Igel

Igel

[438] Igel (der) ist ein Säugthier, welches zu den Raubthieren gerechnet wird, weil es sich größtentheils von andern Thieren nährt.

Er zeichnet sich vornehmlich durch seine mit Stacheln besetzte Haut aus, welche ihn ganz bedeckt und gegen die Angriffe seiner Feinde sichert, sobald er sich zusammenrollt und dabei Kopf, Beine und Schwanz verbirgt. Die Stacheln des gemeinen Igels beginnen oberhalb der Stirn und gehen über den ganzen Oberleib bis zu dem kurzen Schwanze. Der Untertheil seines Körpers ist mit borstenartigen, gelblichen und schwarzgefleckten Haaren besetzt. Schnauze und Füße sind schwarz, der Kopf ist gerunzelt und an den Nasenlöchern ragt ein kammförmiger Rand hervor. Er erreicht eine Länge von höchstens einem Fuße und wird nicht ganz halb so hoch. Im Winter schläft er, im Sommer halt er sich bei Tage verborgen und geht des Nachts auf Raub aus. Er frißt Mäuse, Maulwürfe, Kröten, Frösche, Schlangen und andere kleinere Thiere, aber auch Obst, Wurzeln, Beeren u. dergl. Man findet ihn in der ganzen alten Welt und zuweilen wird er von gemeinen Leuten in Zimmern gehalten, um die Mäuse wegzufangen. Bei den Kalmücken und Tataren sollen die Igel förmlich Hausthiere sein. Die in Thüringen übliche Eintheilung der Igel in Hundigel und Schweinigel beruht auf keinem durch die Natur begründeten Gattungsunterschiede.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1838., S. 438.
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