
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Abb. 7.
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Abb. 8.
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Abb. 9.
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Abb. 10.
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Abb. 11.
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Quelle:
Röll, Freiherr von: Enzyklopädie des Eisenbahnwesens, Band 10. Berlin, Wien 1923, S. 8-10.
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