Osterberger, Georg

[736] Osterberger, G. Georg Osterberger, im Nebenamt herzoglicher Schreiber und Notar am samländischen Konsistorium, übernahm im Jahre 1575 die Daubmannsche Offizin in Königsberg i. Pr.. 1577 verordnete König Stephan »daß die Buchdrucker und Buchführer in des Reiches Provinzen kein Buch, welches Georg Osterberger und seine Erben lateinisch, polnisch oder deutsch drucken würden, aufs Neue drucken, noch von auswärts gedruckt einführen oder verkaufen dürfen« – bei Strafe von 20 M. reinen Goldes.

Neben seiner Druckertätigkeit wirkte er auch als Buchhändler und Papiermüller. Die alte Königsberger Papiermühle hatte er in seinen Besitz gebracht und 1585 hatte er vom Landesherrn auch ein ausgedehntes Druckerprivileg für seine Person erhalten.

Lohmeyer teilt im 18. Bande des »Archivs« ein »Verzeichnus der Bucher, so zu Konigspergk in Preussen in Georgen Osterbergers Druckerei gedruckt und verkaufft werden« aus dem Jahre 1590 mit. Vom Folio- bis zum 32° Format werden darin 9 Verlagswerke namhaft gemacht.

Osterberger starb 1602, die Druckerei wurde von Lorenz Segebade (geb. 1584, gest. 1638) einem »Buchbinder und Buchführer« aus Krummenhagen im heutigen Neuvorpommern übernommen und wurde nach dessen Tode zuerst von seiner Witwe, dann von seinem Sohn Josua Segebade weitergeführt.

Quellen: Archiv für Geschichte des deutschen Buchhandels, Band 18 und 19.

Quelle:
Rudolf Schmidt: Deutsche Buchhändler. Deutsche Buchdrucker. Band 4. Berlin/Eberswalde 1907, S. 736.
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