Kohlerer Seilschwebebahn

[385] Kohlerer Seilschwebebahn. Die Bahn beginnt 150 m vom Ufer der Eisack bei Bozen auf 295 m ü. M. und führt auf die Plattform des Bauernkohlern 1129∙4 m ü. M., so daß 834 m bei 1400 m wagrechtem Abstände der Endpunkte erstiegen werden. Abb. 221. Die 15 Personen fassenden Wagen für Hin- und Rückfahrt laufen mit 8 Rollen auf je 2 Tragseilen und werden von je 2 Zugseilen bewegt, so daß doppelte Sicherheit vorhanden ist. Die 1650 m langen Tragseile sind durch 12 Eisenpfeiler Abb. 222 gestutzt, deren größter Abstand 400 m beträgt.

Auf das Laufwerk der Wagen wirken 2 voneinander unabhängige Bremsen selbsttätig, sobald ein Seilriß vorkommen oder die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit überschritten werden sollte. Außerdem können sie von Hand in Tätigkeit gesetzt und wieder gelöst werden. Sobald die Fangvorrichtung einfällt, schließen sich an 8 Stellen Klemmen an die Tragseile und halten durch Reibung den Wagen fest. Gleichzeitig wird der elektrische Strom für den Abtriebmotor abgestellt und dessen Bremse zum Einfallen gebracht.[385]

Der Antrieb erfolgt elektrisch. In der Station befindet sich auch eine Bufferbatterie, damit bei Unterbrechung des Hauptstromes der Betrieb noch längere Zeit aufrecht erhalten werden kann.

Auch sind in der Antriebstation selbsttätig wirkende Bremsen vorhanden, die bei Stromunterbrechung, bei Verminderung der Spannung in den Seilen oder Überschreitung der zulässigen Fahrgeschwindigkeit in Tätigkeit treten.

Die Bahn ist von Bleichert & Co. Leipzig-Gohlis in 11/2 Jahren erbaut und im Oktober 1912 fertig gestellt worden.

Dolezalek.

Abb. 221.
Abb. 221.
Abb. 222.
Abb. 222.
Quelle:
Röll, Freiherr von: Enzyklopädie des Eisenbahnwesens, Band 6. Berlin, Wien 1914, S. 385-386.
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