Hund

[818] 1. A guate Hund ve'laft se' nit1 u2 an schlecht'n is kua Schad. (Unterinnthal.) – Frommann, VI, 36, 63.

1) Verläuft sich nicht.

2) Und.


2. A klenst'n Hund'na hengt mer di grössten Prügel ou (an). (Franken.) – Frommann, VI, 317.


3. A muar Hüünjen a thanner Slâb. (Amrum.) – Haupt, VIII, 354, 52.

Je mehr Hunde, desto dünneres Gesöff.


4. Ach der godste Honk ka mer hetze bes hä kott wied. (Bedburg.)


5. Alle Hunde bellen: ams amma, amma! (Lit.)


6. Als man den Hund henken will, hat er Leder geäss.

»Man muss etwas erdenken, so man den Hund will hencken; man spricht, er sei ein Lederfress, der doch nie keines geäss.« (Liedersaal.)

Engl.: 'Tis an easy matter to find a stick, to beat a dog. (Gaal, 917.)

Lat.: Dum canem caedimus corrosisse dicitur corium. (Eiselein, 330.)

7. Alt hund reiten auff dem ars.Franck, II, 164a; Lehmann, II, 27, 30; Simrock, 4993.


8. Alt hund sind bös zu bannen.Franck, I, 81b; II, 36b; Gruter, I, 4.

Mhd.: Swer altem hunt ein baut an leit, der verliust sîn arebeit. (Freidank.) (Zingerle, 73.)

Lat.: Canes vetulos loro non assuefacies. – Canis antiquus catenae assuefieri non potest. (Froberg, 69; Philippi I, 71; Seybold, 65.) – Ire catenatus nescit canis inveteratus. (Sutor, 548; Loci comm., 181.)


9. Alt hund sind böss zu bendigen.Franck, I, 87a; Eyering, I, 34 u. 48; Sailer, 193; Körte, 3024; Simrock, 5089.

Holl.: Het is kwaad oude honden aan banden te leggen. (Harrebomée, I, 318.)


10. Alt hundt lassen sich nit penttigen.Hauer, L.

»Dasz böss bendig zu machen sey ein alter hund, ist ein alt gschrey.« (Loci comm., 181.)


11. Alte hund sind nit gut bendig zu machen. Tappius, 8a; Henisch, 277, 60; Lehmann, II, 27, 29; Ayrer, IV, 2631, 23; Coler, 470b; Schottel, 1113b; Mathesy, 40a; für Köln: Firmenich, I, 319, 73.

» ...Bestättige mit meinem Exempel, dass alte Hund schwerlich bändig zu machen.« (Grimmelshausen, Courage.)

Böhm.: Starého psa neuč v povod. – Starý pes k řetĕzu nepůjde (nepřivykne). – Tĕžko starého psa učiti. (Celakovsky, 407.)

Holl.: Olde hont sijn quaet bandlich te maken. (Tunn., 20, 22.)

Lat.: Annosa vulpes haud capitur laqueo. (Seybold, 28.) – Colla canum veterum durum est adsuescere loris. (Binder II, 525; Schamelius, V, 190.) – Est annosa canis vix assuefacta catenis. (Zingerle, 73.) – Non vult annosus canis in reste molossus. – Non vult annosus fore tentus reste molossus. (Fallersleben, 576.) – Psittacus senex ferulam negligit. – Senex psittacus negligit ferulam. – (Henisch, 277, 61; Seybold, 551.) – Senis mutare linguam. (Tappius, 8a.) – Serum est canes vetulos adsue facere loris. (Seybold, 554.) – Tardum est annosos discere vincla canes. (Zingerle, 197.)


[819] 12. Alte Hund' und Affen, junge Mönch' und Pfaffen, wilde Löwen und Bären soll niemand in sein Haus begehren.Büsching's Wöchentliche Nachrichten, I, 334; Eiselein, 329.

13. Alte Hunde beissen auch.

Span.: A perro viejo, no le digas: quiz quiz (tus, tus). (Cahier, 3758.)


14. Alte Hunde bellen auch.

Aehnlich russisch Altmann VI, 424.


15. Alte Hunde bellen nicht umsonst.

Böhm.: Starý pes, statrý rektor (učitel). (Čelakovsky, 308.)

Frz.: Jamais bon chien n'abbaye à faute. – L'aboy d'un vieux chien doit-on croire. (Leroux, I, 108.)


16. Alte Hunde haben stumpfe Zähne.Nass. Schulbl., XIV, 5.


17. Alte Hunde ist bös bellen lehren.Simrock, 5008.

Holl.: Ouden honden is kwaad bassen te leeren. (Harrebomée, I, 321; Bohn I, 336.)

It.: Can vecchio non s'avezza a portar collare. (Bohn I, 77.)


18. Alte Hunde lassen sich schwer bändigen.Luther, 128.

»So kann«, sagt Luther, »niemand alte Schälke fromm machen.«

Lat.: Annosa arbor non transplantatur. (Gaal, 926.) – Colla canum veterum nolunt attingere lorum. (Schamelius, 190, 2.) – Senem corrigere durum.


19. Alte Hunde lassen sich schwer täuschen.

Holl.: Oude honden hooren naar geen: wis, wis. (Harrebomée, I, 321.)


20. Alte Hunde oft selber verschulden, wenn man sie nicht länger will dulden.


21. Alte Hunde sind bös zu ziehen.

Engl.: An old dog will learn no tricks. (Körte, 3024; Gaal, 926.)

Holl.: Oude honden laten zich moeijelijk afrigten. (Harrebomée, I, 321.)


22. Alte Hunde, treue Hunde.


23. Alte Hunde und alte Freunde sind viel werth.


24. Altem Hund und altem Knecht ergeht es überall gar schlecht.

Böhm.: Starému psu a starému sluhovi jeden plat. – Starý čeledín, jako starý pes: pryč s dvora, anebo pod lavici. (Čelakovsky, 379.)

Poln.: Stary sługa jak stary pies. (Čelakovsky, 379.)

Ung.: Ag ebnek, vén szolgának egy a fizetése. (Gaal, 292.)


25. Alter Hund lernt nicht aufwarten (tanzen).


26. Alter Hund macht gute Jagd.


27. Am fremden Hunde riechen die andern.Eiselein, 326; Simrock, 5048; Braun, I, 1520.


28. An alten Hunden ist Chrisam vnd Tauff verloren.Henisch, 624, 12; Simrock, 5012.


29. An bäsen Hund geit mer (gibt man) zwä Brocken. (Franken.) – Frommann, VI, 317, 190.


30. An bellenden Hunden sollen hohe Leut kein Hundschläger werden.Lehmann, 731, 55.


31. An bösen Hünj mut'm an Stak Broad du, that'r ean egh bat. (Nordfries.) – Lappenkorb; Firmenich, III, 2.

Einem bösen Hunde muss man ein Stück Brot geben, dass er einen nicht beisse.


32. An den Hunden liegt's nicht, wenn die Pferde sterben.


33. An der hund hincken, huren (buhlschwester) wincken, frawen weinen vnd krämer schweren sol sich niemand (kein weiser an)keren.Franck, I, 75b; II, 83b; Tappius, 1023; Egenolff, 89b; Eyering, I, 80 u. 749; Petri, II, 15; Henisch, 1196, 56; Gruter, I, 5; Lehmann, 92, 59; Lehmann, II, 262, 26; Pistor., V, 20; Blum, 392; Sailer, 143; Graf, 47; Seybold, 440; Eiselein, 331; Parömiakon, 2299; Körte, 3042; Körte2, 3779; Simrock, 5070; Braun, I, 1552.

Bei Fischart (Prakt.) heisst es: »Du aber sollst dich an der Hund hincken, der Metzen wincken, der Frauen weinen, der Kinder greinen, der Krämer schwören nicht ein Dimplein kehren.« – »Weist das sprichwort: an frawen weinen, an hund hincken auff dreyen beinen vnd darzu auch an Kaufmanns schweren soll sich kein weiser man ankern.« (H. Sachs, I, XXVIIb.) Der Volkskalender des Kladderadatsch (Berlin 1850) hat den Spruch (Monat Juli) in folgender Fassung: »An alter Bummler Trinken, an junger Mädchen Winken, an alter Weiber Zähren und mancher Fürsten Schwören, da soll sich niemand kehren.«

[820] Mhd.: An hundes hinken, frawen wainen und krâmer schweren, dâ darff sich kain man an keren. (Fastnachtsspiel.) (Zingerle, 75.)

Böhm.: Když pes spí, žid přisahá, žena pláče, nevĕř. (Čelakovsky, 393.)

Dän.: Naar hunde hinker, horen vinker, qvinder græde, kræmmere svære, derom skal sig ingen kere. (Prov. dan., 292.)

Holl.: Aan der honden hinken, aan der hoeren winken, aan des kramers zweren, en des wijfs begeeren zal men zich niet keeren. (Harrebomée, I, 315.)

Lat.: Phoenicum pacta. (Philippi, II, 95.)

Poln.: Kiedy pies śpi, żid przysięga, pijany się modłi, a białogłowa płacze, rzadko wierzyć trzeba. (Wurzbach I, 210, 101; Čelakovsky, 393.)


34. An fremden Hunden und Kindern hat man das Brot verloren.Pistor., IX, 35; Simrock, 2692.

»Man sagt, was man den frembden Hunden zu gut thut vnd den frembden kinden, das wirdt mit vnflat vnd mit stanck bezalt, denn solchs ist der Welt danck.« (Waldis, III, 47, 34.)

Lat.: Qui canem alit exterum. (Tappius, 6b.) – Qui canem alit peregrinum huic praeter funiculum nihil fit reliqui. (Seybold, 480.)

Ung.: Idegen ebnek kenyeret ne hány. (Gaal, 924.)


35. An Hünj leapt nimmer söwen Juar dol. (Nordfries.)

Ein Hund läuft nie sieben Jahr toll. – Der Lauf des Bösen hat sein Ziel, der Verbrecher bleibt in der Regel nicht eine sehr lange Zeit unangefochten.


36. An kleiner Hund bellen sol man sich nicht kehren.Petri, II, 17.


37. Andere Hund sind zum Hasen-, andere zum Bärenfangen.Lehmann, 397, 2.


38. Arge Hunde gehen stets mit zerrissenem Fell.

Mhd.: Bî argen hunden hoert man argez schallen. (Colm.) (Zingerle, 75.)

Lat.: Ossis jactura non est canibus nocitura. (Mone, Anzeiger, VII, 505; Zingerle, 75.)


39. Auch der böseste Hund wedelt mit dem Schwanze.

Freundlichkeit ist keine Bürgschaft für Güte.


40. Auch der Hund hebt den Fuss zur Hochzeit.


41. Auch die Hunde der Herren werden zu Herren.


42. Auch ein Hund beisst nicht, wenn man freundlich mit ihm spricht.

Böhm.: I pes nehned ukousne, vlídnĕ-li promluvíš. (Čelakovsky, 85.)


43. Auch einem frommen Hunde muss man die Hand nicht ins Maul stecken.


44. Auch einem Hunde, der mit dem Schwanze wedelt, darf man nicht trauen.


45. Auch gute Hunde knurren, wenn man ihnen mit dem Stock kommt.

Böhm.: Nepodávej psu vidliček. (Čelakovsky, 370.)


46. Auf des Hundes Biss Hundshaar nit vergiss, und auf viel Wein lass Wein das beste Pflaster sein.


47. Auf die Hunde, die heftig bellen, und Feinde, die viel Prahlens machen, hält man nicht viel.

Lat.: Canes plerumque, qui vehementius latrant, et hostes, qui multum hostilitatis denunciant, habentur viliores. (Seybold, 64.)


48. Auf einen stillen Hund und schweigenden Menschen gib wohl Acht.Winckler, II, 19.


49. Aus dem Hunde, glaube mir, wird, wie er wächst, doch nie ein Stier.

Die Russen: Der Hund wächst sich nie zum Löwen aus, wenn er sich auch noch so sehr streckt. (Altmann VI, 420.)


50. Bange (furchtsame) Hunde bellen viel.

Der Feind, welcher die meisten Drohungen ausstösst, ist nicht der gefährlichste. Weiber fechten mit der Zunge besser als Männer.

Lat.: Canes timidi vehementius latrant, quam mordent. (Gaal, 929.)

Ung.: A félénk eb csak ugat, de nem igen marhat. (Gaal, 929.)


51. Begossene Hunde fürchten das Wasser.Eiselein, 331; Simrock, 5058.


52. Bei Hunden sieht man zu jeder Frist, ob einer Mops oder Pinscher ist.


53. Bei Hunden trinkt man keinen Wein.


54. Bei Hunden und Katzen ist Beissen und Kratzen.

Mhd.: Bî hunden und bî katzen was bîzen ie und kratzen. (Freidank.) (Zingerle, 75.)


55. Beisst der Hund, so wird er wieder gebissen (oder geschmissen).Lehmann, 589, 5.


56. Bellende Hunde beissen nicht.Waldis, II, 36, 28; Eiselein, 332; Simrock, 5002; Lohrengel, I, 79.

Da der Hund mit dem Menschen fast über die ganze [821] Erde verbreitet ist, so erscheint es sehr natürlich, dass auch die im vorstehenden Sprichwort benutzte Wahrnehmung bei verschiedenen Völkern sprichwörtlich geworden ist. So sagt man im südlichen Frankreich: Ca à qui layre non boii pas gnaca, wie aus der kürzlich erschienenen Sammlung der provinziellen Sprichwörter des südlichen Frankreich (Proverbes Bearnais recueillis par J. Hatoulet et E. Picot, Paris 1862, S. 20) zu ersehen ist.

Mhd.: Grînunden hunt der nie gebeiz sult ir harte vürhten niht. (Helbling, VIII, 544.)

Engl.: Dogs that bark at distance, bite not at hand. (Kritzinger, 139b.)

Frz.: Chien qui aboie ne mord pas. (Bohn I, 13; Kritzinger, 139b.)

Holl.: Blaffende honde bijten niet. (Bohn I, 501.) – En bassende hond wil geen' hinder doen. (Harrebomée, I, 317.)

It.: Can che abbaia non morde. (Bohn I, 76.) – Can che abbaia non morde mai. (Kritzinger, 139b.)

Lat.: Nemo canem timeat, qui non laedit nisi latret. (Mone Anzeiger, VII, 505; Zingerle, 73.) – Nulla minacis tuae linguae apud me est autoritas. – Si non morderis, cane quid latrante vereris.

Port.: Perro ladrador, nunca bom caçador. (Bohn I, 291.)

Span.: Perro ladrador nunca buen mordedor. (Bohn I, 240.)


57. Bellenden Hunden gibt man Brodt, so hat mann vor jhrem Zorn keine Noth.Lehmann, II, 213, 28.


58. Bellenden Hunden stopft man das Maul mit Brot.Eiselein, 332.

Engl.: Barking dogs never bite. (Eiselein, 332.)


59. Bellenden hundt fürt kein ritter im schilt, sonder einn hasen.Franck, II, 108a.


60. Bellet Ein Hund, so klaffen sie alle.Eiselein, 326; Simrock, 5001; Braun, I, 1519.


61. Besser des Hundes Freundschaft als seine Feindschaft.Körte, 2992.

Holl.: Ic had liever den hont te vriende dan te viande. (Tunn., 16, 4; Bohn I, 301.)

Lat.: Plus canis appeterem plausum quam ferre furorem. (Fallersleben, 438; Loci comm., 94.)


62. Besser ein lebendiger Hund, denn ein todter Löwe.Petri, II, 36; Sailer, 185; Simrock, 5054.

Frz.: Mieux vaut goujat debout qu'empereur enterré.

Holl.: Bij mijne geestelijkheid, zei de pastoor, jk was liever een levendige kapitein in eene komedie dan een doode vizier. ( Harrebomée, I, 381b.) – Een levende hond is beter dan een doode leeuw. (Harrebomée, I, 317b.)


63. Besser ein stummer Hund als ein toller.

Holl.: Beter stomme honden dan razende. (Harrebomée, I, 316.)


64. Besser einen Hund reizen als ein altes Weib.

»Kein Zorn ist furchtbarer als Weiberzorn, besonders wenn noch zu dem Fehler ihres Geschlechts das Alter hinzukommt. Der Hund bellt nur, beisst höchstens; aber das alte Weib hat auf ihrer Zunge das Gift der Verleumdung oder sie bereitet gar das schreckliche Aquatofana.«


65. Bi da Hund begrûnt, begrôt er auch. (Ungar. Bergland.) – Schiller, III, 4b.

Wie er begrünt, d.i. beginnt, anfängt, begraut er auch; für: Jung gewohnt, alt gethan.


66. Bissige Hunde fahren in jeden Stein.

Span.: Los perros de zurita, no teniendo á quien unos á otros se muerden. (Cahier, 3643.)

67. Bissige Hunde haben zerbissene Ohren.Hollenberg, II, 65; Schottel, 1118a; Sailer, 208; Winckler, V, 22; Simrock, 5027.

Aehnlich russisch Altmann VI, 391 u. 478. Folgen der Zänkerei und Schicksal zanksüchtiger Menschen.

Dän.: Ild hund haver ar i næse. (Bohn I, 380.) – Onde hunde faae revne skind. (Prov. dan., 360.)

Frz.: Un chien hargneux a tourjours les oreilles déchirées. (Lendroy, 397; Bohn I, 13; Gaal, 920; Cahier, 363; Starschedel, 100 u. 411.)

Holl.: Bitse honden krijgen hakkelige ooren. – Een twistzoekende hond loopt meest met gescheurde ooren. (Harrebomée, I, 318.)


68. Böse Hund bellen von sich selbst.Lehmann, 924, 18.


69. Böse Hund haben zerrissen (zerbissen) fälle.Henisch, 461, 48; Petri, II, 49; Sailer, 208; Simrock, 5027; Eiselein, 334; Körte, 3008.

Dän.: Den hund som gierne bider, maa tit lade haar til skaden. (Prov. dan., 312.)

It.: Can ringhioso e non forzoso, guai alla sua pelle. (Bohn I, 77; Cahier, 2840; Gaal, 920.)

Lat.: Canis qui mordet, mordetur. (Gaal, 920.)


70. Böse Hunde bellen, auch wenn man sie nicht neckt (reizt).

Dän.: En ond hund gøer og uden aarsag. (Prov. dan., 311.)


71. Böse Hunde bewahren das Haus.Winckler, V, 51.


[822] 72. Böse Hunde fürchten einander.

Holl.: Twee kwade honden bijten elkander niet. (Harrebomée, I, 322.)


73. Böse Hunde muss man kurz binden.


74. Böse Hunde muss man nicht necken.

Holl.: Kwade honden moet men niet tergen. (Harrebomée, I, 321.)


75. Böse Hunde sind gute Wächter, sang ein Bauer von seiner Frau.Eiselein, 332; Winckler, IV, 54.


76. Böse Hunde spielen mit dem Schwanze.

Holl.: Alle kwade honden spelen met den staart. (Harrebomée, I, 315.)


77. Böse Hunde, zahme Schafe.Sprichwörtergarten, 491.

Strenge, wohl von ägyptischer Frohnvögtelei zu unterscheiden, führt zu Ordnung.


78. Bösem Hunde gehört ein Knüppel (Klöppel).Körte, 3005; Braun, I, 1536.

Frz.: A méchant chien, court lien. (Körte, 3005a.)

Holl.: Ten quaden honden hoort enen clappel. (Tunn., 21, 10 u. 25, 21; Harrebomée, I, 322.)

Lat.: Non desit baculus ubi vult mordere catellus. (Fallersleben, 145.)


79. Bösen Hunden muss man Brot vorwerfen. Steiger, 138.


80. Bösen Hunden weicht der Wolf aus.

Frz.: A mauvais chien on ne peut montrer le loup. (Leroux, I, 106.)


81. D' Hund bissid en and nid. (Luzern.)


82. D' Hund und d' Herrn lassen die Thüren offen. (S. Edelleute 9.) (Oberösterreich.)


83. Dar löpt kên Hund söwen Jahr dull.Frommann, II, 535, 91; Goldschmidt, 162.


84. Darumb nagt der Hund ein Bein, weil ers nit gantz verschlucken kan.Lehmann, 398, 26 u. 306, 86.

Frz.: Le chien ronge l'os pour ce qui ne le peult engloutir. (Leroux, II, 247.)

Holl.: De hond knaagt aan het been, omdat hij het niet door kan zwelgen. (Harrebomée, I, 316.)

It.: Il cane rode l'osso perchè non lo puo inghiottire. (Pazzaglia, 40, 9.)


85. Das ist ein guter Hund, der einem Wild nachjagt.Lehmann, 397, 4.


86. Das ist ein Hund von Gaul, sagte der Junge, da ritt er auf der Sau.


87. Das muss ein schlechter Hund sein, der des Pfeifens nicht werth ist.Winckler, IV, 36.


88. Dass der Hundt nicht zur Hochzeit kompt, das macht der Prügel hinter der Thür.Lehmann, 266, 17 u. 728, 29; Eiselein, 326.


89. Dat geer de Hund sin Möm nich, wenn se ôk im Kindelbett läge. (Holst.)

So was Schlechtes gäbe selbst der Hund nicht und wenn die Mutter im Kindbett läge.


90. Dat is 'n Hund von 'n Pierd, se de Jung un rêd (ritt) up'n Segabuck.Frommann, II, 538; Firmenich, I, 18, 14; Hoefer, 504.


91. Dat kummt bî de Hün(de) êr Wünsken mit to pass1, dat de Kalver starven. (Ostfries.) – Eichwald, 864; Frommann, III, 431, 209; Buren, 277; Hauskalender, III.

1) Es kommt erwünscht, trifft sich gut.


92. Dat 's 'n woahren Hund van 'n Pierd, säd' dê Jung, dann rêd he up'ne Katte (oder Swîn). (Mecklenburg.) – Schiller, III, 6b; Frommann, II, 538, 175; für Jever: Frommann, III, 38, 3; ostfriesisch bei Bueren, 364; Eichwald, 918; Hoefer, 504.


93. De den Hund tarrt1, môt de Bete (Biss) vörlêf (fürlieb) nêmen. (Ostfries.) – Goldschmidt, 160; Frommann, III, 432, 262; Bueren, 117.

1) Tarren = zerren, necken, reizen.


94. De fründlichsten Hunnen bîten am düllsten. (Ukermark.)

Die Menschen, die sich gegen uns so ausserordentlich freundlich stellen, sind in der Regel die gefährlichsten.


95. De grötste Hund mot sek schämen.Schambach, II, 303.


96. De Hangd beisse sich uch em en drech Schank.


97. De Hün(de) un de Adellü(de) mâkt kên Dör (Thür) achter sick tô. (Ostfries.) – Frommann, III, 429, 248; Eichwald, 867.


[823] 98. De Hund blifft alltîd vör de Stêrt. (Ostfries.) – Bueren, 297; Hauskalender, III; Stürenburg, 260a.


99. De Hund, de blafft, bitt (beisst) nich.Goldschmidt, 94; Bueren, 337; Eichwald, 866; Frommann, III, 429, 247.

In Hannover: De Hund, dei bellt, dei bit nich. (Schambach, 52.)


100. De Hund, de een'n bäten hät, doavan mütt'n an Hoar upbinden.Schwerin, 45; Danneil, 207.


101. De Hund, de sick Dâgs gnabben, krabben sick Nachts.Bützower Ruhestunden, II, 48; Frommann, II, 226; Schiller, III, 4b.


102. De Hunn', de am fründlichst'n swänzeln, de bît'n teerst.Danneil, 278.

Dem Schmeichler ist am wenigsten zu trauen.


103. De Hunne gât nîren up Plan- (oder Vlân-) schauen.Schambach, II, 53.

Die Hunde gehen nirgends auf Planschuhen. Es sind dies Schuhe, aus leinenen und andern Lappen zusammengenäht, in denen man sehr leise auftritt. Nach Schambach geht der Sinn dahin, dass der Anspruchsvolle und Unverschämte nicht auf weichen Socken geht, d.h. nicht artig und bescheiden auftritt.


104. De irscht Hangd miss em än't Wasser schméisse, sonst wärde se rôsendig. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 138b.


105. De irscht Hangd schméisst em än de Bâch. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 138a.

Schuster bemerkt hierbei: Die von J. Grimm (Deutsche Mythologie, S. 46) in Zweifel gezogenen Hundeopfer sind durch dieses Sprichwort, das in seiner Beweiskraft auch durch andere Quellen unterstützt wird, mindestens für Wassergötter als bezeugt anzusehen, zumal wenn Nr. 105, das mehr Gebot des Aberglaubens als Sprichwort ist, nicht ausser Acht gelassen wird; denn es ist wirklich eine abergläubische Sitte, die Erstlinge einer Hündin ins Wasser zu werfen. Den Wassergöttern wurden sie geopfert, die sich sonst rächten, indem sie, wie Nr. 104 sagt, die verweigerten Opfer wüthend (wasserscheu) machten. Denn die Nixe sind tückisch und grimmig (grasnäkisch) wie das Element, dem sie angehören. Wassergott und Wasserscheu in Beziehung zu bringen, lag nahe. Näher ist Schuster in seinen Mythentrümmern in dem Abschnitt von den Elbischen Wesen, worauf er verweist, auf diese Sache eingegangen. Die Irokesen verbrennen bei ihrer Neujahrsfeier einen Hund. Der Geist des Hundes wird als Bote zum grossen Geiste hinangesandt, ihn ihrer fortgesetzten Treue zu versichern. Der Hund, der treue Begleiter des Indianers auf der Jagd, ist das Sinnbild der Treue. (Vgl. Neujahrsfeier der Irokesen in der Deutschen Schnellpost, Neuyork vom 29. Juni 1851.) Als der Inka Pachacutec die Indianer von Xauxa und Huanca, dem jetzigen Thale von Huancaya und Jauja, besiegte und gewaltsam zum Sonnendienste bekehrte, fand er göttliche Verehrung der Hunde unter ihnen. Die Priester bliesen auf skelettirten Hundsköpfen. Auch wurde die Hundsgottheit von den Gläubigen in Substanz verehrt. In den peruanischen Grabmälern der ältesten Epoche findet man bisweilen Hundeschädel, ja Mumien von ganzen Hunden. Bei den Mondfinsternissen spielten die peruanischen Hunde eine eigene Rolle; sie wurden so lange geschlagen, bis die Verfinsterung vorüber war. Bei den Eingeborenen von Nordamerika in den Rock-Mountains wird den zu bewirthenden Fremden als Ehrenmahl gekochtes Hundefleisch vorgesetzt.


106. De mit Hünn' to Bede geit, steit mit Flöhe up.Eichwald, 837.


107. De 'n Hund hangen will, find't ok sacht'n Strick. (Ostfries.) – Frommann, VI, 142, 353; Bueren, 309; Hauskalender, III.


108. De 'n Hund smîten (slan) will, finn't ôk wol 'n Stên (Knüppel) (Mecklenburg.) – Bueren, 309; Eichwald, 870; Schiller, III, 4b; für Rastede: Firmenich, II, 29, 125; Goldschmidt, 158; Frommann, IV, 142, 353.


109. De ollen Hunne sünd quâd tô bännigen. Schiller, III, 4a.

Auch wol mit dem Zusatz: »Wat darin begrîst, begrapt darin.« (Bützower Ruhestunden, XX, 31.)


110. De över de Hund kummt, kummt ôk över de Stärt.Stürenburg, 260a.


111. De sick vör een Hund verhüert, môt Knaken freten. (Ostfries.) – Frommann, IV, 142, 331; Bueren, 247; Eichwald, 869; Hauskalender, II.


112. Dei Hund, dei bett, dei leicht vergett; awerscht dei Hund, dei ward gebete, verr dem öss schwer tau vergete.Frischbier, 346; Frischbier2, 1731; [824] Neue Preuss. Provinzialbl., 1846, I, 14; Simrock, 5059a.

Der Hund, welcher beisst, vergisst leicht; dem Hund aber, der gebissen wird, ist Vergessen schwer.


113. Dem bellenden Hund verehr ein brot, so hat man vor seinem Zorn kein not.Petri, II, 73; Henisch, 275, 9.


114. Dem bösen Hunde wächst der Schwanz.

In dem Sinne: Je ärger Schalk, je besser Glück.

Frz.: A mauvais chien la queue lui vient. (Kritzinger, 141b.)


115. Dem einen Hund ist's leid, wenn der andere in die Küche geit.Körte, 3022.


116. Dem guten Hunde ein guter Knochen.

Frz.: A bon chien bon os. (Leroux, I, 106.)


117. Dem Hund die Wurst vertrawen ist Torheit.Petri, II, 74.


118. Dem Hunde das Bein abjagen, ist bös.


119. Dem Hunde, der Asche leckt, vertraue kein Mehl!Winckler, IV, 84.

Menschen, die eine Neigung zur Nasch- oder Leckerhaftigkeit haben, ist nicht gut, etwas anzuvertrauen.

It.: Al can, che lecca lo spiedo, non gli fidar l'arrosto. (Pazzaglia, 42, 15.)


120. Dem Hunde, der dich anbelt, wirff ein stuck brodt dar, so schweigt er.Lehmann, 397, 10.


121. Dem Hunde ist der Schwanz gewachsen, dass er damit wedele.

Aus der Schwanzpredigt des Wiesenpaters zu Ismaring in Baiern, die er über den Text hielt: Johannes soll er heissen. Er legte darin den Bauern ans Herz, sich statt der Schimpfwörter immer diejenigen Namen zu geben, welche ein jeder in der Taufe erhalten habe. Namentlich sollten sie einander nicht »Schwanz« schimpfen. »Der Schwanz«, sagte er, »ist zwar am rechten Orte eine rechte Sache. Denn warum ist gewachsen dem Hund sein Schwanzerl? Dem Hund sein Schwanz ist gewachsen, damit er damit wedle und wackle, dass ihm nit fahren die Mucken ins Loch. Und seht, wir Geistlichen sind erst die wahren Schwanzerl; wir müssen wedeln und wackeln, damit nit fahren ins Loch der Höllen die Seelen der gläubigen Christen. Also sollt ihr über die Schwänz nit spotten und sie nit brauchen gegeneinander zum Schimpf. Daher erstens sollt ihr den Nächsten nit heissen Biberschwanz, das zeige ich im ersten Theil. Zweitens sollt ihr den Nächsten nit heissen Katzenschwanz, das zeige ich im zweiten Theil. Und drittens sollt ihr den Nächsten nit heissen Sauschwanz und das zeige ich im dritten Theil.« (Klosterspiegel, 83, 3.)


122. Dem Hunde ist ein Knochen lieber als ein Edelstein.

Dän.: Hunden holder meere af been end af edelsteen. (Prov. dan., 58.)


123. Den alten Hund ist schwer Bellen lehren. Körte, 3223; Braun, I, 1543.

Ung.: Késö az agg ebet tánzra tanitani. (Gaal, 926.)


124. Den gebissenen Hund beissen alle Hunde.

Port.: A cāo mordido todos o mordem. (Bohn I, 263.)


125. Den Hund der Bengel bendig macht, zuchtruth der Jugend legt den pracht.Gruter, III, 75; Lehmann, II, 77, 49; Petri, II, 78.

126. Den Hund schätzt man nicht nach den Haaren, sondern nach den Zähnen.


127. Den Hund schickt man nicht nach Bratwürsten.Simrock, 5025.


128. Den Hund schlägt man, und den Herrn meint man.

Die Chinesen: Wer den Hund schlägt, soll an den Herrn denken.

Böhm.: Boj se lvíku, kdy psa bijí. (Čelakovsky, 88.)

Lat.: Coram leone canis castigatur. (Čelakovsky, 88.)

Poln.: Boj się lewku, gdy psa biją. – Gdy pieska biją, lewek niech się boji. (Čelakovsky, 88.)


129. Den Hunden ist böse zu betten, sie bezahlen ihre Kammerdiener mit Flöhen.


130. Den Hunden schadet es nicht, wenn man sie wie Vieh behandelt.


131. Den kleinsten Hunden hängt man die grössten Knittel an.

»Man spricht: dem allerkleinsten Hund hängt man die grossen Knittel an; und öfters haben kleine Wunden am allerwehesten gethan.«


132. Der alte Hund offt selbst verschuldt, dass man jhn länger nicht geduldt.Lehmann, 128, 90.


133. Der beste Hund verliert zuweilen die Spur.


134. Der böseste Hund bekommt den besten Bissen.

Holl.: De kwaadste hond krijgt 't beste been, de beste hond heeft veeltijds geen. (Harrebomée, I, 316.)


[825] 135. Der böste Hond krijt dät zeressenste Fell. (Siegen.) – Firmenich, I, 519, 1.


136. Der dem hund nit weret, der hetzt jn. Franck, I, 159a; Lehmmann, II, 61, 92.


137. Der den Hund hetzt, bekommt nicht immer den Hasen.

Die Russen: Diesem gehört der Hund, jenem die Jagd, der dritte aber schiesst den Hasen. (Altmann VI, 473.)


138. Der erste Hund fängt den Hasen.


139. Der feige Hund bellt wol, aber er beisst nicht.


140. Der feigste (furchtsamste) Hund belfert am meisten.

Lat.: Canes timidi vehementius latrant. (Faselius, 39.)


141. Der frembd hund anfesselt, gewint nicht, dann den strick.Franck, II, 6a; Gruter, I, 82.


142. Der fremde Hund aufzeucht, verdient keinen Dank.

Lat.: Canem alens exterum praeter linum nihil habet. (Seybold, 64.)


143. Der gebrannte Hund fürchtet die Küche.


144. Der gute Hund bekommt nicht stets den besten Knochen.

Frz.: Bon os n'écheoit guère à bon chien. (Cahier, 375.)


145. Der Hangd gänt séinjen Brâder en gâde Bässe net. – (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 144.


146. Der Hangd richt de Brôten. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 135.


147. Der Hangt schirlt sich vun de Schliejen. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 136.


148. Der Heangd billt: ham, ham! und dinkt derbä, e hât en Mäck (Mück) gefângen. (Schässburg.) – Firmenich, III, 425, 27; Schuster, 137.


149. Der hinkende Hund kommt nach.

Holl.: De hinkende hond komt gemeenlijk achteraan. (Harrebomée, I, 316.)


150. Der Hund beim Topf schlägt sich leicht auf den Kopf.

Von denen, die in ihr eigenes Verderben rennen, weil der, welcher einen Hund tödten will, ihn durch vorgehaltene Speise anlockt.


151. Der Hund beisset vergebens in den stein, damit er geworffen wird.Henisch, 266, 54.

Lat.: Canis saeuiens in lapidem. (Henisch, 266, 55.)


152. Der Hund beisst den Stein, aber nicht den, der ihn warf.

Holl.: De hond bijt den steen, en niet, die hem werpt. (Harrebomée, I, 316.)

Lat.: Canis saeviens in lapidem. (Seybold, 66.)


153. Der Hund beisst nicht in jedes Fell.

Dän.: Hunde sie vel hvis skind de skulle rive i. (Prov. dan., 312.)


154. Der Hund beist (seinen Herrn) vors (Tisch-) Brot.Petri, II, 93; Gruter, III, 70; Henisch, 266, 61.

Die Welt lohnt mit Undank. A. Schopenhauer, den auf seinen einsamen Spaziergängen stets sein Pudel begleitete, schrieb im Jahre 1845 den Hunden zu Ehren folgendes Distichon: »Wundern darf es mich nicht, dass manche die Hunde verleumden; denn es beschämet zu oft leider den Menschen der Hund.«


155. Der Hund bekommt nicht stets (oder: so lange), wenn (als) er mit dem Schwanze wedelt.

Mhd.: Den hunt wirt kaum halp gewert, was er mit seinem schwanz begert. ( Fastnachtspiele, 528, 19.)


156. Der Hund bellet desto mehr vor seines Herrn Thür.Petri, II, 93.


157. Der Hund bellt, aber der Wolf geht seinen Gang.


158. Der Hund bellt den Mond an, aber der Mond scheint fort.

Die Türken: Der Hund bellt und die Karawane geht vorüber. (Cahier, 2571.) Der Hase ist auf den Berg böse, aber der Berg trägt's ihm nicht nach. (Cahier, 2655.)

Böhm.: Pes štĕká, ale mĕsíc nerani. – Pes štĕká, a pán (král) jede. (Čelakovsky, 91.)

Dän.: Hunden gøer og ad maanen. (Prov. dan., 313.)

Poln.: Pieś szczeka, a dworzanin jedzie. (Čelakovsky, 91.)


159. Der Hund bellt den Postwagen an, der ruhig weiter fährt.

Ruth.: Pes bresze, a witer nese. – Wôlno sobaci i na hospoda brechaty. (Wurzbach I, 209.)


160. Der Hund bellt gegen den Sonnenschein, und dennoch scheint die Sonne rein.

Ruth.: Pes bresze na sonce, a sonce swityt. (Wurzbach I, 209, 100.)


[826] 161. Der Hund bellt Narren und Weise an.

Aehnlich russisch Altmann VI, 474.


162. Der Hund bellt nicht fürs Haus, er bellt seinetwegen.

Böhm.: Neštĕká pes pro ves, ale pro sebe. (Čelakovsky, 57.)


163. Der Hund bellt nicht in seinem Hause. Burckhardt, 568.


164. Der Hund bellt schlecht, wenn er aus Furcht bellt.


165. Der Hund bellt vor der eigenen Thür.

Ein hebräisches Sprichwort, um vor vielem Reden an fremden Orten zu warnen, sagt: Der Hund kann sieben Jahre an einem fremden Orte sein, ohne einmal zu bellen.


166. Der Hund benagt das Bein, weil er es nicht verschlingen kann.Winckler, XX, 57.


167. Der Hund bezahlt mit der Haut.


168. Der Hund bleibt ein Hund, wenn man ihm auch den Schwanz abhaut.

Holl.: Al snijdt men den hond den staart af, altijd blijft hij een hond. (Harrebomée, I, 316.)

It.: Taglia la coda al cane, e riman cane. (Gaal, 116.)


169. Der Hund bleibt treu, schlägt der Herr ihm auch ein Bein entzwei.

Poln.: Byś swemu psu i nogę uciął, przecie za tobą pójdzie. (Wurzbach I, 208, 98.)


170. Der Hund darff für die Schuh nit sorgen. Waldis, II, 31, 222; Petri, II, 93.


171. Der Hund, den ich aufgefüttert, beisst mich in die Beine.

Frz.: Tel le chien nourrist qui puis menge la courroye de son soulier. (Leroux, I, 109.)


172. Der Hund, der an der Krippe liegt, neidet den Ochsen, der das Heu fressen will.


173. Der Hund, der auf dem Heu liegt, frisst es selbst nicht und lässt es auch keinem andern.

Aehnlich russisch Altmann V, 70.

Frz.: Il est comme le chien du jardinier, qui ne mange pas de chou et n'en veut pas laisser manger aux autres. (Lendroy, 411.)


174. Der Hund, der den Hasen ausspürt, ist so gut als der, so ihn fängt.Simrock, 4987; Braun, I, 1550; Körte, 3026.


175. Der Hund, der den Knochen verdient, kriegt ihn nicht.


176. Der Hund, der einen beisst, leckt ihn wieder, bis er heil ist.


177. Der Hund, der mich abends beisst, muss mich morgens wieder lecken.F. Schmidt, Bilder aus dem Volksleben (Berlin 1848). S. 61.

Wer abends gesoffen, soll morgens wieder saufen. (S. Hundshaar.)


178. Der Hund, der mich gebissen, mag mich auch wieder heilen.

So sagen die, welche die Folgen eines Rausches durch einen zweiten Rausch heilen zu meinen müssen. (S. Hundshaar.)

Holl.: Die van den hond gebeten is moet van het zelfe haar daarop leggen. (Harrebomée, I, 316.)


179. Der Hund, der nicht getroffen ist, schreit nicht.Körte, 3019.


180. Der hund, ders hasen inngeweyd frist, derselb hernach gut weydisch ist.Eyering, I, 93.


181. Der Hund des Gärtners frisst keinen Kohl (Salat), er will aber auch nicht, dass andere ihn essen (oder: und will doch die beissen, die ihn abbrechen).Winckler, VI, 17.

Frz.: Il est comme le chien du jardinier qui ne mange point de choux, et n'en laisse point manger aux autres. (Kritzinger, 141a; Starschedel, 102.)

Holl.: Des hoveniers hond eet geene koolen, en hij wil niet, dat anderen daarvan eten. (Harrebomée, I, 316.)

It.: Il cane dell' ortolano non mangia la lattuga, nè vuol che altri la mangi. (Gaal, 203; Bohn I, 76.)

Port.: Cāo de palheiro nem come, nem deseia comer. – O perro de hortelāo nāo come as versas, nem a outrem as deseia comer. (Bohn I, 271 u. 289.)

Span.: El perro del hortelano, que ni come las berzas, ni las deja comer. (Cahier, 3640; Bohn I, 219.)


182. Der Hund ehe Fleisch den Leder frist, der Saw nicht viel vmbs baden ist.Petri, II, 93.


183. Der Hund erzürnt sich nicht, wenn man ihn mit einem Knochen wirft.


[827] 184. Der Hund eylet, drumb wirfft er blindt jungen.Lehmann, 161, 5.


185. Der Hund fängt den Hasen, und der Jäger bekommt den Dank (das Schussgeld).

Mhd.: Man sprichet: den hasen vienc der man, sô hât ez lihte der hunt getân. (Welscher Gast.) (Zingerle, 64.)


186. Der Hund frisst dem Esel keine Disteln weg.

Holl.: Wat den hond past, dat past den ezel niet. (Harrebomée, I, 322.)


187. Der Hund frisst Gras, wenn er sich den Magen verdorben hat.

Frz.: Le chien voyons du fin matin cercher l'erbe contre venin. (Leroux, I, 335.)


188. Der Hund frisst nicht alle Kräuter, an die er riecht.

Einen ähnlichen botanischen Instinct wie die Hunde haben auch viele Völker, die, wenn sie die zahlreichen Recepte ihrer politischen Aerzte wirklich gebrauchten, schon ausgerottet wären. Glücklicherweise schickt man sie aber nur in die Apotheke, ohne die Arznei einzunehmen.


189. Der Hund frisst sein Gespienes wieder.Spr. Sal. 26, 11; 2 Petr. 2, 22; Schulze, 93; Zaupser, 180; Braun, I, 1546.

Alte Sünden wiederholentlich begehen; aber auch: das Geredete keck wegleugnen.

Dän.: Hunde vender sig til sin spye og som til sin søle. (Prov. dan., 312.)

Frz.: Le chien rehume ce qui'l a vomi. (Bovill, II, 63; Leroux, I, 108.)

Holl.: De hond keert tot zijn uitbraaksel terug. (Harrebomée, I, 316.)

Lat.: Suum canis vomitum resorbet. (Bovill, II, 63.)


190. Der Hund frisst selten Braten, er hab' ihn denn gestohlen.


191. Der Hund frisst wider, was er aussgespeiet hat.Petri, II, 93; Henisch, 1213, 36.

Lat.: Canis ad proprium vomitum. (Henisch, 1213, 37.)


192. Der Hund fürcht sich vor dem Knüttel. Oec. rur., 476.


193. Der Hund gehört untern Tisch und das Weib dazu.

Ein sprichwörtlicher Scherz, der durch verschiedene Betonung doppelsinnig ist. Der richtige Sinn fordert, dass der Ton auf unter und dazu gelegt werde: Der Hund gehört unter den Tisch und das Weib zum Tische.


194. Der Hund ginge bei keinem Kruge vorbei, wenn er Geld hätte.Frischbier2, 1729.


195. Der Hund hat den Braten genascht und der Küchenjunge kriegt die Prügel.

Aehnlich russisch Altmann VI, 445.


196. Der Hund hat die Katze so gern, wie der Bauer den Herrn.


197. Der Hund hat viel Läger und Beiläger.Eiselein, 326.

Lat.: Compluria masculi canis cubilia. (Eiselein, 326.)


198. Der Hund hat wol vier Beine, aber er läuft nicht auf vier Wegen.

Sinn: Man kann nicht überall zugleich sein, nicht alles auf einmal thun, niemand kann zwei Herren dienen.


199. Der Hund hat Zähne, wenn er auch nicht bellt.


200. Der Hund heilt seinen Schaden mit Lecken.Eiselein, 326.


201. Der Hund heult, wenn er sich die Schnauze verbrennt.


202. Der Hund hinket, wenn er will.

Wer nicht will, kann leicht eine Entschuldigung finden.

It.: Il cane zoppica quando vuole. (Pazzaglia, 42, 19.)


203. Der Hund hört bald zu klaffen auf, setzt man ruhig weiter seinen Lauf.


204. Der Hund in der Garküche erhungert nicht.


205. Der Hund ist am Schwanze und der Schwanz am Hunde.

Wenn ein paar Menschen in derselben Sache betheiligt sind.


206. Der Hund ist am stärksten im eigenen Stalle.


207. Der Hund ist dem Fleische hold, er nimmt lieber Knochen als Gold.

Mhd.: Eim hunde lieber ist ein bein, denn ein pfunt, daz gloube mir. (Boner.) – Eins rindes schenkel naeme ein hunt für rotes goldes tûsent pfunt. (Freidank.) (Zingerle, 74.)


[828] 208. Der Hund ist ein getrew thier, iedoch ist er lieber bey dem, der jhm ein stuck Brodt gibt, als der jhn schlägt.Lehmann, 398, 28.


209. Der Hund ist ein gutes Thier, eh' er beisst, bellt er vor.Sutor, 224.


210. Der Hund ist ein Löwe in seinem Hause.

It.: Ogni cane è leone a casa sua. (Bohn I, 116.)

Lat.: Canis domi ferocissimus. (Seybold, 65.)


211. Der hund ist freydig auff seinem mist. Franck, I, 84b; II, 14b; Egenolff, 343b; Petri, II, 93; Gruter, I, 15; Henisch, 332, 21; Blum, 393; Körte, 3014.


212. Der Hund ist keck im eigenen Hause. (S. Hahn 28 u. 29.) – Eiselein, 128.

Mhd.: Manec hunt vil wol gebâret, der doch der liute vâret. (Freidank.) (Zingerle, 73.)

Böhm.: Každý psík na svém dvoře smĕleji štĕká. (Čelakovsky, 119.)

Dän.: Hund er hiemme riigest. – Hund diervest for sin egen dør. (Prov. dan., 310.)

Frz.: Le charbonnier est maître chez soi. (Lendroy, 321.) – Tout chien est lion en sa maison. (Gaal, 843.)

It.: Ogni cane è lione a casa sua. (Gaal, 843.)

Lat.: Aedibus in propriis canis est mordacior omnis. (Gaal, 843.) – Canis est audax juxta proprias aedes. (Eiselein, 328.)


213. Der Hund ist kurz ohne Schwanz, mit dem Schwanze wär' er länger. (Lit.)


214. Der Hund ist nicht schuld, dass die Schaf' und Kälber sterben.

Dän.: Det staaer ei til hund naar hors skal døe. (Prov. dan., 301.)


215. Der Hund ist stoltz für seinem eygen hofe. Latendorf II, 44; Petri, II, 93; Henisch, 329, 22.

Lat.: Est audax amen proprium canis ante foramen. (Henisch, 829, 22.)


216. Der Hund ist tapfer (stark) auf seinem Mist.Simrock, 5023; Braun, I, 1544.

Frz.: Chien sur son furnier est hardy. (Leroux, I, 166; Bohn I, 13.)

Lat.: In foribus propriis canis est audacior omnis. (Mone, Anzeiger, VII, 505; Zingerle, 73.)


217. Der Hund jagt übel, den man am Halsbande zur Jagd schleppen muss.


218. Der Hund kann keine Secke tragen, der Esel kann nicht Hasen jagen.Waldis, I, 13.


219. Der Hund kann noch vor Tagesanbruch sieben Junge zur Welt bringen. (Surinam.)

In kurzer Zeit kann sich vieles ändern.


220. Der Hund kaut keine Orangenzweige und hat doch weisse Zähne.

Um zu sagen: Wem das Glück wohl will, dem fällt alles ohne Mühe zu. Die Neger in Surinam kauen ihrer Zähne wegen dergleichen Zweige.


221. Der Hund kennt den wohl, der ihm einen guten Bissen (Knochen) gibt.

Frz.: Le chien connaît ceux qui lui font du bien. (Kritzinger, 139b.)


222. Der hund kent sein beyn (seinen Knochen) wol.Franck, I, 84b; Egenolff, 344a; Gruter, I, 15; Petri, II, 93; Henisch, 262, 67; Blum, 284; Körte, 3018; Simrock, 5039.

Es ist nicht anzunehmen, dass er seine für eine künftige Mahlzeit aufgesparten Knochen nicht wieder finden sollte. So denkt der Mensch in den Tagen der Noth an den früher gesammelten Nothpfennig.


223. Der Hund knurrt, wenn er einen harten Knochen klaubt.

Frz.: Si l'os est dure le chien est ennoyeux. (Leroux, I, 109.)


224. Der Hund knurrt, wenn man ihm den Knochen nehmen will.

Frz.: Le chien se deffend quand on luy oste un os. (Leroux, I, 108.)


225. Der Hund knurrt, wenn man ihm den Knochen nehmen will, auch wenn er ihn nicht frisst.

Dort (224) Vertheidigung des Eigenthums, hier (225) Bild des Neides, der andern auch das nicht gönnt, was ihm selbst nichts nützt.

Ruth.: Pes na kosty łeżyt, sam ne jist i druhomu ne dast. (Wurzbach I, 209.)


226. Der Hund knurrt, wenn man ihn tritt.


227. Der Hund kommt nicht mehr in die Küche, wo man ihn einmal verbrüht hat.Parömiakon, 2791.

So klug sind wir Menschen nicht.


228. Der Hund kommt nicht mehr unter den Baum, an den man ihn einmal gehängt hat.


[829] 229. Der Hund kompt nicht bald wieder dahin, da er einmal geschlagen ist.Henisch, 845, 56; Petri, II, 93.


230. Der Hund lässt das Bellen nicht.Parömiakon, 517.

Denselben Gedanken drückt das Sprichwort in verschiedenen Formen aus: Der Dieb lässt das Stehlen nicht. Der Dachs lässt das Graben nicht. Der Geizige lässt das Scharren nicht. Die Sau lässt das Wühlen nicht. Das Kalb lässt das Blöken nicht. Der Flucher lässt das Schwören nicht. Der Schlemmer lässt das Saufen nicht.


231. Der Hund lässt ungern von geschmiertem Leder.


232. Der Hund läuft dem Steine nach und lässt den gehen, der ihn geworfen hat.

»Der Hundt dem geworffnen Stein nachgeht, verlesst den, dern geworffen hat.« (Waldis, 92.)


233. Der Hund läuft seinem Herrn nach, wenn er ihn auch mishandelt.

»Ein frommer Mann, der stets einen Hund mit sich lauffen hatte, ward gefragt, warum er den Hund stets bey sich hätte. Der gab die antwort: Dieweil der Menschen vntreu so gross sey, freue er sich, dass er doch noch ein treu Thier vmb sich habe.« (Zinkgref, I, 290.)

Böhm.: By ty svému psu nohu ufal, on za tebou pobĕhne. (Čelakovsky, 50.)


234. Der Hund leckt die Wunde, die er gebissen.

Wenn jemand das zugefügte Uebel gut zu machen sucht.

Holl.: De hond likt de wond (Harrebomée, I, 316.)


235. Der Hund legt die Pfote wol auf die Bank, er behält sie aber nicht oben.

Böhm.: Nevytrvá psí noha na lavici, musí zas pod lavici. (Čelakovsky, 152.)

Poln.: Niewytrwa psia noga na ławie, musi być pod lawą. (Čelakovsky, 152.)


236. Der Hund liegt auf dem Knochen; er frisst ihn selber nicht und lässt ihn von keinem andern fressen. (Ruth.)


237. Der Hund liegt in der Krippen, weil der Löw vnd Bär vmb die Geyss streiten.Gruter, III, 79; Lehmann, II, 97, 83.


238. Der Hund liegt überall an der Kette.

So angenehm manches Verhältniss von der Ferne aus erscheint, wenn man es näher betrachtet, so hat es auch seine Schattenseite.


239. Der Hund macht sich oft umsonst müde Beine.

Dän.: Hunden derfor bliver snart gammel, for han løber saa mangen et vildt løb. (Prov. dan., 313.)


240. Der Hund mag Geld scheissen, sagte der Bauer, als der Knecht mehr Lohn verlangte.


241. Der Hund merkt sich wohl, wer ihm einen Bissen gibt.

Holl.: De hond onthoudt wel, wie hem goed doet. (Harrebomée, I, 316.)

242. Der Hund murret, eh' er beisset.Sutor, 44.


243. Der Hund murret, wenn man jhn bey den Ohren zupfft.Lehmann, 924, 8.


244. Der Hund muss sehr elend sein, der nicht nach Fleisch schnappt.

It.: Ad ogni tristo cane piace la carne. (Pazzaglia, 285, 6.)


245. Der Hund nagt die Beine, die er weder bezwingen noch verschlingen kann.


246. Der Hund Reuel beisst die Leute oft.

Von der Nachreue.


247. Der Hund säuft nur so lange, als ihn dürstet.


248. Der Hund scheisst immer auf den hohen Stein.Frischbier2, 1711.

Gutgestellte, reiche Leute haben vorzugsweise Glück. Wer hat, dem wird gegeben.


249. Der Hund scheisst mehr als die Nachtigall. (Nürtingen.)


250. Der Hund schläft, wenn er will, und frisst, wenn er was hat.

Böhm.: Pes spí kdy chce, ale nejí kdy chce. (Čelakovsky, 135.)


251. Der Hund schlägt keine Bratwurst aus.


252. Der Hund schlingt wieder, was er gespien.


253. Der Hund schnappt auch wol nach einer Fliege.

Holl.: Een hond snakt naar eene vlieg. (Harrebomée, I, 317.)


254. Der Hund schnappt eher nach dem Fleisch als nach dem Leder.


[830] 255. Der Hund sieht ja den Bischof an.

Warum sollte der Niedere nicht Zutritt zum Höhern haben, der Geringere mit dem Vornehmern sprechen dürfen.

Frz.: Un chien regarde bien un évêque. (Starschedel, 100.)


256. Der Hund, so der Kuchen gewohnt ist, ist böss wieder herauss zu bringen.Petri, II, 93; Henisch, 1607, 47.


257. Der Hund stirbt nicht von einem Floh- oder Fliegenstich.

Poln.: Nie szokoda psa, kiedy go muchy źrą. (Lompa, 22.)


258. Der Hund tanzt ums Geld.


259. Der Hund trinkt Wasser: schlapp, schlapp; für sich, ja für sich.

Die Neger Surinams, um zu sagen, dass jeder sich selbst der Nächste ist.


260. Der Hund waiss (kennt) seins Herren willen wol.Agricola, II, 153; Egenolff, 35b; Petri, II, 93; Eiselein, 327; Blum, 391; Simrock, 5014.

Er ist auf die Stimme und den Wink seines Gebieters abgerichtet.

Mhd.: Man spricht: hunt weisz heren willen wol. (Morszheim.) (Zingerle, 197.)


261. Der Hund wedelt mit dem Schwanze nicht vor dir, sondern vorm Brote.Winckler, XX, 55.

Frz.: Le chien remue la queuë, non pas pour toi, mais pour le pain. (Kritzinger, 141a.)

It.: Muove la coda il cane, non per te, ma per il pane. (Bohn I, 110.)

Port.: Bole com o rabo o cāo, nāo por ti, senāo pelo pāo. (Bohn I, 269.)

Span.: Menea a cola el can, no por tí, sino por el pan. (Bohn I, 232.)


262. Der Hund wedelt mit dem Schwanze, wenn man ihm einen Bissen gibt.

Er bezeigt sich dankbar.

Bohm.: I pes pomní, kdo ho krmí. – I pes pamatuje, kdo mu dobrotuje. (Čelakovsky, 50.)


263. Der Hund wedelt nicht umsonst mit dem Schwanze.

Span.: Menea la coda el can, no por tí, sino por el pan. (Cahier, 3275.)


264. Der Hund wedelt so lange mit dem Schwanze, als er den Knochen sieht.

Die Russen: Hältst du dem Hunde den Knochen vor, dann betet er dich mit Wedeln an; hat er den Knochen verschlungen, dann bellt er Flüche hinter dir her. (Altmann VI, 447.)


265. Der Hund wehrt sich, wann man jhm will das bein nemen.Lehmann, 398, 20 u. 894, 6.

»Der Hund, dem man sein Stück Fleisch wegnehmen will, wehrt sich mit seinem Leben um den Besitz desselben, wenn dieser auch ein völlig unrechtmässiger ist, und er es eben erst aus der Küche eines andern gestohlen hat.« (Vogt, Thierstaaten, 191.) Dadurch unterscheidet er sich wesentlich vom Menschen, der sich seine angeborenen Rechte rauben lässt, ohne sich zu wehren.


266. Der Hund weiss am besten, wo er das Fleisch gestohlen hat.

Böhm.: Ví pes, čí sádlo snĕdl. (Čelakovsky, 372.)

Poln.: Kto jada flaki (drštky, drŭbky) mówi, że każdy taki. (Čelakovsky, 372.)


267. Der Hund, welcher den Knochen verdient, bekommt ihn nicht.


268. Der Hund, welcher die Trüffeln sucht, darf sie nicht fressen.Sprichwörtergarten, 13.

Der Mensch soll nicht nur dann etwas Gutes thun, wenn er weiss, was ihm dafür wird.


269. Der Hund, welcher in der Küche liegt, wird nicht verhungern.


270. Der Hund, welcher sich zu den Wölfen gesellt, kann leicht mit ihnen erschlagen werden.


271. Der Hund, welcher unten liegt, wird von allen gebissen.

Dän.: Naar hunden ligger under, bide hem alle. (Prov. dan., 313.)

Holl.: Alle honden bijten den hond, die onder ligt. (Harrebomée, I, 315.)


272. Der Hund wendet sich zum eigenen Gespei.Eiselein, 329.

Lat.: Canis reversus ad vomitum. (Eiselein, 329.)


273. Der Hund will von der Schwarte nicht.


[831] 274. Der Hund wird (dadurch) nicht ledig, ob er schon in die Ketten beisst.Lehmann, II, 82, 54; Eiselein, 327; Simrock, 4997; Braun, I, 1523.

Ein Uebel wird durch Murren nicht geringer, noch weniger abgewandt.

Dän.: Hunden bliver ei løs, om han end bider i lænken. (Bohn I, 379.)


275. Der Hund wird oft geschlan, auch wenn er nicht ins Haus gethan.

Mhd.: Der hunt wirt zuwîlen geschlân umb daz der lebe hât getân. (Morolf.) (Zingerle, 75.)


276. Der Hunde Bellen hindert niemand.Körte, 2998.


277. Der Hunde Bellen jagt das Schwein aus dem Walde.Körte, 2999.


278. Der Hunde Bellen macht's nicht, dass die Pferde hinken.


279. Der Hunde Gebete reichen nicht bis in den Himmel.Winckler, XIX, 29.


280. Der Hundt bellt doch, ob man jhm schon den Schwantz abschneid.Lehmann, 101, 64.

Was im Wesen eines Dinges begründet ist, dem wird durch äussere Abänderungen nicht abgeholfen.


281. Der Hundt schnappt nach dem schatten im Wasser vnd verliert das Fleisch auss dem Mundt.Lehmann, 250, 13.


282. Der hungrige Hund fürchtet keinen Stock.


283. Der ist ein guter Hundt, der nur einem Wildt nachjagt.Lehmann, 902, 30.


284. Der junge Hund schämt sich nicht, er trägt den Schlaf (Unreinigkeit) in den Augen mit sich herum (oder: er geht ungewaschen aus). (Surinam.)

Von denen, die alle Rücksichten auf den äussern Anstand aus den Augen setzen.


285. Der klügste Hund begreift nicht, warum die Ziege Kohl frisst.Altmann V, 110.


286. Der knurrende Hund bekommt die kleinsten Brocken.


287. Der kranke Hund sucht schon frühzeitig sein Heilkraut.

Man soll nicht zu spät Hülfe suchen, sondern sich bald an den Arzt wenden.

Frz.: Le chien au matin à l'herbe va pour son venin. (Bovill, III, 202.)

Lat.: It matutinus canis ad herbam. (Bovill, III, 202.)


288. Der letzte Hundt fängt bissweilen noch den Hasen.Lehmann, 451, 11.

Dän.: Den sidste hund fanger og ofte haren. (Prov. dan., 312.)

Lat.: Praestat sero, quam non venire. (Binder II, 2640; Lehmann, 451, 12.)


289. Der löppt gên Hund söven Jahr dull.Bueren, 164; Hauskalender, I.


290. Der schlimmste Hund hat den schönsten Schwanz.

Frz.: A méchant chien belle queue. (Leroux, I, 106.)


291. Der schlimmste Hund kriegt oft die besten Beine. Winckler, IX, 2.


292. Der sünd mehr Hunde ass Bünke.Bueren, 166; Hauskalender, I.


293. Der vorderste Hund fängt den Hasen.

Oft auch der letzte.


294. Des Hundes Bellen wird den Himmel nicht erschellen.


295. Dess Hundes bellen jagt die Saw auss dem Walde.Petri, II, 118.


296. Diar an Hünj slâu wal, fant sâcht an Knappal. (Nordfries.) – Johansen, 144.

Auf Amrum: Diar an Hüünj slaau wal, kaan lagt an Staak finj. Auf Sylt: Diär en Hün' slaa wel, di fendt saagt en Stok. (Haupt, VIII, 355, 80.) – Wer einen Hund schlagen will, findet leicht einen Knüppel.


297. Diar lêpt nian Hüünj sööwen Juar dol of hi fant sin Steed. (Amrum.) – Haupt, VIII, 362, 181.


298. Die ärgsten Hunde sind die hinterwärts beissen.


299. Die eigenen Hunde, die eigenen Knochen.

Dän.: Vore egne hunde skulle gnave vore egne beene. (Prov. dan., 312.)


300. Die ersten Hund wirft ma gern in' Boach. (Niederösterreich.)

Erste Versuche, erste Liebschaften u.s.w. mislingen meist. In Bezug auf 300 und 301 vgl. oben auch 104 und 105.


[832] 301. Die ersten Hunde ertränkt man gern (werden ersäuft). (Oberösterreich.)

Beim Kartenspiel gebräuchlich, um zu sagen: Die anfangs gewinnen, verlieren am Ende.


302. Die Hund, die die Wölff verjagen, sind so gut, als die sie fangen.Lehmann, 397, 14.


303. Die hund, die vil bellen, beissen nit.Tappius, 39a; Latendörf II, 8; Lehmann, 135, 13; Binder II, 2994.


304. Die Hund flohen einander.Gessner, Thierbuch, LIIIIa.

»Was dahin gedeutet wirt, so ein böser bub ein nichtsölligen tropffen lobt.«


305. Die Hund nemen den Kindern das Brot, nicht den Alten.Petri, II, 132; Henisch, 524, 25.


306. Die Hunde beissen sich erst Wunden, dann lecken sie dieselben.


307. Die Hunde bellen, die Wölfe heulen und die Pfaffen lügen.


308. Die Hunde bellen wider die, so Stäbe tragen.Eiselein, 330.


309. Die Hunde des Dorfes beissen sich untereinander; aber wenn der Wolf kommt, sind sie Freunde.

Wenn der Wolf kommt, sagen die Tataren, thun sich die (zankenden) Hunde zusammen und treiben ihn zum Dorfe hinaus.


310. Die Hunde, die am meisten bellen, beissen am wenigsten.


311. Die Hunde, die so arg bellen, sind lange nicht die schlimmsten.Schulfreund, 88, 138.


312. Die Hunde fressen schwerlich Bratwürste, sie stehlen sie denn.Simrock, 5022; Körte, 3021; Braun, I, 1542.


313. Die Hunde haben überall Zähne.

Holl.: Honden hebben tanden in alle landen. Harrebomée, I, 293; Bohn I, 328.)


314. Die Hunde heben das Bein auf und saichen an die Wand, dass sie ihre Schuhe nicht besaichen.Eiselein, 330.


315. Die Hunde laufen nicht dem Manne nach, sondern dem Knochen.


316. Die Hunde scharren hinter sich.


317. Die Hunde schwinden, wo sie nichts zu fressen finden.


318. Die Hunde sind nicht schuld, dass die Hasen sterben.


319. Die Hunde vor dem pfarrig seyn sollten, seynd vielmals selber Wölffe.Franck, Weltbuch, XLVa.


320. Die Hunde wären gut, aber die Jäger taugen nichts.

Gute Truppen, schlechte (feige, ungeschickte, übelgesinnte) Anführer.

Frz.: Les soldats sont bons, mais les chefs ne valent rien.


321. Die Hunde wurden satt und beschenkten einander mit den Ueberbleibseln.Burckhardt, 357.

Die Aegypter gebrauchen dies Sprichwort, was uns sehr unzart erscheinen muss, von der Freigebigkeit der Paschas und anderer hohen Personen gegeneinander.


322. Die Hundt werden offt von ihren Herrn so geängstiget, dass sie die Zähne gegen sie blecken.Lehmann, 805, 8.

323. Die kleinen Hunde hetzen die grossen aneinander.


324. Die Majätzischen Hund sind nur gewohnt zu bellen, aber nicht zu beissen.

»So antwortete der Erzbischof Arnold von Mainz um das Jahr 1156 denen, welche ihn vor einem baldigen Aufruhr seiner Bürger warnten.« (Crusius, I, 601b.)


325. Die todten hund beissen nit.Tappius, 15b.


326. D'n Hond muss me de Bä lass on d'n Bauer di Kermes.Frommann, II, 410, 114.


327. Dö ersten Hund trenkt ma ge'n. (Oberösterreich.) – Baumgarten, 80.


328. Dre Hunde an em Knocken verdräget sik sellen. (Waldeck.) – Firmenich, I, 325, 8.


329. E schüche (schüchterner) Hung isch nit feiss. (Solothurn.) – Schild, 63, 82.


[833] 330. Eh' de Hund schött, öss de Has' längst äwer alle Barg.Frischbier2, 1734.

Zum Langsamen, der zur Sache zu spät kommt.


331. Eher will ich den Hund fressen, als mich vom Hunde fressen lassen.

Dän.: Før eder jeg af hunden, end hunden af mig. (Prov. dan., 134.)


332. Eigne Hunde, theure Jagd.

Holl.: Eigen honden, duurkoop jaagt. (Harrebomée, I, 318.)


333. Ein alter Hund bellt nicht umsonst.

Frz.: Vieux chien n'aboie pas en vain. (Bohn I, 63.)

It.: Cane che morde (Cane vecchio) non abbaia in vano. (Pazzaglia, 40, 7; Bohn I, 76; Gaal, 923.)

Holl.: Een oude hond bast niet zonder oorzaak. (Harrebomée, I, 318.)


334. Ein alter Hund geht traurig an seine Ruhe.Petri, II, 164.


335. Ein alter Hund gewöhnt sich schwer an ein Halsband.

It.: Can vecchio non s'avezza a portar collare. (Bohn I, 77.)


336. Ein alter Hund ist schwer zu dressiren.


337. Ein alter Hund lernt keine Kunststücke.


338. Ein alter Hund lernt nimmer stehen.Eiselein, 334.

Engl.: An old dog will learn no tricks. (Eiselein, 334; Kritzinger, 483a.)

Ung.: Késö az agg ebet táncra tanitani. (Gaal, 926.)


339. Ein alter Hund lernt schwer tanzen.


340. Ein beissiger Hund bellt, ob er schon kein vrsach hat.Lehmann, 101, 66.

Dagegen die Italiener: Can che morde non abbaia in vano. (Bohn I, 76.)


341. Ein bellender Hund taugt nichts zur Jagd.

Port.: Cāo que muito ladra nunca bom para a caça. (Bohn I, 271.)


342. Ein bissiger Hund hat keinen festen Schlaf.

Frz.: Chien dangereux sans meraude se couche. (Leroux, I, 105.)


343. Ein bissiger Hund kommt ohne Schwanz nach Hause.

Frz.: A mauvais chien la queue luy vient. (Leroux, I, 106.)


344. Ein bissiger Hund zeigt die Zähne nicht. Schlechta, 44.


345. Ein blöder Hund erhascht selten einen Knochen.

Lat.: Pudor egenti viro inutilis. (Ph