Jobates

[278] Jobates (Gr. M.), König von Lycien, für die Geschichte des Bellerophon wichtig. Dieser wurde von der Gattin seines Gastfreundes Prötus, der schönen Antea, geliebt, erwiderte jedoch ihre Neigung nicht, daher diese ihn bei ihrem Gatten verleumdete. Prötus sandte Bellerophon zu seinem Schwiegervater J. mit einem Brief, in welchem er diesem auftrug, den Fremdling zu tödten. Die Gastlichkeit liess nicht zu, dass man den Angekommenen sogleich nach Stand und Namen, nach Geschäften und Aufträgen frug; so blieb Bellerophon zehn Tage in dem Hause, bevor J. die ihm mitgegebene Schrift kennen lernte; allein er hatte während dieser Zeit den edlen Jüngling lieben gelernt, und vermochte nicht den Auftrag zu vollziehen, doch wollte er, da er seines Schwiegersohnes Angabe nicht geradezu bezweifeln konnte, den gefährlichen Fremdling fortschaffen, und befahl ihm daher, die Chimära zu tödten: ein Kampf, bei welchem Bellerophon gewiss unterlegen wäre, hätten die Götter sich nicht seiner angenommen: Mercur gab ihm seinen Flügelhut, Minerva zäumte ihm selbst den geflügelten Pegasus, und er besiegte die Chimära, war auch glücklich gegen die Solymer, gegen die Amazonen, so dass J. in ihm einen Liebling der Götter erkannte, und ihm seine eigene Tochter zur Gemahlin gab.

Quelle:
Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 278.
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