Kachel

1. Besser eine alte Kachel als gar keinen Ofen, sagte der Töpfer, als er sich eine funfzigjährige geheirathet hatte.


2. Es ist besser eine Kachel verbrochen als den gantzen Ofen.Lehmann, 692, 27.


*3. Die Kachel will den Töpfer lehren Oefen machen.Luther's Tischr., 13a.


*4. Du olle Kachel.Dähnert, 213a.


*5. Ein Kachel1 für ein basierische köchin ansehen.Fischart., Gesch., in Kloster, VIII, 222.

1) Steht hier wol in der Bedeutung von: alter Frau. (Vgl. Grimm, V, 11, 3.)


*6. Eine Kachel einsetzen.Grimm, V, 11.

Sich bei einen in Gunst setzen.

Lat.: Emereri favorem.


*7. Einem eine böse Kachel einsetzen.

Ihn anschwärzen, verleumden. »Sie (die Höflinge) setzten aus böswilligem Gemüt Seneca dem theuren man bös Kacheln (bei Nero) ein.« (Franck, German. Chronik, 1538, 19b.)


*8. Er ist in derselben Kachel gebacken.Faselius, 79.


*9. Er wil immer die nechste Kachel beym Ofen Topff seyn.Herberger, II, 333.

Einen nahen Verwandten nennt man scherzhaft die nächste Kachel beim Ofentopf; dann wird die Redensart von jemand angewandt, der obenan stehen will.


*10. Es ist eine alte Kachel.

Von einer alten Frau. »Meine alte Kachel starb in Kindesnöthen.« (Weisse, Erzählungen, S. 83.) »Abraham, der Sara, die alte Kachel zum Weibe gehabt.« (Luther's, Werke, I, 299.)

Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 2. Leipzig 1870, Sp. 1086.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika