Stupen

* Sonn' Stupen wanken.

Solche Streiche, närrische Geschichten, kommen vor; darüber musst du dich nicht wundern. Fr. Hasenow bemerkt dazu: »Das nur als Plural gebrauchte «Stupen» bezeichnet erstens allgemein alberne oder neckische, verwunderliche Einfälle, Streiche oder Begebenheiten, dann auch besonders: periodische, vorübergehende üble oder übermüthige Laune: He hett sijn Stupen (er hat seine Stupen). He krigt öfter sonn' Stupen (er bekommt öfter solche An- oder Einfälle). Als Singular gehört dazu die «Staupe» der Hunde, als vorübergehende, nicht auffällige Krankheit, auf die man bei dem Hunde gefasst sein muss; die Hunde thun während derselben sehr dumm, lassen den Kopf hängen u.s.w.« »Wanken« ist ein plattdeutsches vielfach als hochdeutsch gebrauchtes Zeitwort: Wenn du doar wankst, bring mij dat mit (wenn du dort wankst, d.h. nicht absichtlich hingehst, sondern gelegentlich vorbeikommst, bring' mir das mit). He wankt doar immer (auch oft: He hett doar sijn Wankent, er geht dort ab und zu, ist gewöhnlich dort, wo aber nicht sein eigentlicher, dauernder Aufenthalt ist, zu treffen'). He wankt' geroad' vörbi (er ging, nicht etwa mit gebrechlichem Gange, gerade zufällig vorbei). Im allgemeinen = Gehen in wiederholender Bedeutung.

Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 4. Leipzig 1876, Sp. 947.
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