[1⇒] 1. Ach du grosser Gott, was lässt du für kleine Kartoffeln wachsen! – Frischbier2, 1334.
2. Ach Gott, ach Gott, seggt Leidig's Lott, all Jahr e Kind on kein Mann! (Insterburg.) – Frischbier2, 1335.
3. Ach, du lieber Gott, gib unserm Herrn ein'n sel'gen (bald'gen) Tod, auf dass uns bleibt ein Bissen Brot.
Die Russen: Gottchen, krümm' unsers Herrn Buckel nicht, damit wir gerade gehen können. (Altmann V, 88.)
4. Ach Gott, ach Noth, kein Geld, kein Brot, kein Kleid, kein Schuh, viel Läus', kein Ruh'. – Frischbier2, 1336.
5. Ach Gott, der du die Lilien auf dem Felde kleidest, sagte der Pastor, kleide doch auch meine Frau und Tochter!
6. Ach Gott, lass dich erbarmen, die Reichen fressen die Armen, der Teufel frisst die Reiche, so werden sie gefressen zugleiche.
7. Ach Gott vom Himmel, hätt' ich Tscheschen und Gimmel, hätt' ich Hünern und Dahse, hätt' ich Fröschen und Lahse, hätt' ich Gross-Panken1 und Klein-Panken2, wollt' ich Gott vom Himmel danken.
1) Pantke.
2) Acht unweit Winzig im Kreise Wohlau gelegene Dörfer.
8. Ach Gott, wât is de Welt grôt, säd' de Jung, un sêt achter'n Kohlkopp. (S. ⇒ Welt.) (Holst.) – Hoefer, 509.
9. Ach Gott, wie geht es jmmer zu, an arme wischt man stets die schuh. – Gruter, III, 3.
10. Allein Gott die ehr, sonst niemand mehr. – Henisch, 813, 54.
11. Allein gott kan vber Land heilen. – Henisch, 1709, 67.
12. Alles mit Gott! – Kirchhofer, 129; Sailer, 215.
Inschrift an einem Hause in Hannover.
Lat.: A Jove principium. (Kruse 2.)
13. Alles mit Gott, so hot's kêne Noth. (Waldeck.) – Curtze, 363, 580; Hertz, 3.
14. Alles steht in Gottes Hand! – Simrock, 3897.
Durch Gott ist schon gar viel geschehen, sagen die Russen. (Altmann VI, 506.)
15. Alles mit Gott vnd ehrn. – Gruter, III, 4; Lehmann, II, 34, 26.
Die Kroaten sagen: Alles mit Gott und mit Verstand. (Reinsberg II, 1.)
16. Alles nach Gottes Willen. – Blum, 31.
Ein Wort der Ergebenheit in den Willen Gottes.
17. Alles zu Gottes Ehre, sagen die Jesuiten, wenn sie ein Schelmstück üben. – Klosterspiegel, 43, 23.
18. Alles zu Gottes Ehre und dem Vaterland zum Besten. – Frischbier, 4345.
Inschrift unter einem der 60 Felder in der alten kaufmännischen Börse in Königsberg.
19. Als Gott den Adam schuf, meinte der Floh, er habe es gethan um seinetwillen.
Ironie auf diejenigen, welche sich zum Mittelpunkte der Natur machen und meinen, der Mond habe den Zweck, ihnen zu leuchten, wenn sie aus dem Wirthshause oder von der Kirmes nach Hause gehen.
20. Als Gott een Menschen plagen will, so bijt hem en Muyss wel doot. (Niederl.) [⇐1]
[2⇒] 21. Also hat Gott die Welt geliebt und der Pfaff' seine Köchin. – Eiselein, 254; Simrock, 4015; Braun, I, 935.
22. An Gott nicht verzag', dein Glück kommt alle Tag'. – Kirchhofer, 130; Latendorf II, 6.
Dän.: Ingen mishaabe om Gud og lykken. (Prov. dan., 415.)
23. An Gottes Hofe hat auch der Arme unangemeldet Zutritt.
Bei den Russen ist das anders; sie behaupten: Gottes Herrenhof steht offen, aber nur der Edelmann hat Zutritt. (Altmann V, 131.)
24. An Gottes segen ist alles gelegen. – Lehmann, 148, 119; Sprichwörterschatz, 107; Mayer, I, 203; Abh., 1; Blum, 38; Büttner, 37; Hermann, III, 18; Müller, 29, 2; Hollenberg, II, 58; Körte, 2296; Simrock, 3860; Braun, I, 906; Kirchhofer, 129; Teller, 605; Steiger, 89; Ramann, II, Pred., II, 266; Ramann, Unterr., II, 20.
Der Spruch ist sehr beliebt als Hausinschrift, so findet er sich z.B. in Halberstadt an den Häusern: Breitenweg Nr. 630, Unterpaulsstrasse Nr. 901 und Dominikanerstrasse Nr. 126. (Vgl. K. Scheffer, Inschriften und Legenden halberstädter Bauten, Halberstadt 1864, S. 38.)
Frz.: Bien ne réussit ou ne prospère si Dieu n'y donne sa bénédiction. – En peu d'heures Dieu labeure.
Holl.: Aan Godes zegen is 't al gelegen. (Harrebomée, I, 240.)
Ung.: Miénk a reménység, de Istenben áll a kimenetel. (Gaal, 779.)
25. An Gottes Tafel essen alle aus Einer Schüssel. – Sprichwörtergarten, 312.
In Bezug auf Gleichberechtigung.
26. An Gottes Wage täuscht die Zunge nicht.
Die Russen: Auf Gottes Wage wiegt die Tugend schwerer als Gold. (Altmann VI, 506.)
27. An Gottes Wort dich halt allein, wilt du für abgunst sicher sein. – Henisch, 1701, 1.
28. An Gottes Wort halt dich am meisten und gib nicht Glauben allen Geisten.
29. Auf Gott, aber nicht auf alle Menschen kann man sich verlassen.
30. Auf gott trawen ist das beste glück. – Henisch, 1714, 37.
31. Auf Gott vertrau', arbeite brav und leb' genau. Simrock, 3857; Braun, I, 222.
32. Auf Gott vertraut, ist wohl gebaut. – Parömiakon, 2293; Braun, I, 907.
33. Auf Gottes Gnad', der Welt zum Trutz, trau' ich allzeit, er ist mein Schutz. – Hertz, 10.
Inschrift an einem Hause in der Schweiz.
34. Auf Gottes Wegen ist Gottes Segen.
Holl.: In Godes wegen is Godes zegen. (Harrebomée, I, 244.)
35. Auf zu Gott, der Teufel holt die Haut. – Simrock, 10227.
36. Auff Gott vnd glück verzage keiner nicht. – Gruter, III, 7; Lehmann, II, 36, 72.
37. Aus Gottes Wort musst du keine Riemen schneiden, sie könnten dich leicht zu Tode geiseln. – Sailer, 382.
38. Bä God äs aless mejlich. (Siebenbürg.- sächs.) – Schuster, 622.
39. Befiehl Gott alle deine Sachen, was gilt's, er wird's gewiss wohl machen. – Hertz, 12.
Inschrift an einem Hause in Franken. [⇐2]
[3⇒] 40. Behüet vns Gott vor grossem glück, gnädigen Herren vnd gesunder Speiss. – Henisch, 1659, 46; Lehmann, 344, 35; Lehmann, II, 46, 10; Simrock, 3816.
41. Behüt einen Gott vor denen, welchen einer trawet, denn den man nit trawet, vor denen hüt sich einer selbst. – Lehmann, 324, 56.
42. Behüt uns Gott und der grosse Zar. (Russ.) – Berckenmeyer, 378.
43. Behüt uns Gott vor Feuer, vor Zimmerleut und Mäuer; die eine Stunde arbeiten sie, die andere Stunde essen (saufen) sie; die dritte rauchen sie Taback und so vergeht der ganze Tag. (Köthen.)
44. Behüt uns Gott vor Feuersbrunst, vor Miswachs und vor theurer Zeit, vor Maurern und vor Zimmerleut. – Hertz, 28.
Inschrift an einem Hause in Tirol.
45. Behüt uns Gott vor theurer Zeit, vor Maurer und vor Zimmerleut', vor Schinder und Exequirer, vor Doctor und Barbierer.
46. Behüt vns got vor gabelstichen, sie (drei) machen drei (neun) löcher. – Franck, II, 100b; Gruter, I, 7; Schottel, 1142a; Eiselein, 201; Sailer, 86; Körte, 1736; Simrock, 1709.
Aus dem Bauernkriege, wo Aexte, Sensen, Sicheln und namentlich dreizackige Heugabeln die Waffen der ländlichen Bevölkerung bildeten. Dergleichen »Gabelstiche« verursachten gar gefährliche Wunden.
47. B'hüt uns Gott vor Gabelstich, drui môl geit neun Löcher. – Nefflen, 452; Henisch, 1330, 17; Petri, III, 7.
Gegen Verleumder, Verführer und allerlei arge und gefährliche Leute. Erinnert wol an die Kampfweise im Bauernkriege.
Frz.: Dieu me garde de la douce façon et gentile du prince de Condé et de l'esprit et du curedent de l'amiral (Coligny). (Leroux, II, 4.)
Holl.: Zacht met uwe gaffel-steken, de drie maken negen gaten. (Harrebomée, I, 198.)
48. Bei Godd is alles möglick, sêi den1 Bûr, du (da) brocht hei (er) de Rünn2 no de Hengst. (Kleve.) – Firmenich, I, 381, 6; Hoefer, 101.
1) Sagte der.
2) Wallach, von runen= schneiden, in der Bedeutung ein Thier verschneiden. – Spott auf die Dummheit, die Unmögliches erreichen will.
49. Bei Gott gilt der Bauer so viel als der Edelmann. – Sailer, 217; Simrock, 4001; Sprichwörterschatz, 130.
Lat.: Deus habet nullam exceptionem personarum. (Fischer, 65, 41.)
50. Bei Gott gilt der Schatz mehr als die Truhe. – Parömiakon, 1471.
51. Bei Gott gilt die Secunde so viel als die Stunde.
52. Bei Gott ist kein Ansehen der Person. – Apostelgesch. 10, 34; Schulze, 251.
Dän.: Gud anseer ikke personer. (Prov. dan., 30.)
Lat.: Non enim est acceptio personarum apud deum. (Schulze, 251.)
53. Bei Gott ist kein Ding unmöglich. – Matth. 19, 26; Luc. 1, 37; Petri, I, 47; Schulze, 222; Lange, 71; Zehner, 479; Simrock, 3899; Braun, I, 902.
Gott, sagen die Russen, thut auch heute noch Wunder. Und die Serben: Gott ist der alte Wunderthäter. (Reinsberg II, 2.)
Dän.: Hos Gud er ingen ting umuelig. (Prov. dan., 258.)
Frz.: Dieu peut tout.
Holl.: God is alles dincs mechtich. (Tunn., 7, 5.)
Lat.: Coelestes (Dii) omnia possunt. (Binder II, 518; Philippi, I, 120; Lang, 71.) – Cuncta potest facere deus omnipotens, scio vere. (Fallersleben, 355.)
54. Bei Gott ist kein Ding unmöglich, sagte der Bauer; da brachte er einen jungen Ochsen zum Schulmeister (Professor).
55. Bei Gott ist kein Ding unmöglich, sagte jener, und bestellte acht Tage nach der Hochzeit das Taufen.
56. Bei Gott ist sagen und thun eins.
Böhm.: Boha ríci učiniti jest.
57. Bei Gott sind alle Dinge möglich. – Eiselein, 249.
Lat.: Omnia sunt magnis facta proclivia divis. (Eiselein, 249.)
58. Bei Gott und bei besoffenen Zimmergesellen ist kein Ding unmöglich.
Aus Zar und Zimmermann sprichwörtlich geworden. [⇐3]
[4⇒] 59. Bei Gott zählt man nichts als blosse Nullen. – Parömiakon, 2620.
Gegen den Stolz.
60. Berath dich Gott bricht keinem den Steck. – Petri, II, 33.
61. Beschert Gott das Weib, so beschert er auch den Jungen, sagte der fromme Mann; da betete er vor seiner Frauen Bette.
62. Beschert Gott den Hasen, so beschert er auch den Wasen (Rasen). – Lehmann, II, 47, 25; Simrock, 3855; Körte, 2323; Sailer, 72; Braun, I, 923; Eiselein, 253; Kirchhofer, 129; Sprichwörterschatz, 76; für Waldeck: Curtze, 364, 598.
Die Russen: Wenn Gott der Störche Schnabel verlängert, so dehnt er auch die Leiber der Eidechsen. (Altmann V, 121.) Gott gedenkt auch der Gallwespen, indem er der Eichen gedenkt. Gott gedenkt der Rosen und des Frühlings zur selbigen Stunde. (Altmann V, 118 u. 119.)
Lat.: Vitae dator et dator escae est. (Seybold, 641.)
Ung.: Kinek Isten nyulat ád, füvet is ád hozzá. (Gaal, 859.)
63. Beschert Gott die Pfarre, so gibt er auch die Guarre1. – Eiselein, 253.
1) ⇒ Geige (s.d. 24), Frau.
64. Beschert Gott ein glück, so befinden sich allzeit zwey vnglück darbey. – Henisch, 1666, 28.
Lat.: Juxta unum bonum duo mala hominibus distribuit Deus. (Seybold, 269.)
65. Beschert Gott ein stückh fleisch, so wils gemeinlich der Teuffel sieden vnd anrichten. – Lehmann, 88, 5.
66. Beschert Gott Glück, es geht nimmer1 zurück. – Petri, II, 33.
1) Henisch (1659, 54) hat, wol nur Druckfehler: immer.
67. Beschert Gott Glück, so brauch's mit klarem (rechtem) Blick.
68. Beschert Gott glück, so gebrauch's mit Schick. Aehnlich Henisch, 483, 39.
69. Beschert Gott glück vnd hail, so wird man frech vnd gail. – Henisch, 1659, 59; Petri, II, 33; Gaal, 769.
70. Besser Gott als der Welt gefallen.
71. Besser Gott dienen als den Menschen.
Holl.: Het is gemakkelijker God dan de wereld te dienen. (Harrebomée, I, 243.)
72. Besser in Gottes Halle gedarbt, als in des Teufels Küche geschwelgt. – Sprichwörtergarten, 250.
Die Friesen sagen: Besser in Gott ruhen, als in der Welt wühlen. (Reinsberg II, 10.)
73. Besser mit Gott und gutem Gewissen ein armer Hauer oder Haspler, denn mit dem Teufel und bösem Gewissen ein gewaltiger Fundgräber.
74. Besser sich an Gott zu wenden als an seine Heiligen.
Die Osmanen sagen: Was du verlangst, verlange von Gott, nicht von seinem Diener. (Schlechta, 434.)
Frz.: Il ne faut point puiser au ruisseau, quand on peut puiser à la source. (Lendroy, 1257.) – Il vaut mieux s'adresser a Dieu qu'à ses Saints. (Leroux, I, 14.)
75. Bete zu Gott, aber erzürne den Teufel nicht.
76. Bewahr' uns Gott vor grossem Glück.
It.: Non hanno gli uomini il maggior nemico che la troppa prosperità. (Gaal, 757.)
77. Bezahlt Gott nicht zur Stunden, so bezahlt er zuletzt mit Heller und Pfunden.
Holl.: God betaalt alle weken niet, maar hij betaalt eens op het einde. (Bohn I, 319.)
78. Bey Gott ist kein betrug. – Henisch, 1705, 36.
79. Bey Gott ist Raht vnd That, krafft vnd stärcke. – Henisch, 1711, 29; Gall, 779; Blum, 32; Sprichwörterschatz, 228; Teller, 630; Sailer, 215; Simrock, 4004.
80. Bey Gott mann allzeit hülffe findt wider der Welt vntrew geschwind. – Henisch, 1550, 66.
81. Bey Gott seind alle dinge möglich. – Henisch, 1712, 20.
82. Bey Gott stehet das Recht. – Petri, II, 43.
83. Bey Gottes Wort vnd gutem rheinischen Wein geblieben, ist kein böss Arbeit. – Petri, II, 43.
84. Bist du Gottes Sohn, so hilf dir selbst.
Die zum Sprichwort gewordene Spottrede über Jesum am Kreuz, von dem auf sich selbst angewandt, welcher, von anderer Hülfe verlassen, auf die eigene Kraft angewiesen ist.
Frz.: Docteur, guéris-toi, toi-même. [⇐4]
[5⇒] 85. Bistu in got, so förcht keyn not. – Franck, I, 58b; Henisch, 1706, 57; Lehmann, II, 48, 45; Sailer, 219; Körte, 2301; Körte2, 2840.
Engl.: He who serves God, has a good master.
86. Bit Got, dass nit böser werd. – Franck, II, 109b; Eyering, I, 232.
87. Bitte Gott in deiner Kammer, dann geh und schwing den Hammer.
Span.: A Dios rogandoly con el mazo dando. (Bohn I, 194.)
88. Bô de lêwe Gott enne Kerke hät, dô hät de Düwel enne Kapelle. (S. ⇒ Herrgott.) (Waldeck.) – Firmenich, I, 349, 441.
89. Bos (was) Gott zusomme gefügt hat, das brocht d'r Schreiner net ze leime. (Meiningen.) – Frommann, II, 409, 62.
90. Da Gott den Hahnrey schuff, da schuff er die gut Geduld dabey. – Petri, III, 2.
91. Da hätte Gott viel zu thun, wenn er alles so genau nehmen wollte. – Schöner, 3; Sailer, 384.
Lat.: Si quoties peccant homines, sua fulmina mittat Jupiter, exiguo tempore inermis erit. (Ovid.) (Binder I, 1658; II, 3131; Kruse, 1053; Philippi, II, 190; Seybold, 568.)
92. Da hebben wi Gottes Wort swart up witt, säd' de Bur, da sêg he den Prêster up'n Schimmel. (Flensburg.) – Hoefer, 143.
93. Da lebt Gott, da lacht Gott. – Gruter, III, 13.
Die Vorsehung ist für alle da, sagen die Bergamasken. Und die Czechen: Noch ist's der Gott, der er war. (Reinsberg II, 56.)
94. Da sah der liebe Gott zum Fenster heraus und sprach: Ihr Herren, es wird nichts draus. (Schweiz.) – Kirchhofer, 32 u. 131.
Mögen die Leute rathschlagen, die Oberherrschaft ist Gottes.
95. Da wird der liebe Gott seinen Spass mit haben, sagte der Bauer, als er hörte, dass der Hanswurst gestorben sei.
96. Dabei hat Gott nichts gethan, wie bei der Papstwahl. – Eiselein, 502.
Hadrian, der durch den Kaiser Karl V. Papst geworden war, liess Utrecht (seine Vaterstadt), Löwen (wo er Magister geworden) und das Bild des Kaisers auf einer Tafel anbringen mit den drei bezüglichen Inschriften: »Ich pflanzte. Ich begoss. Ich gab das Gedeihen.« Darunter schrieb jemand die Worte: »Hier hat also Gott nichts gethan!«, woraus obiges Sprichwort entstanden ist, dem man aber einen viel allgemeinern Sinn beigelegt hat.
97. Dai Goëd taiket (gezeichnet) hett, sind de slimesten. (Driburg.) – Firmenich, I, 362, 24.
98. Danke Gott, mein Kind, dass du nicht vor das Riber Gericht kamst, sagte die alte Frau; da sah sie ihren Sohn am Galgen zu Warde hängen. (S. ⇒ Aergste, das.) (Jütland.) – Hoefer, 329.
Dän.: Gud bevare os fra Riber ret. (Prov. dan., 257.)
99. Darf Gott gute Hecht und Ochsen und guten rheinischen Wein schaffen, so darf ich sie auch wol geniessen. – Einfälle, 284.
So pflegte Luther zu sagen, und andere sagten es auch.
100. Das ist Gottes arth, wer vnden liegt, der ligt oben. – Petri, I, 10.
101. Das kann allein Gott und der grosse Zar. – Berckenmeyer, 378.
102. Das wolle Gott nicht, denn ich habe meinen Schirm zu Hause gelassen, rief der Pfarrer, der eben um Regen gebetet hatte, als ihm der Küster sagte, es fange an zu regnen, als wenn es mit Mollen vom Himmel komme.
103. Das wolle Gott nymmermehr! – Agricola I, 597.
»Wenn wir ein boss geschrey horen odder ein vnglucke, das yemand geschehen ist aus denen, die wir lieb haben.«
104. Dass dir Gott ein gülden Esel beschere, so hast ein Jahr am schwantz zu zehren. – Gruter, III, 12.
105. Dass dir Gott Licht und Kerze beschere! – Eiselein, 422.
106. Dass es Gott erbarm, sieben Suppen und keine warm. – Kirchhofer, 255; Tobler, 177; Simrock, 10042c. [⇐5]
[6⇒] 107. Dass Gott den Teufel heimsuche, sagte der kranke Bauer, als der Pfaff mit den Worten zu ihm eintrat: Gott sucht den Kranken heim. – Eiselein, 251.
108. Davor behüte mich Gott, sagte der Bauer, als er hörte, dass die warme Sonne alles aus der Erde hervorlocke; da käme mein böses Weib auch wieder heraus.
Holl.: Op zulk een' warmen dag komt alles uit den grond, zei de dominé tegen den boer. Ach, antwordde hij in eenvoudigheid des harten, dat hoop ik toch niet, want dan komt mijn kwaad wijf ook weêrom. (Harrebomée, I, 172.)
109. De Gott vertrôt, de mangelt nich. (Ostfries.) – Bueren, 394; Hauskalender, III.
110. De leiw Gott richt de Küll (Kälte) ümmer na de Klerer in. – Meckl. Kal.; Raabe, 82.
111. De leiwe Gott is en gaud Mann. (Harz.) – Lohrengel, II, 95.
112. De lêw' Gott is ôk in'n Keller, säd' de Mönk, äs he to Win ging. – Hoefer, 764.
113. De lêwe Gott erhält uns olle, äwer doch mannegen verdükert knappe. (Waldeck.) – Curtze, 352, 472.
114. De lêwe Gott heft Mönsche gemakt (oder: lätt Mönsche lewe), awer se sönd ok danau. – Frischbier, 2619.
115. De lêwe Gott lêget ne'mesen en grötter Krüze up, osse hei drägen kann. (Waldeck.) – Curtze, 353, 484.
116. Dem, der Gott zum freund hat, dem kann der Teuffel nicht schaden. – Henisch, 1706, 58.
117. Dem einen gibt Gott Verstand, dem andern Tand.
Engl.: God send you more wit, and me more money. (Bohn II, 563.)
118. Dem einen Gott gut Wetter geit, den andern er durch Pfützen geleit.
»Denn keiner ist glücklich«, wie L. Börne in seinem 44. Briefe aus Paris sagt, »an den Gott nicht denkt, sei es in Liebe, sei es in Zorn, nur an ihn denkt.«
119. Dem ênen givt Gott Botter, dem annern Schit. (Holst.) – Schütze, IV, 46.
120. Dem Gott ehrliche Gaben gan, den ehret billig jederman. – Froschm., T. VI.
121. Dem Gott feind, (der) ist der allerärmbste. – Lehmann, II, 11, 51.
122. Dem ist Gott gnädig, den er erhält ledig. – Fischart, Ehez.
123. Dem mag Gott helfen, der toll will werden.
124. Der alt Got lebt noch. – Franck, II, 17b; Tappius, 21b; Eyering, I, 425; Mayer, I, 204; Eiselein, 251; Kirchhofer, 130; Sailer, 218; Simrock, 3867; Braun, I, 930; Lohrengel, I, 138.
Dän.: Den gamle Gud lever endnu, er midt i verden. – Gud lever endnu. (Prov. dan., 256.)
Engl.: God is where he was. (Bohn II, 362; Gaal, 802.)
Holl.: God leeft nog. – God leeft, die 't alles geeft. (Harrebomée, I, 243.)
Lat.: Adhuc coelum volvitur. (Binder I, 16; II, 74; Erasmus, 883; Eiselein, 251; Gaal, 801; Philippi, I, 8; Seybold, 8.) – Adhuc deus aliquis respicit nos. (Tappius, 21b.)
125. Der alte Gott der Ungarn lebt noch. (Ung.)
Ein echt morgenländisches Sprichwort; man denke an den Jehovah der Hebräer. Ein ähnliches ungarische Sprichwort lautet: Nem rövidültt keze a' Magyarok Istenének. (Gaal, 802.) (Dem ungarischen Gotte wurden die Hände nicht zu kurz.) Die Russen: Gottes Haare wer den nicht grau. (Altmann VI, 506.)
126. Der Gott, der Eisen wachsen liess, der wollte keine Knechte, sagte der Schmiedegesell, und warf den Hammer weg.
127. Der Gott liebt überall, den stürtzt kein Ungefall. – Schottel, 1130a.
128. Der Gott will blenden, der muss viel können. – Eyering, I, 517.
129. Der ist Gott am nächsten, der am wenigsten bedarf.
Dän.: Den er næst Gud som mindst behever. (Prov. dan., 63; Bohn I, 353.)
130. Der liebe Gott hat wunderliche Kostgänger. – Kirchhofer, 131. [⇐6]
[7⇒] 131. Der liebe Gott lässt der Ziege den Schwanz nicht länger wachsen, als sie ihn braucht. (Oberlausitz.)
132. Der liebe Gott sieht alle Jahr einmal vom Himmel; wen er dann bei der Arbeit findet, der muss das ganze Jahr arbeiten, und wen er spazieren gehen sieht, der geht das ganze Jahr spazieren. (Braunschweig.)
133. Der liebe Gott verlässt keinen treuen Bier- und Branntweintrinker. (Ostpreuss.)
134. Der muss Gottes Ehre verletzen, der das Gold sich macht zum Götzen.
135. Der Name Gottes muss sich zu allen Anfängen brauchen lassen.
136. Der, welchem Gott hilft, ist noch besser daran, als der, welcher früh aufsteht. – Sprichwörterschatz, 113.
137. Die auf Gott hoffen, haben stets das Beste getroffen. – Parömiakon, 3173.
Wahlspruch Sigismund's von Polen.
138. Die got förchten, werden gedult haben, bis sie got ansihet. – Franck, I, 51a; Körte, 2330.
139. Die Gott am meisten begabt, schmückt der Kaiser billig mit Adlersfedern.
140. Die Gott blos fürchten, kennen ihn nicht.
141. Die Gott in sich tragen, können alle Teufel jagen.
142. Die Gottes Wort nicht haben, wünschen's; die es haben, verachten's. – Petri, I, 25.
143. Die trawen Gott, sehen keinen Todt. – Petri, I, 27.
144. Dreierlei hat Gott sich vorbehalten: aus nichts etwas zu machen, Künftiges vorher zu wissen und über die Gewissen zu herrschen.
Angeblich ein Wort Stephan's, Königs von Polen.
145. Du kannst Gott keinen blauen Dunst vormachen. – Sprichwörterschatz, 32.
146. Du musst din Gott nig in de Ôgen grîpen. (Holst.)
Gegen die, welche die Gottlosigkeit zu weit treiben.
147. E Gotts Name ist nit g'schwore. (Luzern.)
148. Ehe du Gott suchst, hat (muss) dich Gott schon gefunden (haben). – Sailer, 215; Simrock, 3874; Braun, I, 925; Körte, 2340 u. 2897; Sprichwörterschatz, 13.
Gott kommt, wenn wir ihn am fernsten glauben, sagen die Engländer. (Reinsberg II, 6.)
149. Ehe Gott die Thür schliesst, öffnet er ein Fenster.
150. Ehe Gottes Werck geschehen, so glaubts niemand; wenn sie geschehen sind, so achts niemand. – Petri, I, 29; Henisch, 794, 59.
»Unglaub gehet vorher, Verachtung folgt hernach.«
151. Ehre Gott für allen Dingen, so mag dir nichts misslingen. – Henisch, 803, 23.
152. Ei, behüt uns Gott, ich muss schier zum Krüglein werden und zum Gitterlein herausschauen. (Schweiz.)
153. Ein Got vnd ein gbot. – Franck, II, 5a; Tappius, 6a; Henisch, 1712, 46; Graf, 2, 18; Braun, I, 909; Körte, 2368 u. 2934.
Holl.: Eén God, eén bod. (Harrebomée, I, 242.)
Kroat.: Jedanti Bog a jedna božja vĕrce.
154. Ein Gott, Ein König, Ein Pfarrer, Ein Arzt, Ein Hirt, Ein Weib, Ein Wein sagt wohl zu, und – Frieden; wenn ihrer mehr sind, so verderben sie gemeiniglich.
Dän.: Een Gud, een lov, een konge. (Prov. dan., 258.)
Frz.: Un Dieu, un roi, une loi. (Kritzinger, 244b; Leroux, II, 75.)
Holl.: Een God, ééne vrouw, maar veel vrienden. (Bohn I, 313.)
155. Ein Gott, Ein Rock und Ein Weib. – Simrock, 1941.
156. Ein Gott haben ohn sein Wort, heist keinen Gott haben. – Petri I, 29.
157. Ein Gott und viel Freunde. – Sprichwörterschatz, 4.
Frz.: Un Dieu et plusieurs amis. (Kritzinger, 234a.)
Lat.: Unus Deus et plures amici (parandi). (Tappius, 6a; Gaal, 515; Sutor, 216; Eiselein, 254.)
158. Einen gnädigen Gott haben, macht ein fröhlich hertz. – Petri, I, 29. [⇐7]
[8⇒] 159. Einen Gott und keinen mehr, aber Freund' ein ganzes Heer. – Gaal, 515.
Engl.: One God, no more; but friends good store. (Bohn, II, 96; Gaal, 515.)
160. Einen Gott vnd vil Freundt soll man haben. – Henisch, 1706, 61; Körte, 2370.
Man hat an einem Gott genug, aber nicht an einem Freunde. (Reinsberg II, 21.)
161. Ere, dene god na siner ler, sonst gefelt em nen (kein) denst noch ehr. – Ebstorf, 2.
162. Erst gibt Gott Stein, dann reicht er Helfenbein. – Parömiakon, 3121.
Er gibt die Last, hilft sie aber auch tragen.
163. Es gibt nur ein Gott und ein Kaiser. (Steiermark.) – Sonntag.
164. Es gibt nur Einen Gott, Einen Voltaire und Einen Cagliostro.
Das Leibsprichwort des berüchtigten Betrügers Cagliostro. (Vgl. von Böcklin's Paragraphen, S. 133.)
165. Es ist also, odder Gott todte mich. – Agricola I, 551.
166. Es ist besser in Gottes Hände fallen, als in die Hände der Menschen. – Kirchhofer, 130.
Dän.: Bedre at falde i guds haand end in menneskens. (Prov. dan., 152.)
167. Es ist besser zu Gott reden, als zu seinen Heiligen.
Warum sich an den Pfeil wenden, wenn der Schütze gegenwärtig ist, heisst es im Tamulischen. (Reinsberg III, 122.)
Frz.: II vaut mieux avoir affaire à Dieu qu'à ses saints. (Bohn I, 26.) – Il vaut mieux s'adresser à Dieu qu'à ses saints. (Lendroy, 1349.)
168. Es ist ein Gott, sagt der Loangoneger, wenn er eine Puppe sieht.
Die Neger in Surinam, um zu sagen: dem stehen gleich die Sinne still, wenn er etwas Neues sieht. Die Dummheit und Unwissenheit sieht hinter den gewöhnlichsten Dingen Wunderbares.
169. Es ist ein grosses, Gottes wort vnd ein Stuck brot haben. – Henisch, 1701, 13.
170. Es ist ein jeder wie ihn Gott geschaffen hat, auch oft noch ärger.
Holl.: Ieder is, zoo als hem onze Heer geschapen heeft, of nog een' graad erger. (Harrebomée, I, 293.)
171. Es ist für Gott zu viel, sagt jener Burgermeister in der Herberg, gab ein Mercker vnd hatte für einen Gulden Lachs gefressen. – Latendorf II, 12.
172. Es ist Gottes Ehre, ain sache verbergen, aber es ist der Künige ehre, ain sache erforschen. – Agricola II, 236.
173. Es ist Gottes Wille und Gottes Wehr, sagt Stöhr, da lew hei noch1. (Lüneburg.)
1) So sagte er, da er noch lebte. In unmittelbarer Nähe des Wegs, der sich von Soltau im Lüneburgischen nach dem Hofe Heidenhof durch die Heide dahinzieht, befindet sich ein hölzernes Kreuz mit der Inschrift: »Ein alter Sohn aus Heidenhof, mit Namen Stöhr, der sprach allhier mit seinem verschlafenen Mund: Es ist Gottes Wille und Gottes Wehr, 1510.« Nach der Sage lebte am Schluss des 15. und zu Anfang des 16. Jahrhunderts in dem erwähnten Heidenhof ein Haussohn Namens Stöhr, welcher dem Besitzer des Hofs als Knecht diente und sich angewöhnt hatte, sich bei passenden oder unpassenden Anlässen der stehenden Redensart: »Es ist Gottes Wille und Gottes Wehr«, zu bedienen. Als man ihn, nachdem er im hohen Alter verstorben war, beerdigen wollte, erhob sich da, wo sich jetzt das Kreuz befindet, ein furchtbares, von heftigen Regengüssen begleitetes Gewitter. Als einer der Leidtragenden von Angst und Schreck ergriffen ausrief: »Es ist Gottes Wille und Gottes Wehr, segt Stöhr, da lew hei noch«; so rief eine hohle Stimme aus dem Sarge: »Dat hätt hei seggt, un seggt hei ock noch.« Das Unwetter liess hierauf plötzlich nach und der Himmel wurde freundlich. Man öffnete den Sarg, um den Scheintodten dem Leben zurückzugeben, aber man fand ihn todt. Zur Erinnerung an den Vorgang liess der Besitzer des Hofs ein Kreuz an die Stelle setzen. (Vgl. Niedersächsische Volkssagen von A. Beneke in den Hausblättern von Hackländer und Hoefer, Stuttgart 1863, Hft. 13, S. 62.)
174. Es ist mit Gottes wort nicht zu schertzen, es findet sich doch zuletzt. – Henisch, 1701, 15.
175. Es ist nicht alles Gottes Wort, was gepredigt wird; es bringt auch mancher seine eigene Waare mit zu Markte. – Ramann, Unterr., IV, 3; Simrock, 7998. [⇐8]
[9⇒] 176. Es ist weder bei Gott, noch bei deinem Pachtherrn. – Burckhardt, 726.
Bitte nicht um Dinge, die dir niemand geben kann.
177. Es ist zehnmal besser in Gottes Gemein als in der rainer Bürgerschaft. – Luther's Sämmtliche Schriften, V, 1034.
178. Es kommt alles von Gott.
Ein talmudisches Sprichwort lautet: Alles kommt von Gott, nur nicht Gottesfurcht. (Ber.)
Frz.: Tout vient de Dieu. (Leroux, I, 13.)
Lat.: Deus omnia non dat omnibus. (Fischer, 65, 43.)
179. Es lasst sich Gott vnd das glück nicht bochen. – Henisch, 1662, 10; Lehmann, II, 137, 75.
180. Es lässt sich mit Gottes Wort nicht stücklen noch flicken. – Henisch, 1701, 17.
181. Es liegt in Gottes Hand. – Sailer, 219.
182. Es sind Gott alle Dinge möglich. – Steiger, 296; Kirchhofer, 129.
183. Es sol keiner für Gott im Hertzen einen Kram von guten Wercken aufschlagen. – Petri, I, 38.
184. Es steht alles in Gottes Hand. – Mayer, I, 202.
Lat.: Adspiciunt oculis mortalia justis. (Philippi, I, 10.)
185. Es steht bei Gott. – Sailer, 219.
186. Es verdreusst Gott sehr, wenn man jhn anders helt als für einen gnedigen Gott. – Petri, I, 30.
187. Es wirdt vil aigens gesucht vnter Gottes Namen vnd der gemeine Mantel verkaufft. – Henisch, 1697, 35.
188. Förcht' Gott, on si hübsch drîst. – Frischbier, 206; Frischbier2, 1027.
Fürchte Gott, und sei hübsch dreist.
189. Fu God let sich filed erbiden, awer nässt erzwäinjen. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 623.
Von Gott lässt sich vieles erbitten, aber nichts erzwingen.
190. Für gott gilt der kleine so vil als der grosse. – Henisch, 1708, 66; Petri, I, 41.
191. Für Gott ist niemand heilig, er lasse denn sein eigen Heiligkeit fahren. – Petri, I, 41.
192. Für Gottes Augen wir nichts sind, nur faule Knechte vnd böss gesind. – Petri, I, 41.
193. Für Gottes Wort und Vaterland nimmt man mit Fug das Schwert zur Hand. – Pistor., VI, 24; Blum, 92; Graf, 496, 61; Körte, 2379; Simrock, 3963.
194. Fürchte Gott, liebes Kind, krup ön e Sack, dat di de Düwel nich findt. – Frischbier2, 1349.
195. Fürchte Gott, thue Recht, scheue niemand. – Körte, 2327; Simrock, 3880; Braun, I, 919.
Böhm.: Boj se Boha, styd' se lidí, nehřeš vice, pán Bůh vidí.
Dän.: Frygt Gud, giør ret, forlad dig ikke paa mennesken. (Prov. dan., 204.)
It.: Ama Dio di buon cuore, e lascia dir chi vuole.
Lat.: Discite justitiam moniti, et non temnere Divos. (Gaal, 803.)
196. Fürchte Gott und bleib' auf der Landstrasse. – Frischbier2, 1340.
197. Fürchte Gott und nicht verzag, Geld und Gut gibt's alle Tag. – Hertz, 6.
Inschrift an einem Hause in Schwaben.
198. Fürchte Gott und sei hübsch keck, so kommst du aus jedem (allem) Dreck.
199. Gebe Gott nichts, so könt man ihm kein kertzen anzünden. – Lehmann, 683, 40.
200. Gefällt's Gott, dass dein Haus brennt, so trag' es geduldig und wärme dich dabei. – Müller, 21, 9.
201. Geht Gott voran und du folgst nach, so drängt der Teufel, was er mag.
202. Geit Gott an Hoas, geit ar a an Woas. (Franken.) – Frommann, III, 315, 159.
203. Giäft God Näut, so gift e oh Bräud. (Soest.)
204. Gib, Gott, vom König zu hören, nicht, ihn zu sehen.
205. Gib Gott, was Gottes und dem Kaiser, was des Kaisers ist.
206. Gibt Gott das Hässlein, so gibt er auch das Grässlein. – Petri, II, 339; Körte, 2322; Simrock, 3854; Braun, I, 924; Lohrengel, I, 319. [⇐9]
[10⇒] Die Russen sprechen diesen Gedanken sprichwörtlich auf sehr mannichfache Weise aus: Gibt Gott den Kwas, so gibt er auch das Fass. Und: Gibt Gott die Lungen, so gibt er auch die Luft. (Altmann VI, 385 u. 487.) Gibt Gott Mehl, so gibt er auch den Sack dazu. Gibt Gott die Pfeife, so gibt er auch die Lunge. Gott kann nicht Baum sagen, ohne dass er auch Blüte sage. (Altmann VI, 408 u. 510.) Gott gibt dem Zar das Meer nicht ohne Ströme. (Altmann V, 85.) Wem Gott den Walfisch gibt, dem gibt er auch Meerwasser. (Altmann VI, 475.) In Friaul sagt man: Schickt der Herr die Frucht, so schickt er auch das Brot. In Venetien: Gott schickt das Lämmchen und dann sein Wieschen. Die Czechen sagen: Der Herrgott gab das Kühlein, er gibt auch das Gräslein. Die Esten: Gibt Gott Gäste, so gibt er auch den Gästen Vorrath. (Reinsberg II, 9.)
Dän.: Gud giver alle munde mad. (Prov. dan., 407.)
It.: Dio manda l'agnoletto e'l paseoletto.
Ung.: Mikor az Isten nyulat teremtett, a bokorrúl is gondoskodott. (Gaal, 782.)
207. Gibt Gott Fleisch, so will's der Teufel braten (kochen).
Engl.: God sends meat and the devil sends cooks. (Bohn II, 81.)
208. Gibt Gott Jungen, so gibt er auch Haselstecken.
Der Russe: Wem Gott Söhne gab, der belehre sie und züchtige sie. Und er betet: Lass Gott den, welcher Kinder bekommt, sie auch erziehen. (Reinsberg VII, 66.)
209. Gibt Gott kein Tischbier, so gibt er Fischbier.
Wasser, was noch gesünder ist. In Abyssinien sagt man: Gott gibt die wilden Datteln, wenn er die edeln versagt.
210. Gibt Gott keinen Saft vom Rhein, so gibt er Gänsewein.
Die Russen in der Gegend von Kumnicki sagen: Wo Gott den Bauern den Traubensaft versagt, hat er ihnen den Birkensaft gegeben. Kumnicki und Kuskowo, südöstlich von Moskau gelegen, haben grossartige Schloss- und Parkanlagen. In der ganzen Umgegend ist viel Wald, weshalb die Sprichwörter dieses Bezirks einen vorherrschend forstmännischen Charakter haben. (Altmann V, 14.)
211. Gibt Gott Korn, so gibt er auch Brot.
Die Russen: Wenn uns Gott mit Stören segnet, dann segnet er uns auch mit Caviar. (Altmann V, 79.)
212. Gibt Gott Korn, so nimmt der Teufel den Sack. – Bohn II, 98.
Frz.: Quand Dieu envoie la farine, le diable enlève le sac. (Bohn I, 47.)
213. Gibt Gott Moneten, so gibt er auch Pasteten.
214. Gibt Gott nicht ein Land voll, so gibt er eine Hand voll.
215. Gibt Gott nicht was wir wünschen, so gibt er was wir brauchen.
Dän.: Hver fanger af Gud, som han er før. (Prov. dan., 156.)
Lat.: Pro jucundis aptissima quaeque dabunt Di. (Juvenal.) (Binder II, 2661.)
216. Gibt Gott nit Sonn und Dust, ist alle Müh umsust. – Nass. Schulblatt, XIV, 5.
Sprichwort der Winzer.
217. Gibt gott reichlich, so gib du auch reichlich. – Henisch, 1708, 49; Petri, II, 339.
218. Gibt Gott täglich Hunger, so gibt er auch täglich Brot.
Der Nahrungsbesorger, sagen die Perser, gibt der täglichen Speise Schwingen. Die Russen: Gott gibt den Tag, aber auch die Nahrung. (Reinsberg II, 8.)
219. Gibt Gott Zähne, so gibt er auch Brot. – Winckler, XIX, 30.
Das meinen auch die Perser und Czechen. Die Polen sagen: Der die Zähne gab, gibt auch für die Zähne. Und die Engländer: Sendet Gott einen Mund, so sendet er auch Speise mit. (Reinsberg II, 8.)
Dän.: Gud giver alle dem mad som han giver mund. (Prov. dan., 259; Bohn I, 371.)
Engl.: God sent never the mouths but he sends meat. (Bohn II, 368.)
Holl.: God schept geen' mond, of hij schept er ook brood. (Harrebomée, I, 243.)
Lit.: Diewas dawe dantis, Diewas dust ir dunos. (Frischbier, 4232.)
220. Gibts Gott in muth, so gibt ers auch in die Händ. – Lehmann, 598, 73.
221. Gibt's Gott nicht an Korn, so gibt er's an Stroh.
Die Russen: Gott lässt nicht Aehren und Halme zugleich misrathen. (Altmann V, 114.)
222. Giégen Goed helpet kein Processen. (Büren.)
223. Gift Gott Gesundheit, so gift he ôk wol Arbeit; Antj, tapp in. (Holst.) – Schütze, II, 30.
Wenn Gott Gesundheit gibt, so gibt er auch wol [⇐10][11⇒] Arbeit; Anna, zapfe mir Bier zum Trunk. Die Spitze dieses Sprichworts trifft Leute, die mehr Neigung zum Trinken als zum Arbeiten haben.
224. Gift Gott Jungens, gift he ôk Buxens (Hosen). (Oldenburg.) – Frommann, V, 428, 487; Firmenich, I, 233, 71; Hoefer, 194.
225. Gifft di godt nicht ein schepel vul, so gifft he di en lepel vul. – Ebstorf, 26.
Dän.: Giver Gud ei skiepper fulde, saa giver han skeer fulde. (Bohn I, 371.)
226. Git Gott en Häseken, sau git hei auk en Fräseken. (Waldeck.) – Curtze, 317, 47.
227. Givt Gott Kinner, givt he ok Rinner. (Strelitz.) – Firmenich, III, 71, 41.
»Das ist nicht wahr«, sagte ein Bauer zum Schulmeister. »Seht euch eure Jungen an«, erwiderte dieser, »und Ihr werdet finden, dass es wahr ist.« Die Serben sagen: Gibt Gott Kinder, so gibt er auch für die Kinder. (Reinsberg I, 175; VII, 5.) Die Bergamasken: Wenn der Herr das Geschöpf macht, schafft er ihm auch die Nahrung. Die Russen: Gott mehrt die Käfer, wenn er die Spechte mehrt. Wenn dir Gott eine Kuh gibt, will er dir auch eine Wiese geben. (Altmann V, 84 u. 102.) Segnet Gott das Kloster, so segnet er auch den Bach. Gott sorgt für der Popen Honig nicht, er sorgt auch für der Bienen Wälder. (Altmann V, 116 u. 119.) Und: Freue dich Väterchen, wenn Gott die Eichhörnchen in deinen Wald setzt, dann will er dir die Eichen gerathen lassen. (Reinsberg II, 89.) Indem Gott für die Käfer sorgt, sorgt er auch für die Rose. Gott gedenkt auch der Tarakanen, indem er der Nachtigallen gedenkt. (Altmann VI, 487 u. 505.)
Engl.: He that sends mouths, sends meat.
228. Goad stiuwet (behauet) de Boime, dat se nit in'n Hiemel wasset. (S. 239.)
229. God erhâlt de Fräinjtschaft, se douert nit lang. – Schuster, 786.
230. God elt net, e welt net; e fäinjt înd awer dinich. – Schuster, 607b.
Gott eilt und weilt nicht, er findet einen, aber dennoch.
231. God elt net, God welt net, e kit za séinjer Zikt. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 607a.
Gott eilt nicht, Gott weilt nicht er kommt zu seiner Zeit.
232. God förlet de Sîn'n nich, sä de Môrdbrenner as he fan 'n Galg'n werder runner kaem, wîl he begnadicht wur, tîdsläbes in de Kâr to gân. (Süderdithmarschen.)
Gott verlässt die Seinen nicht, sagte der Mordbrenner, als er vom Galgen wieder herunterkam, weil er zu lebenslänglicher Karrenstrafe begnadigt war.
233. Gôd gêt't, säd' Tin Tend, un lêg in'n Addelpôl1. – Hoefer, 1019.
1) Dünger- oder Mistgrube.
234. God gift uns wol 'n Kô, man1 nich glîk bi de Hörns2. – Frommann, V, 428, 495; Bueren, 486.
1) Aber.
2) Hörnern.
235. God hett Minschen schâpen, to'm Deel awer sünd se ok darna. (S. 111.) – Volksbote, X.
236. God lât unse Vâgt noch lange lewen, wi kunnen wol 'n slimmern Düwel wêr (wieder) kriegen.
237. God Lof un Dank, min Môr (Mutter) is krank, nu krieg wi 'n lütje Puppe (Süster). (Ostfries.)
238. God skeart alle Bumer, ia's tu Hemmel wachs. (Nordfries.) – Lappenkorb; Firmenich, III, 3, 15.
Gott schiert, benchneidet alle Bäume, ehe sie zum Himmel wachsen. Wer zu hoch hinaus will, wird gedemüthigt, der Wipfel wird ihm beschnitten.
239. God verd-übbel1 mîn Tractement, se(de) de Kock, do wul2 he sick verflöken. – Frommann, V, 428, 497.
1) Verdoppele.
2) Wollte. – Der Koch begann nämlich seine Rede mit: Gott verd...., um zu sagen: Gott verdamme mich! Er besann sich aber noch zeitig genug, als er bis d gekommen war, und bat statt dessen um eine Verdoppelung seines Einkommens.
240. God vom högsten Tron, ik beföl di mînen Drôm. (Lübeck.) – Deecke, 8.
241. Godd regeert de Welt, Jungens und Hunne de Knüppel. (Oldenburg.) – Goldschmidt, 54; Frommann, V, 428, 493.
242. Goddes Barmherzigkeit, Bûern Unbeschuftigkeit dûert bis in alle Ewigkeit. (Büren.) – Boebel, 144. [⇐11]
[12⇒] 243. Godds Segen is sowol in Water as in Wîn. (Ostfries.) – Frommann, V, 428, 474; Eichwald, 669; Bueren, 482; Hauskalender, III.
244. Godds Wôrt in vull Fluchten, had(de) de Junge seggt, do had(de) he'n Katechism an de Swepe (Peitsche). (Ostfries.) – Frommann, V, 428, 492.
245. Goedes Barmhoartegkeit un der Papen Begierlegkeit dourt bis in olle Eiwigkeit. (Marsberg.) – Firmenich, I, 321, 9; für Oldenburg: Goldschmidt, 63.
246. Gôhts Wôrt und Fuhrwerk gilt iébig, sagte der Bauer; ferr âle Bibeln und âle Pfäre aber mag kê Teifel vîl gân. (Oberlausitz.)
247. Got berath die seinen vber nacht. – Franck, II, 136a; Gruter, I, 44; Petri, II, 344.
248. Got beschert vber nacht. – Agricola I, 1; Franck, I, 40b; II, 60b; Tappius, 66b u. 114a; Gruter, I, 44; Henisch, 1705, 12; Egenolff, 21; Latendorf II, 15; Petri, II, 344; Sprichwörterschatz, 122; Schottel, 1128a; Steiger, 257; Eiselein, 253; Sailer, 218; Kirchhofer, 129; Körte, 2318; Körte2, 2863; Blum, 3; Simrock, 3865.
»Der Herr Gott beschert nur über Nacht. Doch ist noch kein Mensch darüber erwacht; und hat er frühmorgens die Hände nicht voll, so weiss er nicht, wo er es suchen soll.« (W. Müller, 70.)
Lat.: Dormienti rete trahit. (Erasm., 143; Philippi, I, 125; Tappius, 66a.) – Ultro deus suppeditat bona. (Seybold, 647.)
249. Got gibt eim wol den ochsen, aber nit bei den hörnern. – Franck, II, 80b; Tappius, 94b; Gruter, I, 44; Henisch, 1383, 14; Petri, II, 345; Eyering, I, 102 u. 254; Egenolff, 72b; Schottel, 1119b; Mayer, I, 203; Siebenkees, 144; Blum, 46; Sailer, 48; Simrock, 3938; Sprichwörterschatz, 115; Körte, 2311; Braun, I, 913.
Dän.: Gud giver alt godt, men ei oxen (koen) om hornene. (Prov. dan., 259.)
Frz.: Dieu donne le boeuf et non les cornes. (Leroux, I, 10.)
Lat.: Dat deus omne bonum, sed non per cornua taurum. (Luther, 137.) – Omnia dat dominus, sed non per cornua taurum. (Henisch 1383, 15.)
250. Got git et, Got nit et. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 625.
251. Got ist am gericht gesessen. – Franck, I, 160b.
252. Got kan nit wittern dz eim ieden gfelt. – Franck, II, 120a.
Mit dem Zusatz bei Simrock (11726): sonst kann er alles. Jedem einzelnen das Wetter nach Belieben zu machen, kann auch kein Gott.
253. Got kan wol ein ürten (Zeche) borgen. – Franck, II, 64b u. 120a; Tappius, 208b; Gruter, I, 45; III, 45; Lehmann, II, 238, 72; Pistor., VIII, 13; Kirchhofer, 192; Simrock, 3915; Eiselein, 250.
»Gott kan einem wol eine gute Zech borgen, aber darnach kompt er und fordert ernste Rechnung, dass man weder Haut noch Haar behelt.« (Luther's Tischr., 235a, mit der Bemerkung: »Der Bauern Rede um Wittenberg.«) Der Pater Franciscus Heffner beweist in einer seiner unter dem Titel: Der eilfertige Prediger im Druck herausgegebenen Predigten (S. 14), dass Gott der Herr, bevor er Mensch geworden, cholerischer, nach denselben aber phlegmatischer Natur geworden. »Gott der Herr, ehe denn er Mensch worden, gerieht bald in Harnisch, war jaehzornig, schlugen bald darein, und war schier durch kein Busswerk zu besänftigen, zu stillen. Nachdem er Mensch worden, da war er nicht so erhitzt und cholerisch, sondern ganz phlegmatisch. Er ist jetzt nicht mehr so geschwind auf, ob ihn schon so viel zuwider geschieht. Er dissimulirt und übersieht so viel Laster, Unzucht, Diebstahl, Mordthaten, Ungerechtigkeiten, Zaubereien u.s.w. Er höret so grausames Lästern, Schelten, Fluchen u.s.w. Er schweigt lange still, lässet alles geschehen. Aber zuviel zerreisst den Sack. Lange geborgt, ist nicht geschenkt.« (Klosterspiegel, 104.)
Dän.: Gud kand i vel borge een et skielen stykke, kand vel straffe en skielen, alligevel han sætter hannem ikke i raadhuus-kielderen. (Prov. dan., 83.)
Engl.: God permits the wicked, but not for ever. (Bohn, II, 363.)
Holl.: God kan wel een tijd lang borgen, maar daarom scheldt hij nog niet kwijt. (Harrebomée, I, 243.)
It.: Domeneddio non paga sempre il sabbato. (Gaal, 795.)
Lat.: Sero Jupiter diphtheram inspexit. (Tappius, 74a; Binder II, 391; Faselius, 233; Philippi, II, 178; Seybold, 533; Steinmeyer, 61; Wiegand, 527.)
254. Got kompt langsam aber wol. – Franck, II, 64b; u. 120a; Egenolff, 59a; Sutor, 213.
Gott kommt mit bleiernen Füssen, aber trifft mit ehernen Händen, sagen die Engländer. Die Franzosen: [⇐12][13⇒] Die göttliche Gerechtigkeit hat Füsse von Blei. Die Polen: Der Herrgott hat Beine von Wolle, aber Hände von Blei. Und: Gott trifft, wo es schmerzt. Die Perser: Gottes Keule macht kein Geräusch, aber von ihrem Schlage gibt's keine Heilung. Und: Gott kommt spät, aber mit Strenge. (Reinsberg II,, 12 u. 13.)
Engl.: God cometh with leaden feet, but striketh with iron hands. (Bohn, II, 9.)
255. Got lasst keine schuh so gerecht sein, dass er jhn nit etwa druck. – Franck, II, 42a.
256. Got lest vns wol sincken, aber nit ertrincken. – Franck, II, 145b; Gruter, I, 45; Henisch, 1713, 37; Latendorf II, 16; Mayer, I, 264; Blum, 16; Bücking, 87; Müller, I, 1; Steiger, 416; Parömiakon, 2862; Braun, I, 921; Kirchhofer, 130; Eiselein, 250; Körte, 2321 u. 2866; Simrock, 3851; Fabr., 26.
Der verzagenden Barke, sagen die Venetier, zeigt Gott den Hafen. (Reinsberg II, 7.)
Lat.: Cum furit atque ferit Deus, olim parcere quaerit. (Binder II, 644; Neander, 269.) – Haud ultra nostras tentant nos numina vires. (Binder II, 1287.) – Labi hominis, servare Dei est. (Gaal, 789.) – Mergere nos patitur, sed non submergere Christus. (Binder II, 1850; Seybold, 223.)
257. Got mach es, wie er wölle; so kan ers doch nicht machen, dz es yederman gefalle. – Tappius, 209a.
258. Got nimpt die seinn. – Franck, I, 161b.
259. Got pflegt schelcke mit schelcken zu straffen. – Franck, I, 65a; Lehmann, II, 231, 157; Tappius, 74a; Blum, 64; Sprichwörterschatz, 191; Simrock, 3991.
Er bedient sich des Bösewichts als Zuchtruthe für einen andern Strafwürdigen so lange, bis auch jenen sein verdientes Schicksal ereilt.
260. Got sâ Dänk, dat des längk Ris en Aenijt huot! sôt der Schnikesschnuogel, dân e drâ Schrät foar gegange wôr. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 244.
261. Got sihet auff das hertz, willen, meynung vnd aug, warumb vnd wie ein ding geschehe. – Franck, I, 54a.
262. Got sihet das hertz an. – Franck, II, 87b; 1 Sam. 16, 7; Petri, I, 49; Schulze, 16; Simrock, 3901; Braun, I, 816; Körte, 2326; Körte2, 2154.
»Hast nit gut, so geb deinn mut«.
263. Got sihet durch die finger, aber nicht ewig. – Franck, I, 53a; Gruter, I, 45; Henisch, 385, 29; Petri, II, 353; Schottel, 1119b; Goldschmidt, 56; Sprichwörterschatz, 212; Sailer, 218; Simrock, 3917; Braun, II, 518.
Holl.: Tooct god niet te nae, hi can wel wenken.
Lat.: Scit connivere deus, ergo deum reverere. (Fallersleben, 596.)
264. Got verzeucht wol, aber er bleibt doch mit seim register nit auss. – Franck, II, 120.
265. Got walts ist aller bitte mutter. – Franck, II, 3b; Gruter, I, 45; Tappius, 4b; Henisch, 400, 66; Petri, II, 355; Blum, 51; Körte, 2297 u. 2835; Günther, 69; Gaal, 779; Eiselein, 251; Sailer, 383; Simrock, 3869; Braun, I, 917; Eiselein, 251.
Gott weiss wol, sagen die Kroaten, wessen Ziege das Horn abgestossen. Und die Czechen: Der Herrgott weiss, wessen die Ziege und wessen das Lamm ist. (Reinsberg II, 10.)
Dän.: Bondens bøn: Gud give troe tyende, timelig veyrlig, mildt herskab, sin naade og venskap. – Hielp Gud er alle bønners moder. (Prov. dan., 160.)
Holl.: God walt's is alder bede moeder. (Harrebomée I, 243.)
Lat.: Qui prius implorat Christum, feliciter orat. (Fallersleben, 354.)
266. Got weiss wol, warumb er der geyss den schwantz soll abhawen. – Franck, II, 177b; Simrock, 3197.
Lat.: Caudae parvae villosis animalibus. (Binder II, 460; Eiselein, 202.)
267. Got wil keyn not. – Franck, I, 77a; Henisch, 1712, 43; Lehmann, II, 231, 162.
268. Got windet (oder haspelt) aller mennschen missethat auff ein klüngeln (Knäuel). – Franck, II, 64b; Tappius, 74a; Simrock, 3935; Braun, I, 956; Blum, 62; Sprichwörterschatz, 165.
Holl.: God windt aller menschen misdaad op éen kluwen. (Harrebomée, I, 243.)
269. Gots gnad erfült die welt. – Franck, II, 4b. [⇐13]
[14⇒] 270. Gott achtet nicht aufs Geschrei, sondern aufs Ei. – Parömiakon, 3153.
271. Gott achtet nicht was, sondern wie vnd warumb es geschehe. – Henisch, 1704, 14; Petri, I, 43.
272. Gott allein gebührt die Ehre.
Lat.: Reddatur soli gloria lausque Deo. (Seybold, 523.)
273. Gott allein ist ohne Fehler.
It.: Solo Dio senza difetti, (Pazzaglia, 86, I.)
274. Gott allein, sonst kein'm. – Hertz, 4.
Inschrift an einem Hause in Würtemberg.
275. Gott, Aeltern und Lehrern kann man nie vergelten. – Simrock, 10845.
Lat.: Nemo Deo charisque parentibus atque magistri praemia pro meritis digna referre potest. (Seybold, 338.)
Ung.: Az Istennek, atyádnak és a' hív tanitódnak soha mig nem fizethetz. (Gaal, 1600.)
276. Gott auf der Zunge und den Teufel im Herzen.
Engl.: God in his tongue, and the devil in his heart. (Bohn, II, 362.)
277. Gott bedarf niemands.
278. Gott befohlen! – Kritzinger, 8b.
279. Gott befohlen, bis wir uns wiedersehen, sagte jener Blinde zum andern.
280. Gott begegnet dir überall, wenn du ihn grüssen möchtest. – Sailer, 217; Simrock, 3876.
281. Gott begegnet manchem, wer yhn grüssen kunt. – Agricola I, 13; Gruter, I, 44; Henisch, 243, 13; Petri, II, 43; Egenolff, 6b; Latendorf II, 16; Eyering, II, 677, 684 u. 693; Schottel, 1128b; Winckler, V, 12; Blum, 30; Siebenkees, 68; Sprichwörterschatz, 7; Braun, I, 928; Eiselein, 250; Körte, 2338.
Dän.: Gud møder mangen vel, men hau veed ei at hilse hannem. (Prov. dan., 256.)
Holl.: God bejegende er menigen, die hem groeten konde. (Harrebomée, I, 242.)
Lat.: Haud cuivis manifesta videntur numina divum. – Occurrit cuicunque Deus, paucique salutant. (Eiselein, 250; Gaal, 791.)
282. Gott begehrt von seinen Schuldnern Rechnung, aber keine Bezahlung. – Opel, 375.
283. Gott behält das Feld.
284. Gott behüt für Pfaffen, die geben einem zu schaffen. – Petri, III, 7.
285. Gott behüt uns für gesunder speiss1 vnd starckem gedrencke2. – Henisch, 1582, 55; Petri, II, 343.
1) Arznei.
2) Wasser, das Mühlen treibt.
286. Gott behüt uns vor dem, der nur Ein Buch gelesen hat. – Lehmann, 453, 7.
Gegen einseitige Bildung, Halbwisserei, Beschränktheit, die Dünkel und noch vieles andere nicht Bessere erzeugen, und wie die Russen meinen, alle Gedanken um ein Rad drehen. In ähnlicher Weise bitten die Franzosen, Gott möge sie vor einem Menschen bewahren, der nur ein Geschäft hat: Dieu vous garde d'un homme qui n'a qu'une affaire. (Kritzinger, 11b; Reinsberg III, 50; Bohn I, 16.) Auch die Italiener: Dio mi guardi da chi ha una facenda sola. (Bohn I, 92.)
Böhm.: Zachovej nás, pane, od vìka šlapáka, od mnicha bosáka, od Mandy racochaté, od holi sukovaté. (Čelakovsky, 335.)
Engl.: God deliver me from a man of one book. – God keep me from the man that hath but one thing to mind. (Bohn II, 362.)
Holl.: God beware mij voor iemand, die maar één boekje gelezen heeft. (Harrebomée, I, 242; Bohn I, 319.)
It.: Dio mi guardi da chi studia un libro solo. (Bohn I, 92.)
Span.: Dios me libre de hombre de un libro. (Bohn I, 214.)
287. Gott behüt uns vor dem mit dem Bocksfuss. – Eiselein, 253.
Frz.: Dieu nous gart de l'Ante-Crist. (Leroux, I, 11.)
288. Gott behüt uns vor grossem Glück1 vor gnädigen Herrn2 und gesunder Speise und Trank3.
1) D.h. vor dem »grossen Glück«, z.B. nicht den Hals gebrochen zu haben, wenn man ein Bein gebrochen.
2) Die zu zehn Jahr Festung oder lebenslänglichem Zuchthaus begnadigen.
3) D.i. Arznei, die Krankheit voraussetzt.
Holl.: God behoede ona voor groot geluk. (Harrebomée, I, 242.)
289. Gott behüte dich! – Kritzinger, 8a.
290. Gott behüte dich vor dem Abschied (dem Urtheil, der Verkündigung) des Rudius.
Rudius war ein sehr gelehrter und ein so erfahrener berühmter Arzt, dass kein anderer Arzt einen Kranken in die Cur nehmen wollte, über dessen Krankheitsverlauf er sich ausgesprochen oder den er gar aufgegeben hatte. [⇐14]
[15⇒] 291. Gott behüte diese Stadt und ganzes Land und wende von uns ab Unglück und Brand. – Hertz, 27.
Inschrift an einem Hause in Schandau vom Jahre 1704.
292. Gott behüte (bewahre) euch! – Agricola I, 546.
Abschiedsgruss.
293. Gott behüte mich in Gnaden vor Feuer und Wasserschaden, vor bösen Winden und – vor weissen Halsbinden!
Die Böhmen bitten, dass er sie keine Pfaffen und keine Moskowiter sehen lasse, indem sie sagen: Rač, mi bože dáti, s popem se nepotkati, Moskala nevídati, nebude neštĕstí, (Čelakovsky, 467.)
294. Gott behüte mich vor einem bösen Nachbar!
Die Italiener fügen noch hinzu: und vor einem Anfänger auf der Geige. Und die Russen bitten: Vor des Grollers Nähe bewahre uns Gott. (Altmann VI, 461.)
It.: Dio ti salvi da un cattivo vicino, e da un principiante di violino. (Bohn I, 92.)
295. Gott behüte mich vor einem jungen Kerl, der betet, und vor einem alten, der fastet.
Span.: De mozo rezador, y de viejo ayunador, guârdemi Dios. (Bohn I, 212.)
296. Gott behüte, mich vor einem Reichen, der verarmt und vor einem Armen, der erwarmt (reich wird).
It.: Dio ci guardi da ricco impoverito, e da povero arricchito. (Pazzaglia, 152, 7; Gaal, 900.) – Non v' è maggior amaro, che un povero superbo, e un ricco avaro, (Gaal, 900.)
297. Gott behüte mich vor einem Richter, der auf dem rechten Ohr nicht hört, bis man's ihm schmiert, und vor einem Schneider, der viel Mäuse hat (oder: vor einer Scheune, in der es viel Mäuse gibt). – Winckler, XI, 36.
298. Gott behüte mich vor Feuer- und Wassersnoth, vor Priestersegen und vor Gnadenbrot.
Frz.: Dieu nous garde de la mémoire du père d'Aubigny. (Leroux, II, 26.) – Dieu nous garde du feu et de l'onde, et du régiment de Bulonde; d'ennemy à, grand ennemy il n'y a qu'à, se gard en. (Leroux, II, 5.)
299. Gott behüte mich vor Leuten, die mich falsch (nicht) verstehen.
Port.: Deos me dé contenda con quem me entenda. (Bohn I, 275.)
Span.: Dios me de contienda con quien me entienda. (Bohn I, 214.)
300. Gott behüte mich vor meinen Freunden, vor meinen Feinden will ich mich schon selber hüten (schützen). – Körte2, 2933; Simrock, 2777.
Engl.: God keep me from my friends, I'll keep myself from my enemies. (Gaal, 439.)
Frz.: De qui je me fie1, Dieu me garde. (Bohn I, 15.) – Mon bouclier est plus fort que l'espée de mon adversaire. (Bovill, III, 193.)
It.: Da chi mi fido, mi guardi Iddio, da chi non mi fido, mi guarderò ben io. (Bohn I, 90; Pazzaglia, 19, 7; Cahier, 9926.) – Dall' acqua cheta mi guardi Dio, ehe dalla corrente mi guarderò. (Pazzaglia, 162, 2.) – Fra gli amici guardami Iddio, che fra' nemici mi guarderò io. (Bohn I, 99.)
Lat.: Meus mihi clypeus ense gravior est adversarii. (Bovill, III, 193.)
301. Gott behüte mich vor stillen Wassern, vor rauschenden will ich mich wol selber wahren. – Winckler, VI, 16.
Engl.: God defend me from the still water, and I'll keep myself from the rough. (Bohn II, 362.)
It.: Dall' acqua cheta mi guardi Iddio; che dalla corrente mi guarderò io. (Bohn I, 90.)
Span.: De l'agua mansa me libre Dios: que de la brava (recia) me garderé yo. (Bohn I, 211; Cahier, 3182.)
302. Gott behüte uns vor einem guten Februar. (Poschiavothal.) – Schweiz, I, 234, 1.
Frz.: De nouvel hoste et d'une obstiné Dieu nous garde, hivert et esté. (Leroux, II, 122.)
303. Gott behüte uns vor Männern, die wie Frauen reden.
Entweder solche, die eine Weiberstimme haben oder die wie Frauen geschwätzig sind.
It.: Dio ci liberi da huomini che parlano parole. (Pazzaglia, 252, 16.)
304. Gott behüte uns vor vier Dingen: vor einem Weibe, das sich schminkt, vor einem Knechte, der sich betrinkt, vor Gläsern (Messern) mit Scharten, und vor einem schlechten Mahl, auf das man lange muss warten. [⇐15]
[16⇒] Frz.: De quatre choses Dieu nous garde: d'une femme-qui se farde, d'un valet qui se regarde, de boeuf salé sans moutarde et de petit dîner qui tarde. (Kritzinger, 144a.)
305. Gott behüte uns vor Zänkern und Stänkern.
Frz.: Dieu nous garde d'un homme qui n'a qu'une affaire. (Cahier, 43.)
306. Gott behüte uns vorm Doctor und vorm Richter.
Frz.: Dieu nous garde de la messe de M(ichel) de l'Hospital. (Leroux, II, 5.)
307. Gott behütet Kinder und Narren sammt allen frommen einfältigen Herzen. – Opel, 379.
308. Gott bekommt den Kümmel und die Welt das Herz.
309. Gott belohnt nach der Arbeit. – Sprichwörterschatz, 173.
Dän.: Guds forsyn er anderledes hos menneskens gode, anderledes hos de onde gierninger. (Prov. dan., 186.)
Frz.: Dieu nous rend les biens au prix du travail. (Kritzinger, 234a.)
310. Gott berath' euch!
Frz.: Dieu vous bénisse. (Kritzinger, 674.) – Dieu vous soit à l'aide. (Kritzinger, 15a.)
311. Gott beräth, so lang ein Ey bret. – Petri, II, 344; Heinsch, 281, 24.
312. Gott bescheret alles guts, aber du must zugreiffen vnd den Ochsen bey den hörnern nemen. – Henisch, 1709, 45; Petri, II, 843.
313. Gott bescheret vns zu fülle vnd hülle, zu kropff vnnd rock, zu futter vnd decke. – Mathesy, 85a.
314. Gott beschert dem Armen alle Jahre ein Kind und dem Reichen ein Rind.
315. Gott beschert die Kuh, gibt aber nit das Seil (den Strick) dazu. – Lehmann, 88, 13; Sailer, 49; Simrock, 3937; für Trier: Laven, 182, 52; Firmenich, III, 546, 31.
»Gott bescheret dir die Kuh, aber nicht den Strick zum Binden; schwer zu halten ist das Glück, sei's auch noch so leicht zu finden.« (W. Müller, 27.)
Frz.: Dieu tout en un instant peut beaucoup labeurer. – En peu d'heures Dieu beaucoup labeure. (Leroux, I, 12.)
Lat.: Dii bona laboribus vendunt. (Altdorf, 195; Binder I, 333; II, 788.)
316. Gott beschert, Gott beräth. – Körte, 89.
317. Gott beschert gross vnd klein, wer nur köndt danckbar sein. – Henisch, 1705, 10; Petri, II 344.
318. Gott beschützt die seinen. – Petri, II, 344.
319. Gott besser's, sagte der Widder, als ihm die Schafe fortliefen.
Dän.: Gud bedre det, sagde vædderen, han kunde ikke følge faarene. (Prov. dan., 257.)
320. Gott bessert die Wege am besten. (Poln.)
Daher glauben wol die Polen, für ihre Wege selbst nichts thun zu dürfen.
321. Gott betreugt niemand vnd wird auch nicht betrogen. – Petri, I 43.
322. Gott betriebt niemand so hoch, er tröstet jhn wider. – Henisch, 1705, 29; Petri, I, 43.
323. Gott bewahr' uns vor der bösen Sieben. – Frischbier, 3493.
Nach dem Königsberger Kirchenblatt (1863, 224) ist die böse Sieben oder der Teufel im Kannöffelspiel (Cardinalspiel), einem vor der Reformation sehr beliebten Kartenspiel, gemeint. Die Karten trugen die Bilder des Papstes und von vier Kaisern; die Cardinäle waren die Buben. Die böse Sieben konnte, wenige Fälle ausgenommen, weder vom Kaiser noch vom Papste gestochen werden.
324. Gott bewahre glück vor falschem tück. – Henisch, 1662, 68; Petri, II, 344.
325. Gott bewahre mich für den frantzosen im lande und in den hosen. – Pistor., I, 34.
326. Gott bewahre mich vor der Himmelsleiter, bat Eulenspiegel, da ging er am Galgen vorbei.
327. Gott bewahre mich vor einem Schneider, der viel Mäuse hat.
328. Gott bewahre mich vor jungen Leuten, die den Kopf lassen sinken, und vor alten, die sich schminken.
329. Gott bewahre mich vor Katzen, die vorn lecken und hinten kratzen. (S. 260.)
Frz.: Dieu me garde de gens qui me flattent en ma présence et me trahissent en mon absence. (Kritzinger, 234b.)
It.: Dio mi guardi da quella gatta, che davanti mi lecca, e dietro mi sgraffia. (Pazzaglia, 148, 4; Gaal, 989.)
330. Gott bewahre mich vor mir selbst! [⇐16]
[17⇒] 331. Gott bewahre mich vor vier Häusern: vor dem Leihhause, dem Wirthshause, dem Spital und dem Gefängniss.
Frz.: Dieu me garde de quatre maisons: de la taverne, du Lombard, de l'hospital et de la prison. (Leroux, I, 10; Kritzinger, 235b.)
332. Gott bewahre uns vor Augustkoth und Maistaub!
333. Gott bewahre uns vor dem Etcetera der Advocaten und dem Quiproquo der Apotheker.
Frz.: Dieu nous garde d'un etcétéra de notaire et d'un quiproquo d'apothicaire! (Cahier, 1165.)
334. Gott bewahre uns vor den Junkern am Tage und den Betbrüdern am Abend.
Span.: Dios os libre de hidalgo de dia, y de fraile de noche. (Bohn I, 214.)
335. Gott bewahre uns vor der Gesundheit der Deutschen1 und der Krankheit der ⇒ Franzosen (s.d.). – Reinsberg V, 22.
1) D.h. vor zu vielem Gesundheittrinken.
336. Gott bewahre uns vor grossem Glück, – Schottel, 1133a.
337. Gott bewoare ju (euch) vör Bissen1 un Wîpstêrten2 un vör dûsent Düwel. (Münster.) – Frommann, VI, 458, 111.
1) Wild umherrennen.
2) Unstet hin- und herhüpfen nach Art der Bachstelze. Mit den Substantiven: Bissen und Wîpstêrten soll bildlich Irrthum und Schwärmerei ausgedrückt werden.
338. Gott bezahl' den Ueberzug, fürs Unterfutter geb' ich nichts.
Böhm.: Zaplat pán bůh za buchty, za kapustu odpustte (neoplatím). (Čelakovsky, 275.)
339. Gott bezahl' dir's mit sieben Jungen und einem Gottlieb. (Schles.)
Schlesischer Witz: Für sieben Jungen sorgte früher der König, und der Gottlieb kommt, wie sein Vetter Hans, durch seine Dummheit fort.
340. Gott bezahl es ihm zu tausendmal. – Agricola I, 585.
Frz.: Dieu paiera tout.
341. Gott bezahl's, sagte die Hurenmutter zum Pfaff, als er ihr ein Trinkgeld gab.
342. Gott bezahlt bis auf den Heller. – Parömiakon, 1210.
343. Gott bezahlt mit gleicher Münze. – Parömiakon, 3099.
344. Gott bleibt bei denen, die bei ihm bleiben.
345. Gott bleibt Meister. – Petri, II, 344.
346. Gott bleibt nicht aus, wenn er gleich verzeucht. – Petri, I, 43; Sailer, 218; Sprichwörterschatz, 210; Kirchhofer, 130; Simrock, 3914.
It.: La vendetta di Dio non piomba in fretta.
347. Gott bleibt nichts schuldig.
Jüd.-deutsch: Nix chajjev. (Tendlau, 938.)
Kroat.: Bog ni komu dužan neostaje.
348. Gott borgt länger als die Menschen.
Holl.: God borgt wel, maar de mensch niet. (Harrebomée, I, 242.)
349. Gott borgt oft eine Zech. – Schottel, 1119b.
350. Gott braucht alles, auch dess bösen zu gutem. – Henisch, 1705, 51; Petri, II, 344.
351. Gott bricht den Stolz zuletzt wie Holz. – Parömiakon, 2223.
352. Gott darff keiner Statt, die sein wort nicht will herbergen. – Henisch, 653, 12.
353. Gott darff keins starcken vnd nutzt jhm kein kluger. – Henisch, 1705, 58.
354. Gott, das höchste gut, alles im besten thut. – Petri, II, 343.
355. Gott deckt dem Elenden den Tisch.
Die Neger in Surinam sagen: Gott tödtet Wild für den Aussätzigen (Boasiekranken). Doch wird das Sprichwort auch angewandt, wenn jemand etwas sehr leicht gemacht ist, wenn ihm die gebratenen Tauben in den Mund fliegen.
356. Gott demütiget Sünder durchs Creutz. – Henisch, 623, 18.
357. Gott, den eltern vnnd zuchtmaister (Lehrern) kan man nimmer gleiches vergelten. – Henisch, 1706, 32; Petri, II, 344; Sailer, 97; Reinsberg VII, 96.
Engl.: God, our parents and our masters can never be requited. [⇐17]
[18⇒] Lat.: Nemo Deo, charisque parentibus atque magistris praemia pro meritis digna referre potest.
Ung.: Az Istennek, atyádnak és a hiv tanitódnak soha meg nem flzetnet.
358. Gott der Härr liwt noch. (Siebenbürg.-sächs.)
Es ist noch nicht alles aus.
359. Gott der Herr muss wahrlich fromm sein, dass er mit Blitzen nicht fährt drein.
360. Gott der Herr selber würde lachen, wenn ein Jesuit den andern über den Löffel balbiren könnte. – Klosterspiegel, 31, 12.
361. Gott der Herr wiehret den Bäumen, dat se nich in de Heben (Himmel) wasset. (Lippe.)
362. Gott der Herre hat die grösste Wildbahne. – Oec. rur., 568.
363. Gott die Ehre und jedem sein Recht.
Dän.: Giv Gud ære, lad hver sin egen være. (Prov. dan., 14.)
364. Gott die Ehre und jedem, was ihm gebührt.
365. Gott dienen hindert nichts. – Henisch, 698, 68; Petri, II, 344.
366. Gott dienen ist mit jhm Regieren. – Henisch, 1706, 7.
367. Gott ehr' de Weverui, et mag regen oder schniggen, sind se ok nit satt, so wät se doch nitt nat. (Soest.)
368. Gott ehre das Handwerg. – Luther's Ms., S. 7.
369. Gott ehre das Handwerk, sprach der Schinder zum Richter. (S. ⇒ Spielen.) – Hoefer, 916; Eiselein, 279; Simrock, 4313.
370. Gott ehre die vielen Hende, Gott schende die vielen Munde. – Henisch, 803, 20; Petri, III, 7.
371. Gott, Eltern, Lehrern, gnugsamb ehr, kan man erzeygen nimmermehr. – Gruter, III, 44; Lehmann, II, 238, 69.
Engl.: God, our parents, and our masters can never be requited. (Bohn II, 363; Gaal, 1600.)
Frz.: A Dieu, à maistre, ny à parent l'on ne peut rendre l'equivalent. (Kritzinger, 234b.) – A Dieu, Père, maistre et patrie le semblable ne se rene mye. (Leroux, II, 163.)
372. Gott, eltern vnd alte leut soll man ehren. – Henisch, 903, 9.
373. Gott erbarme sich dessen, der mit dem Bettler soll essen.
Arabisch: Gott erbarme sich dessen, der von einem Bettler betteln soll.
374. Gott erbarmet sich, welliches er will, vnnd verstocket, wellichen er will. – Henisch, 1706, 34.
375. Gott erhelt endlich das rechte Recht bey recht. – Petri, II, 344.
376. Gott erhört den frommen allenthalben. – Henisch, 1710, 65.
377. Gott erkennt die hertzen. – Henisch, 1711, 14.
378. Gott erlaubt niemand klüger zu sein als er selber ist. – Seybold, 380.
Lat.: Non sinit Deus quemquam alterum sapere praeter se ipsum. (Seybold, 379.)
379. Gott erscheint manchem vnversehen. – Henisch, 1713, 10; Lehmann, II, 230, 147.
380. Gott fahet grosse sachen schwechlich an durch geringe Leut. – Henisch, 1706, 42; Petri, II, 344.
381. Gott fasst immer hin, wo es am wehesten thut.
382. Gott fehet die Weysen in jhrer Listigkeit vnd stürtzt den verkehrten rath. – Petri, II, 344.
383. Gott findet den Schuldigen. – Eiselein, 250; Simrock, 3931.
Lat.: Ante Dei vultum nihil unquam restat inultum. – Reperit deus nocentem. (Eiselein, 250.)
384. Gott fordert das rechte Recht. – Petri, II, 344.
385. Gott fordert nicht von einem Mann, dass er mehr thun soll, denn er kann.
Dän.: Gud kræver ei meere end han givet, af ingen meere end han formaaer og forstaaer. (Prov. dan., 257.)
386. Gott fordert von den Schuldigen wol Rechnung, aber keine Bezahlung. – Opel, 375; Sprichwörterschatz, 176.
387. Gott fordert von keinem zu pfeifen, er gibt ihm auch den Mund dazu.
388. Gott füget, wie genüget. – Körte2, 2905.
389. Gott fügt, dass mir's genügt. – Simrock, 3965. [⇐18]
[19⇒] 390. Gott fügt immer die Liebsten zusammen.
Nicht jede Ehe, nicht jedes Collegium ist ein Beweis dafür.
391. Gott führet in die Höll und wieder heraus. – Petri, I, 44.
392. Gott führet wol in die Grube, aber auch wieder heraus. – Kirchhofer, 130; Simrock, 12315.
393. Gott führet zur Heyrath vnd hilfft auch dazu. – Petri, II, 344.
394. Gott führt die Seinen wunderlich. – Ps.4, 4; Kirchhofer, 131; Braun, I, 941; Büchmann, 152.
395. Gott führt gern Gleiches und Ungleiches zusammen. – Simrock, 3694; Eiselein, 241.
Lat.: Inaequalibus aequalia erunt inaequalia. (Eiselein, 241.)
396. Gott führt jeden zu seinesgleichen.
Verwandte Seelen finden sich.
Lat.: Semper similem ducit Deus ad similem. (Erasm., 847; Tappius, 67a.)
397. Gott führt manchen wie einen Gaul, dem die Augen geblendet. – Eiselein, 253.
398. Gott führt seine Heiligen wunderlich, sagte der Bauer, als er im Gerinne lag, einen in eine Pfütze, den andern in einen Teich. (Schles.)
399. Gott führt seine Heylige wunderlich. – Henisch, 1707, 18; Ps. 4, 4; Hermann, 144; Eiselein, 255; Simrock, 3987; Körte, 2347.
400. Gott füllet den Gottlosen den Bauch, den Gläubigen gibt er das Himmelreich. – Henisch, 1634, 19; Petri, I, 44.
401. Gott füllt das Euter mit Milch, ehe das Füllen geboren wird.
402. Gott füllt den Magen und gibt zum Kragen.
403. Gott fürchten, ein gesunder Leib, ein fröhlich Hertz, ein freundlich Weib, ein guter Wein, das gewissen rein mag das beste Leben seyn. – Petri, II, 344.
404. Gott fürchten ist die höchste seligkeit. – Henisch, 1296, 61.
405. Gott fürchten vnd darbey nach gelt vnd gut trachten, ist Gott ehren vnd verachten. – Lehmann, 252.
406. Gott fürt den Krieg. – Agricola II, 477.
407. Gott gab den Schatz, doch wer nicht zugriff, das war Matz.
408. Gott gab trockenes Wetter, er wird auch Regen geben. (Lit.)
409. Gott gab's mit Liebe, ein Narr fragt mit Neid. (Lit.)
410. Gott gab's, und der Teufel rauft es aus.
411. Gott geb' Glück und etwas Verstand zum Mächseln.
Man mächselt in Schlesien die Speisen, indem man das erforderliche Fett daranthut.
Port.: Ventura te dé Deos, filho, que saber pouco te basta. (Bohn I, 295.)
Span.: Ventura te dé Dios, hijo, que saber poco te basta. (Bohn I, 261.)
412. Gott geb mir ein gut Gewissen und einen täglichen Bissen, einen fröhlichen Trunk und zuletzt einen seligen Sprung. – Henisch, 396, 20.
Dän.: Gud give daglig; brød, foruden skam og nød, og saa en salig død. (Prov. dan., 258.)
413. Gott geb' uns Heil, Banne sind wohlfeil!
414. Gott geb vns sein gnade, ich weyss nicht mehr darzu zu sagen. – Agricola I, 572.
415. Gott geb', was der Pfaff' sag'. – Eiselein, 249.
416. Gott geb weytter, ich danck Gott vnd euch fragens. – Agricola I, 578.
Alte Antwort dessen, der gefragt wurde, wie es ihm gehe.
417. Gott gebe allen, die mich kennen, noch zehnmal mehr, als sie mir gönnen. – Hertz, 16.
Hausinschrift.
418. Gott gebe, das wol gerathe. – Petri, II, 344.
419. Gott gebe, dass müssen fressen die Raben all Schaben und schnöde Schwaben, so dem Fürst, Land und Leuthen schaden. (Sachsen.)
Jakobus Andreae, einer der eifrigsten Verfasser der Concordienformel, musste im Jahre 1580 Dresden und [⇐19][20⇒] alle kurfürstlichen Lande auf Befehl des Kurfürsten verlassen. Andreae versuchte durch den Kanzler eine Audienz zu erhalten, und hoffte, durch dringliches Bitten, im Lande bleiben zu dürfen. Zwar wurde ihm nun eine Unterredung mit dem Kurfürsten gestattet, die aber nichts anderes zur Folge hatte, als dass August ihn mit den Worten entliess: »Ziehet hin, ziehet hin!« Da man eben einen Kutschwagen an den Pfalzgrafen Kasimir nach Heidelberg schicken wollte, wurde Andreae auf denselben gesetzt, und es wurde ihm ein Freibrief eingehändigt. Ein Einspänner wurde ihm beigegeben, der aber den Befehl hatte, sich unterwegs keinen Fussbreit von Andreae zu entfernen, ihm kein Nachtlager in einer Stadt zu gewähren und jede Unterhaltung, mit wem es auch sei, zu verhindern und zu verbieten. Auf so schimpfliche Weise wurde jener gefürchtete Theolog aus dem sächsischen Lande verwiesen. Da nun dieses Land, wie vor Zeiten durch die Schwaben mit Feuer und Schwert verheert, so auch in diesen Jahren (1575-80) durch die Schwaben Rott und Schmidtlin an Geld und Gut einerseits und an Seele und Gewissen, Friede und Ruhe andererseits hart mitgenommen worden war, so entstand das obige Sprichwort. (H. Schramm.)
420. Gott gebe faulen Henden das Vnglück vnd die Drüse vnd nicht genug zu essen. – Petri, II, 344.
421. Gott gebe, Gott grüsse! Bier und Wein schmeckt süsse, versauf' ich auch die Schuh, so behalt' ich doch die Füsse. – Simrock, 9222.
422. Gott gebe uns nicht einen Nachbar mit zwei Augen. – Burckhardt, 115.
Man will sagen: Es ist besser, unsere Nachbarn sind halb blind.
423. Gott gebe vns nur, was er vns gand. – Agricola I, 470; Gruter, I, 44; Petri, II, 344; Schottel, 1137a; Eiselein, 250.
Holl.: God geve ons alzoo, wat hij ons gunt. (Harrebomée, I, 242.)
424. Gott gebe vns, was sein Gottlicher wille ist. – Agricola I, 469; Petri, II, 344.
425. Gott gebirt die Ehr. – Henisch, 1706, 20.
426. Gott gebühren drei R und drei S: Rache, Ruhm und Richten, Sorgen, Segnen und Seligmachen.
427. Gott gehet alber vmb mit seinen sachen. – Petri, II, 345.
428. Gott geht auf den Grund.
429. Gott geht wunderlich gnug mit seinen heyligen vmb vnd verwandelt jmmer glück in vnglück. – Henisch, 1710, 1.
430. Gott geit, das mich erfrewt. – Petri, II, 345; Henisch, 1708, 4.
431. Gott gesegn's euch im Ehebette! (Oberlausitz.)
432. Gott gesegn's in sieben Jahren, spricht der Trinker, sieben Jungen und an Gohtlob. (Oberlausitz.)
433. Gott gêw' dat ik g'winn, säd' Meister Mark un slög sich mit sîn Lihrburschen. (Mecklenburg.) – Hoefer, 744.
434. Gott gew' dat ik g'winn1, segt Blockereier Sommer, un prügelt sich mit sînen Lîrjungen. (Stralsund.) – Hoefer, 993.
1) Die Oberhand behalte.
435. Gott gib, dass es aus deinem Munde in Gottes Ohr gehe. (Lit.)
436. Gott, gib Leute mit Bastschuhen, die – Geld haben. (Lit.)
437. Gott, gib mir Gedult vnd dess Gewissens Vnschuld. – Petri, II, 843.
438. Gott, gib Misgunst, nicht Beklagen!
439. Gott, gib nicht ein Gehöfte ohne Glocke (ohne Hund). (Lit.)
440. Gott, gib Verstand, wo keiner ist, und nimm's'n weg, wo's'n zu vil is. (Breslau.)
In Bezug auf Dummheit und Ueberklugheit.
441. Gott gibt, aber der Mensch muss die Hand aufmachen. – Sprichwörtergarten, 18.
Er muss sich rühren. Denn, sagen die Osmanen: Kein Segen ohne Sichbewegen. (Schlechta, 210.)
442. Gott gibt, aber er will angerufen (gebeten) sein.
Die Bergamasken kennen für das Anrufen Gottes nur einen Grund: Wer Gott anruft, sagen sie, ist nicht zufrieden, wer den Teufel anruft, ist desperat, wer O weh sagt, ist verliebt. (Reinsberg II, 25.)
443. Gott gibt alle ding nach seinem willen. – Henisch, 1708, 27; Petri, II, 345. [⇐20]
[21⇒] 444. Gott gibt, aber nicht immer, wenn wir haben wollen.
Frz.: Dieu consent, mais non pas toujours. (Kritzinger, 234a.)
445. Gott gibt alle Nacht; was er heut Abend nicht gibt, gibt er morgen z' Nacht. (Schweiz.) – Kirchhofer, 131; Simrock, 7281a.
446. Gott gibt alles Gute.
Frz.: Dieu nous donne tout ce que nous avons. – Dieu nous doint bien vivre et bien mourir. – Dieu nous en doint eslire le meilleur. (Leroux, I, 11.)
447. Gott gibt auch den Narren ihr Brot.
Sie essen sogar manchmal Weissbrot, wenn die Weisen kein schwarzes haben.
Ung.: Az Isten is elszenvedi bolonds águnkat. (Gaal, 1196.)
448. Gott gibt aus der Ziege ein Schäfchen und aus dem Schweine eine Stute. (Lit.)
Frz.: Dieu donne des fèves à qui n'a de mâchoires. (Kritzinger, 234a.)
449. Gott gibt Bohnen dem, der keine Zähne hat. – Sprichwörterschatz, 77.
Bohnen gehen noch an, obgleich sie sich ohne Zähne, oder gar, wie es in französischen Sprichwörtern heisst, ohne Kinnladen, auch schon schwer genug verzehren lassen; schlimmer aber ergeht es den Portugiesen, denen Gott Nüsse gibt, wenn sie keine Zähne haben. (Reinsberg IV, 32.)
450. Gott gibt Brei, sind die Zähn' entzwei.
Span.: Da Dios almendras á quien no tiene muelas. (Bohn I, 210; Cahier, 3194.)
451. Gott gibt das Korn nicht, dass wir's für die Mäuse aufschütten sollen.
452. Gott gibt das Korn, wir sollen aber pflügen vnd Furchen machen. – Petri, II, 345; Henisch, 1293, 37.
Böhm.: Ach, bože, bože! A co, nebože? Chce mi se chleba. Pracovat třeba. – Dejž, milý bože! Pracuj, nebože; a snad dám. (Čelakovsky, 130.)
Frz.: On aide bien au bon Dieu à faire de bon blé. (Leroux, I, 39.)
Poln.: Bože, bože! Co niebože? Chce siẹ chleba. Robić trzeba. (Čelakovsky, 130.)
453. Gott gibt, das man anderen wider geben soll. – Henisch, 1708, 36; Petri, II, 345.
454. Gott gibt das Mehl, aber der Teufel bäckt oft sein Brot daraus.
Holl.: God zendt hem wel de spijzen, maar de duivel kookt ze. (Harrebomée, I, 243; Bohn I, 320.)
It.: Dio ci manda la carne, ma il diavolo i cuochi. (Bohn I, 92.)
455. Gott gibt dem einen Leut vnd Land, dem andern ein Bettelstab in die Hand. – Henisch, 1705, 23; Petri II, 345.
Lat.: Quos vult, sors ditat; quos non vult, sub pede tritat.
456. Gott gibt dem Geizhals die Kost, aber der Teufel ist der Koch dazu. – Winckler, VIII, 50; Körte, 2377; Simrock, 3224.
457. Gott gibt dem Reichen Rinder und dem Armen Kinder.
Es ist eine bekannte Erscheinung, dass die Familien um so kinderreicher werden, je ärmer und mittelloser sie sind. Durch Noth, durch andauernde Entbehrungen, wenn sie auch im allgemeinen schwächend wirken, wird der Fortpflanzungstrieb nicht zurückgedrängt, sondern gerade gestärkt. (Vgl. Der Begriff der Uebervolkerung von Dr. Z. im Pionnier von K. Heinzen, Boston 1863, Nr. 42-44.) Die Russen sagen: Wenn Gott den Schos der Reichen unfruchtbar macht, gibt er den Armen gleich zwei Kinder auf einmal. (Altmann V, 131.)
458. Gott gibt dem Zar das Meer nicht ohne die Ströme.
459. Gott gibt dem Zecher den Weinstock, aber nicht den Becher.
460. Gott gibt den Acker, aber nicht den Pflug, das Wasser, aber nicht den Krug.
Frz.: Dieu donne fil à toile ourdie. (Leroux, I, 10.) – Dieu ne nous a point bâti de ponts, mais il nous a donné des mains pour en faire. (Cahier, 980.)
461. Gott gibt den Bösen Reichthum, wie dem Judas den Beutel.
Dän.: Gud giver tit de onde rigdom som Judas pungen. (Prov. dan., 477.)
462. Gott gibt den Frost nach den Kleidern.
Engl.: God sends cold after clothes. (Bohn II, 48.)
Frz.: Dieu donne le froid selon la robe (le drap). (Leroux, I, 11; Bohn II, 98; Kritzinger, 234b.)
Span.: Dios da el frio conforme A la ropa. (Bohn II, 98.) [⇐21]
[22⇒] 463. Gott gibt den Hunger nach dem Brot.
Die Letten sagen: Gott gibt die Weite des Mundes nach der Grösse der Breitöpfe. (Reinsberg II, 9.)
464. Gott gibt den Menschen Honig und den Bienen Blumen.
465. Gott gibt den Reichen ohne Hunger Biscuit und den Armen Schwarzbrot mit Appetit.
Aehnlich die Russen Altmann V.
466. Gott gibt den Segen denen, die die Hand bewegen.
Dän.: Gud haver ingen stand gjort, hvorudi intet skal giøres. (Prov. dan., 529.)
Engl.: God reaches us good things with our own hands. (Bohn II, 98.)
Holl.: Men moet de handen mede aanslaan. (Harrebomée, I, 281.)
Lat.: Laboribus Dii bona vendunt. (Binder II, 1616; Seybold, 126; Steinmeyer, 74.)
467. Gott gibt den Seinen Segen, aber wir müssen (nur wenn wir) uns regen.
Böhm.: Pán bůh dává požehání, ale do chléva sam nevhání. (Čelakovsky, 126.)
468. Gott gibt den Verstand, der Hopfen nimmt ihn. (Finn.)
Im Finnischen ist das Sprichwort noch wohlklingender, indem der Reim noch dazukommt: Jumala (Gott) und Humala (Hopfen).
469. Gott gibt den Vögeln das Futter, aber sie müssen danach fliegen.
Die Russen: Gott gibt dem Spechte wol die Würmlein, er muss sie aber vom Baum picken. Gott gibt der Schwalbe zwar die Heuschrecken, er legt sie ihr aber nicht in den Schnabel. (Altmann VI, 437; Reinsberg III, 40.)
Dän.: Gud giver hver fugl sin føde, men kaster den ei i reden til ham. (Bohn I, 371; Prov. dan., 206.)
Holl.: God geeft der ganzen den kost wel, maar zij moeten dien plukken, dat ze op haar' aars vallen. (Harrebomée, I, 201.)
470. Gott gibt der milden Hand.
Mhd.: Got gap ie geben der hende rát. (Konrad von Würzburg.) (Zingerle, 58.)
471. Gott gibt die Gallert nach dem Brote.
472. Gott gibt die Hand, aber der Mensch muss sie rühren.
Die Engländer sagen: ...aber er baut keine Brücken.
Span.: A Dios rogando, y con el mazo dando. (Cahier, 3378.)
473. Gott gibt die Kälte nach den Kleidern.
Dän.: Gud giver hver saa kuld, som klæder. (Bohn I, 372.)
Frz.: Dieu donne le froid selon le drap. (Bohn I, 15; Cahier, 530.)
Holl.: God geeft koude naar kleêren. (Harrebomèe, I, 242.)
It.: Dio manda il freddo secondo i panni. (Bohn I, 92.)
474. Gott gibt die Kleider nach dem Regen. – Ramann, II. Pred., II, 334; Sprichwörterschatz, 80; Reinsberg II, 6; Blum, 23; Simrock, 3847; Braun, I, 926.
»Gott gibt die Kleider nach dem Regen, der auf dich vom Himmel fällt. Wahr' dich selbst in deinem Hause, wenn das Dach nicht Wasser hält.« (W. Müller, 71.)
475. Gott gibt die Kuh, aber nicht den Strick dazu.
Die Russen: Gott gibt wol den Gaul, aber nicht den Sattel. (Altmann VI, 420.)
476. Gott gibt die Schultern nach der Bürde. – Sprichwörterschatz, 137; Müller, 29, 6; Steiger, 104; Eiselein, 255; Körte, 2320; Simrock, 3845.
Gott schickt nur, was man tragen kann, sagen die Venetier. Und die Franzosen: Gott will nicht mehr, als man vermag. (Reinsberg II, 6.) Die Russen: Gott theilt nicht mehr Streiche aus, als der Rücken tragen kann. (Altmann VI, 440.)
477. Gott gibt durch Creaturen. – Petri, II, 345.
478. Gott gibt ein(em) Bischoff ebenso viel als ein(em) Bader. – Petri, II, 345; Henisch, 397, 43.
479. Gott gibt einem allein nicht alles. – Sprichwörterschatz, 129; Luther's Tischreden, 465a.
Die Polen sagen: Zwar gibt er einem nicht alles, aber allen gibt er alles. Und: Dem einen gibt er die Gans, dem andern das Ei (den Pfau, sagen die Czechen). (Reinsberg II, 7.) Die Russen: Gott gibt den Fürsten das Gold, und den Leibeigenen die Gesundheit. Gott gibt den Reichen zu den Pasteten Sattheit und den Armen zum Schwarzbrot Appetit. (Altmann, V, 99.)
Kroat.: Bog neda jednomu čovĕku sva dobra.
Lat.: Deus omnia non dat omnibus. (Mant.) (Binder II, 751.) – Non cunctis dat cuncta Deus; formosus ut idem sit simul et sapiens, et summa laude disertus. (Gaal, 801.)
Poln.: Nie jednako pan Bóg daje, jednemu gẹś, drugiemu jaje. (Wurzbach I, 288.) [⇐22]
[23⇒] 480. Gott gibt einem bei Schefflen, dem andern bey Löfflen-voll: – Henisch, 1708, 42; Petri, II, 345.
481. Gott gibt einem Bergmann sein Feuerzeug, Magneten und Quadranten, dass er nicht irre fahre.
Frz.: Dieu a cent mil aïes (aides). (Leroux, I, 10.)
482. Gott gibt einem den Verstand nicht allein.
Aber meist, worauf auch etwas ankommt, dem einen etwas mehr als dem andern.
483. Gott gibt einem jeden sein Partecken vnnd bescheiden theil. – Petri, II, 345.
Ruth.: Daj meni Boẑe toj rozum na pered, szczo Rusinowi na poslid. (Wurzbach I, 345.)
484. Gott gibt einem jeden Vögelein sein Pfründ, aber sie müssen darnach fliegen. – Lehmann, 533, 11; Winckler, I, 3.
Holl.: God geeft der ganzen den kost wel, maar zie moeten dien plukken, dat zij op haar' aars vallen. – God geeft wel ieder vogeltje zijn voeder, maar het moet er ook om vliegen. (Harrebomée, I, 242; Bohn I, 319.)
485. Gott gibt einem, was er ihm gönnt. – Blum, 28; Sprichwörterschatz, 70.
D.h. zugedacht, nach seiner Weisheit bestimmt hat.
Mhd.: Got git sîn gâbe, swem er wil. (Marner.) (Zingerle, 58.)
Böhm.: Dal bůh nĕmému řeči, a nahému ulici. (Čelakovsky, 196.)
It.: Quel che non si conviene, da Dio non s'ottiene. (Gaal, 783.)
Poln.: Co Bóg dał, to w kobiałke.