Igel

1. Der Igel ist ein witzig Thier, ist für vnnd für wider sein feind gerüst.Lehmann, 213, 31.


2. Der Igel wird oft von einem kleinen Hunde gefasst.

Dän.: Ofte gribes vild basse af liden hund. (Prov. dan., 563.)


3. Der Ijel let sich nit zem Uorschwäsch brochen.Schuster, 1113.


4. Ein hungriger Igel fängt die meisten Mäuse.


5. Einen zornigen Igel fängt man nicht mit den Händen.

Port.: Nunca se matou ouriço cacheiro ás punhadas. (Bohn I, 287.)


6. Igel haben porsten (Stacheln).Lehmann, 895, 15.


7. Igel und böse Mäuler stechen von allen Seiten.


8. Je länger der Igel die Geburt verschiebt, desto stachliger kommt sie ihm an.


9. Man mag den Igel angreifen, wo man will, so sticht er.

10. Wenn man den Igel anrührt, so pörsselt er sich.Eiselein, 341; Simrock, 5233.


11. Wer den Igel streichelt, muss sich nicht über die Stiche beklagen.


12. Wer einen Igel fassen will, muss gute Handschuhe haben.

Böhm.: Jest vĕru vĕc tĕžká pĕstí zabiti ježka. (Čelakovský, 350.)


*13. A hot schrecklich vîl Igel ze birschten. (Schles.) – Frommann, III, 416.


*14. Aus einem Igel ein Stachelschwein machen.


*15. Da liegt der Igel im Hag.


*16. Da möcht' ich lieber ann Igel zum Oarwisch nahm'n. (Hirschberg.)


*17. Einen Igel an jemand zu käwen finden.Luther's Tischr., 207.

Einen Widersacher an ihm finden.


*18. Er hat einen Igel im Magen.Körte, 3182.

Der will immer schwimmen und stachelt, wenn's trocken ist.


*19. Er hat Igel im Munde.

Ist stachelig.


*20. Er hat immer Igel zu bürsten.

Hat es immer sehr eilig, thut sehr geschäftig.


*21. Er ist wie ein Igel, er sticht, wo man ihn anrührt.


*22. Wenn die Igel einander küssen.Eiselein, 342.

Lat.: Prius duo echini amicitiam ineant. (Eiselein, 342.)


*23. Wann de Igel eist in sîinen Loeke sittet, dann weark he sick met sînen Stacheln. (Büren.)


*24. Zwei Igel werden eher Freundschaft machen.

Und zwar noch, wie Suidas hinzufügt, Land- und Seeigel; von denen, die durch ihre Studien und ihren Charakter so weit auseinandergehen, dass man keine Hoffnung hegen darf, dass sie je ein engeres Freundschaftsverhältniss anknüpfen werden.

Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 2. Leipzig 1870, Sp. 957.
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