Einkaufen

1. Jeder kauft ein nach seinem Verstande.

It.: Ogn' un va col suo senno al mercato. (Pazzaglia, 330, 2.)


2. Tewr einkauffen, wenn die Wahr wolfeil ist, vnd wolfeil verkauffen, wenn sie tewr ist, macht mit Gott, Ehren vnd gewissen reich.Petri, II, 545; Körte 5936 u. 7443.

Es war dies der geschäftliche Grundsatz des jüdischen Kaufmanns Israel Jakob zu Halberstadt. Wenn man ihn fragte, wodurch er so reich geworden, verwies er auf denselben und erläuterte ihn dahin: »Ich habe stets die beste Waare um einen Groschen theuerer eingekauft und um einen Groschen wohlfeiler verkauft wie andere, das ist das ganze Geheimniss.« Er starb am 11. November 1803.


3. Wer einkauft, hat hundert Augen nöthig, wer verkauft, hat an einem genug.Sailer, 270.


4. Wer übel einkauft, kann nicht gut verkaufen.

Frz.: Qui mal achète, mal vend. (La Guerre de Genève, S. 29.)

Von diesem im Jahre 1534 erschienenen Buche ist im September 1863 zu Genf (imprimerie de Jules Guillaume Fick) ein Neudruck veranstaltet, es sind aber nur 75 Abzüge genommen worden.


5. Wolfeil einkauffen thut wolfeil verkauffen. Henisch, 852; Petri, II, 809.


*6. Er hat sich beim Einkaufen seine Pfeife geschnitten.


*7. Er kauft ein mit fünf Fingern.

Stiehlt.

Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 1. Leipzig 1867, Sp. 790.
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