September

1. Der September ist der Mai des Herbstes.

Bauernsprichwort in Burgund. Septembre est le Mai de l'automne. (Leroux, I, 82.)


2. Der September ist wie März und Juni wie December, ohne Scherz.Boebel, 105.

Wie den Deutschen der September zur Vergleichung dient, so glaubt man in Oberitalien aus der Witterung desselben die der folgenden sieben Monate erkennen zu können. In Venetien sagt man daher: Nach dem Septembermonat richten sich sieben Monate.


3. Der September mästet die Faulen.

Weil es in diesem Monat überall zu essen gibt. In Italien sagt man daher: Im September werden die Narren fett und man nennt jemand, der sich auf diese bequeme Weise nährt, ein Septembergesicht.


4. Im September lass mit Melonen und Leinwandhosen dich verschonen.

Empfehlen die Lombarden.


5. Im September und August trink' alten Wein, lass stehn den Most.

Frz.: C'est de la moûtarde aprés diner. – Vous venés comme la moûtarde aprés le souper. (Kritzinger, 471a.)


6. Wenn der September noch donnern kann, so setzen die Bäume viel Blüten an. (Duisburg.) – Boebel, 107.


[Zusätze und Ergänzungen]

7. Nach dem September richten sich sieben andere Monde.

It.: La luna settembrina, altre sette ne trascina. (Giani, 1548.)


8. Sind im September die Kartoffel gerathen, schmeckt dazu ein Schweinebraten.Egerbote, 1879.


9. Was der September nicht kocht und brät, dann an der Traube nicht geräth.Egerbote, 1876.


10. Wittert's im September noch, liegt im März der Schnee noch hoch.Payne, 31.


Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 4. Leipzig 1876.
Lizenz:
Kategorien: