Dschaga

[175] Dschaga (Ind. M.), eines der grössten, kostbarsten und heiligsten Opfer, welches die Braminen der Sonne und den Planeten bringen, und bei welchem eigentlich Niemand von einer andern Kaste zugegen sein darf. Am Anfange des Frühlings wird ein freier Platz geebnet, gesäubert, mit einer Hütte, in welcher mehrere hundert Braminen Platz haben, versehen, und in derselben die heilige Säule aufgerichtet, Mahadewa's Symbol; um diese (Dschubam) wird durch Zusammenreiben zweier Hölzer Feuer entzündet, und nun drängt sich zum Opfer, was die Hütte fasst; die andern Braminen aber umgeben den heiligen Baum in engem Kreise, damit nicht ein profanes Auge das Heiligthum entweihe. Nun wird ein völlig fehlerfreier Widder erdrosselt; - Blut darf nicht vergossen werden; - die Leber in Butter gebraten, in so viele Stückchen zertheilt, als Braminen anwesend sind, und diesen auf Brod gereicht, welches sie essen müssen. Wer diess gethan, wird nun für besonders heilig und entsündigt angesehen, derjenige aber, der das Opfer selbst verrichtet hat, darf etwas von dem heiligen Feuer (welches während des Opfers mit neun verschiedenen Holzarten genährt, und auf dem der ganze Widder mit allerlei Spezereien verbrannt worden ist) nach Hause nehmen, muss es sorgfältig unterhalten, und darf nach seinem Tode seinen Scheiterhaufen damit anzünden lassen, wodurch er unmittelbar, ohne fernere Seelenwanderung, in das Paradies kommt.

Quelle:
Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 175.
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