Gras

1. Ae mî Gräs, ä winjer Hâ. (Siebenbürg.- sächs.) – Schuster, 57.


2. All bi lütjen kummt dat Gras ut'n Grund. (Oldenburg.) – Weserzeitung, 4057.


3. Aus Gras wird Heu, aus frischen Blumen Streu.

Die Russen fügen hinzu: Aus einem schönen Mädchen ein altes Weib. (Altmann VI, 393.)


4. Aus schlechtem Grase wird kein gutes Heu. Winckler, XVI, 49.

It.: Di mal herba non si fa buon fieno. (Pazzaglia, 156, 2; Gaal, 1079; Bohn I, 92.)


5. Bäss det Gräss wîèst, äss der Hâst dît. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 180.

»Scheint sich auf eine verlorene Volksdichtung zu beziehen.«


6. Befeuchtet (begossen) Gras wächst am besten.Eiselein, 256; Simrock, 4025.


7. Besser Gras als Heu.


8. Bis das Gras nachwächst, mittlerweile stirbt das Pferd.Sailer, 209.

Lat.: Multa cadunt inter calicem supremaque labra. (Gellius.) – (Binder II, 1910.)


9. Darna Gras, darna Quas; darna Gast, darna Quast.Eichwald, 671.


10. Das Gras hat's gern nass.

Die Russen sagen: Feuchtes Gras wächst schneller als trockenes. (Altmann VI, 398.)


11. Das Gras ist besser dran im Sturm als die Bäume.


12. Das Gras kann heute noch Heu werden.


13. Das Gras muss man nicht bei Morgenthauen, ein Mädchen nicht beim Kerzenlicht beschauen.

Frz. Schweiz: Il ne fau pas vueîti l'herba à la rojà, et la fille a la tsandèla. (Schweiz, II, 96, 4.)


14. Das Gras trägt keine Kornähren.

Die Russen: Wenn das Gras Kornähren trüge, so würde das Roggenstroh ohne Aehren sein.


15. Das Grass einer Eln ist stets faul.Eyering, III, 146.


16. Dem Gras im Februar und im Festschmuck den Frauen ist wenig zu trauen.


17. Ehe Gras wächst, verhungert der Gaul.Eiselein, 257; Simrock, 4028.

Engl.: While the grass grows, the steed starves. (Bohn I, 99; Gaal, 1251.)

Frz.: En attendant les souliers d'un mort on va longtemps nu-pieds.

Holl.: Al eert gras wast, so is die henxt doot. (Tunn., 2, 15.)

It.: Caval non morire, che herba de venire. (Bohn I, 99.)

Lat.: Tunc moriatur mannus, dum gramina protahit annus. (Fallersleben, 26.)


18. Ein Gras im Thau, ein Pferd im G'schirr, ein Frauenzimmer in den Kleidern sind drei sehr trogenliche1 Stücke.Kirchhofer, 167.

1) Trogelig (truglich), auch trogahaft (trughaft) = trügerisch, trüglich, verfänglich zu schätzen. (Tobler, 154.)


19. Ein Maul voll Gras (Futter) fürs Vieh ist dem Bauer lieber als eine Schulstunde für seine Kinder. (Niederlausitz.)


20. Es ist viel grün Grass dürr worden.Joach. Westphal, Hoffarts Teuffel (Eisleben 1565), 398a.


21. Es ist wol so ein grünes Grass zu dörrem Hew worden als das.Eyering, II, 566.


22. Früh Gras, früh Heu.

Holl.: Vroeg gras, vroeg hooi. (Bohn I, 341; Harrebomée, I, 258.)


23. Getrone Gras blievt en der Was. (Aachen.) – Firmenich, III, 233.

Getretenes Gras bleibt im Wachsen. »Der Mensch enn Lêd dat selve dêt; legt Lêd em nier, he rieth (erhebt) sich wier.«


[123] 24. Gras in de Wên, Butter in de Kelder. (Franz. Flandern.) – Firmenich, III, 697, 5.

Gras in der Weide gibt Butter im Keller.


25. Gras ist zu hew erkoren vnd solls auch auff dem stein verdorren.Henisch, 1728, 19.


26. Gras ohne Wurzel verwelkt bald.

Unbegründete Beschuldigungen und Nachreden können sich nicht lange halten.


27. Gras und Heu ist zweierlei.


28. Gräss wat im April wäst, stett im Mai fest. (Westf.) – Boebel, 90.


29. Grün grass wird auch Hew.Lehmann, 775, 13.


30. Je fetter das Gras, je besser die Milch.

Die Russen: Saftiges Gras wird mit der Zeit zu guter Milch. (Altmann VI, 475.)


31. Je höher das Gras, je näher die Sense (Sichel).Fischer, Psalter, 238, 2.


32. Je höher das Grass gewachsen ist, je ehe mans abhawet.Petri, II, 392; Henisch, 1728, 7.


33. Je mehr Gras, je mehr Milch.

Dän.: Jo bedre græs-gang, jo grovere exne. (Prov. dan., 252.)


34. Kan auch Grass wachsen ohn Wasser? Petri, II, 413.


35. Komm Gras, wenn Hengst todt ist.

Zu späte Hülfe.


36. Langes Gras macht gross Heu.Winckler, XVI, 46.


37. Lass 's Gras Heu geben und d' Stumpen Embd.Kirchhofer, 361.


38. Lieber Gras zehren, als Almosen begehren.


39. Mancher bringt sein Gras theurer aus, als ein anderer seine Blumen.Winckler, VI, 31.


40. Mancher hört das Gras wachsen und will das Magnificat1 verbessern.Sailer, 234.

1) Den Lobgesang Mariä, den die Katholiken in der Vesper singen.


41. So manches Gras aus der Erde spriesst, so manche Gefahr aus Buhlschaft.Simrock, 1394; Körte, 2408.


42. Ungewachsen Gras kann man nicht mähen. Kirchhofer, 309.


43. Von kleinem gras wächst ein gros Vihe (Beest).Henisch, 1727, 61; Petri, II, 581; Braun, I, 975; Simrock, 4029; Körte, 1410; Reinsberg III, 126.

Der Gedanke, das Kleine als solches nicht zu verachten, denn es wirke sehr heilsam und sei eigentlich das Element, aus dem das Grosse sich aufbaue, wird sprichwörtlich sehr mannichfach ausgedrückt. Auf kleinem Feld wächst auch Korn. Von kleinen Spänen macht man gutes Feuer. In den kleinen Säcken sind die besten Gewürze. (Reinsberg III, 126.) Die Letten: Aus einem kleinen Korn wächst eine grosse Linde. Die Russen: Auf kleinen Pferden kann man auch reiten.


44. Weil das Gras wächst, stirbt das Pferd. Winckler, VII, 35.

Holl.: Eer het gras wast, is de hengst dood. (Bohn I, 317.) – Terwijl het gras groeit, sterven de paarden van honger. (Harrebomée, I, 257 u. 258.)

It.: Mentre l'erba cresce il cavallo muore di fame. (Bohn I, 110.)


45. Wenn das Gras noch so hoch wächst, man kann kein Korn daraus dreschen.

Die Russen: Wenn das Gras noch so hoch wächst, es gibt doch nur Heu. (Altmann VI, 484.)


46. Wenn das Gras wächst, ist der Hengst (s.d.) todt.Simrock, 4027; Körte, 2407; Braun, I, 974.

Wenn's einem gut geht, stirbt man, sagen die Venetier, und die Bergamasken: Wenn das Nest fertig, ist die Elster todt. Die Basken: Als der Käfig fertig war, starb der Vogel. (Reinsberg IV, 33.)

Dän.: Mens græsset groer, døer horse moderen. (Prov. dan., 254; Bohn I, 390.)


47. Wenn Gras wächst im Januar, wâchst es schlecht im ganzen Jahr.Boebel, 72; Orakel, 157; Simrock, 5207.

Die ungewöhnlich milde Witterung im Januar ist auch ausserhalb Deutschlands verdächtig. So sangen die Toscaner: Wenn Januar im Hemde steht, der März vor Lachen berstet. Und: Wenn du im Januar den Specht hörst, so halte den Strohhaufen bereit (weil dann das Vieh lange mit Strohfutter fürliebnehmen muss). Die Mailänder: Wenn du im Januar die Mücken siehst, so schätze jeden Bissen. Die Franzosen: Schöne Tage im Januar betrügen einen im Februar. Die Bergamasken: Wenn der Januar nicht januart, so lässt der Februar [124] einen grossen –. Die Portugiesen: Mit der Blüte im Januar füllt noch niemand, den Speicher (Keller). (Reinsberg VIII, 65.)


48. Wer Gras mähen will, den dürfen die Wiesenblumen nicht erbarmen.


49. Wer im Grase schläft, hat frische (grüne) Träume.Altmann VI, 463.


50. Wer kans gras wachsen hören!Henisch, 1726, 42; Petri, II, 707.


51. Wer sich ins Gras bettet, schläft im Grünen.

Auch russisch Altmann VI, 450.


52. Wer sich ins Gras legt nieder, hüte vor Schlangen die Glieder.


53. Wer sich vor dem Grase fürchtet, muss auf keiner Wiese schlafen (über keine Wiese gehen).


54. Wer sich zu Gras macht, den fressen die Ziegen.

It.: Fatti herba, ti mangiarà la capra. (Pazzaglia, 156, 3.)


55. Wier det Gräss wuossen hîrt, hîrt de Schnôken näse.Schuster, 1058.


56. Wo das Gras nicht wachsen soll, da gedeiht (wächst) es am besten.


57. Wo Gras über Unrath gewachsen ist, da lass keine Kuh weiden.

Vermeide alles, was alte Zwiste wieder erneuen könnte.


58. Wo man dass gras häget, da wächset es.Henisch, 1728, 18; Petri, II, 811; Körte, 2406; Simrock, 4026.


59. Wo saures Gras wächst, da kann kein süsses aufkommen.

Der Mensch ist süsses Gras, das auf sumpfigem Boden nicht gedeiht. Vgl. den Artikel: Was kann der Gewerbestand von der Cholera lernen? von K. Müller in Die Natur (Halle 1865), Nr. 48, S. 378.


60. Zum ersten das Gras, dann die Aehren, danach der volle Weizen in den Aehren, dann das Einsammeln in die Scheune.


*61. A hot hieren 's Grass wachsen.Gomolcke, 80; für Franken: Frommam, VI, 168, 126.


*62. A wird müssen eiss Groass beissen.Robinson, 268; Gomolcke, 249.


*63. Aus dem Grase ist Heu geworden.Parömiakon, 439.

Die Sache hat sich ungünstig verändert.


*64. Dä lot sich 's Gras nit ungere Füsse wachse. (Emmenthal.) – Schweiz, I, 143, 34.

Holl.: Hij laat geen gras onder de voeten groeijen. (Harrebomée, I, 257.)


*65. Dar wasset wol Gras öwer.Eichwald, 670.


*66. Darüber ist schon Gras gewachsen.Körte, 2411; Lohrengel, II, 64; für Franken: Frommann, VI, 168, 127; Eiselein, 257; Tendlau, 502; Braun, I, 978; Herberger, I, 525; für Würzburg: Sartorius, 162.

Ist längst vergessen. Erinnert auch an die bekannte Verjährungsfrist »Jahr und Tag«, wenn angedeutet werden soll, dass die Dauer eines Zustandes diesem gewissermassen eine rechtliche Eigenschaft verliehen habe. (Vgl. Graf, 101.)

Frz.: Cette chose est au rang des péchés oubliés. (Lendroy, 1286.)

Holl.: Dat is reeds lang met gras begroeid. – Het gras is erover gewassen. (Harrebomée, I, 257.)


*67. Das Gras müsste sehr kurz sein, wenn er keine Weide finden sollte.

Es müsste schlimm sein, wenn er sein Brot nicht fände.


*68. Das Gras wächst ihm auf dem Herde. Körte, 2411.

Es steht schlimm mit seiner Küche. Die Dänen sagen, um das Daniederliegen alles Verkehrs zu schildern: Es wächst Gras auf der Landstrasse. (Der groer græs paa alfare veye. Prov. dan., 252.)


*69. Der wird a ball (auch bald) 'nei 's Groas beiss'n möss'n. (Franken.) – Frommann, 163, 125.


*70. Einem das Gras unter den Füssen wegschneiden.

Ihn eines sehr naheliegenden Vortheils berauben, ihm etwas vor der Nase, vom Munde wegnehmen.

Frz.: Couper l'herbe sous le pied. (Leroux, I, 50.)

Holl.: Hij heeft hem het gras voor de voeten weg gemaaid. (Harrebomée, I, 257.)


*71. Einen ins Gras beissen lassen.Eiselein, 599.


*72. Er geht auff dem letzsten gras.Franck, II, 57a.


*73. Er höret auch das Grass wachsen. (S. Floh 62.) – Franck, II, 97b; Tappius, 35a; Lehmann, II, 134, 28; Frischbier2, 1662; Hennig, 89; Lohrengel, II, 303.

[125] Diese Rede ist sehr alt. Nach der Edda hört Heimdaller das Gras wachsen und die Wolle auf dem Vlies der Lämmer.

Lat.: Scit, quod Juno fabulata est cum Jove. (Plautus.) – Scit, quomodo Jupiter duxerit Junonem. (Binder II, 3049; Philippi, II, 170; Tappius, 34b.)


*74. Er hört das Gras in den elysischen Feldern wachsen.Parömiakon, 2893.


*75. Er hört das Gras wachsen und den Klee besonders.Murner, Nb., 48; Müller, 34, 8; Körte, 2411 u. 2981; Frischbier, 335; Hennig, 89.

Von Ueberklugen.

Frz.: Escouter les aveines lever. (Bovill, III, 138.)

Holl.: Hij is zoo wije, dat hij het gras kan zien wassen. (Harrebomée, I, 257.)

Lat.: Scit quid Jupiter Junoni in aurem dixerit. (Seybold, 544.) – Surgentes auscultare avenas. (Bovill, III, 138.)


*76. Er hört das Gras wachsen und die Mücken (an der Wand) niesen.Schottel, 1115a; Sailer, 297; Braun, I, 976.

Im Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit, 1855, theilt Stöber (320) mit, wo und wie man des Kaisers Bart kann wachsen hören. (Vgl. Frommann, IV, 361.)


*77. Er lässt kein Gras unter sich wachsen.


*78. Er lott's Gras nit unger de Fingere wachse. (Solothurn.) – Schild, 82, 287.

Er ist arbeitsam.


*79. Er meint, er sehe das Gras wachsen und höre die Flöhe husten.Kirchhofer, 159.


*80. Gräs onder de Füessa wachsa lô.Tobler, 206.

Sein Geschäft vernachlässigen.


*81. Gras über etwas wachsen lassen.

An etwas nicht mehr gedenken, ea in Vergessenheit stellen.

Frz.: Passer l'éponge sur quelque action. (Kritzinger, 283b.)


*82. He kan Gras wassen hören. (Altmark.) – Danneil, 277; für Appenzell: Tobler, 234; für Köln: Firmenich, I, 475, 202.


*83. Ins Gras beissen.Eiselein, 257; Wurzbach II, 146; Braun, I, 977; Lohrengel, II, 348.

Fallen, sterben im Kriege; von der Bedensart: Er beisste, d.h. sprang infolge einer Verwundung von dem Rosse hernieder auf das Land. Das Wort »beissen« ist nach Weigand nichts als mittelhochdeutsch beizen (althochdeutsch beizên) = absteigen und dann so viel als unterliegen. »Da beyszt Wolf Dietriche wol nieder in das Gras.« (Heldenbuch, Bl. 144; vgl. auch Weigand, Wörterbuch der deutschen Synonymen, I, XX; Sartorius, 162.) Des beissigen Lugans Befinden wollt ihr wissen? Der beissige Lugan hat jüngst ins Gras gebissen. (Lessing.) Eine andere Erklärung dieser Redensart gibt Berthold Seemann in Hannöversche Sitten und Gebräuche in ihrer Beziehung zur Pflanzenwelt; populäre Vorträge (Leipzig 1862). Dort heisst es S. 53: »Es gab eine Zeit, wo weltliche Fürsten es ihren Unterthanen zur Pflicht machten, als äusseres Zeichen vollständiger Unterwerfung im wahren Sinne des Wortes ins Gras zu beissen. Selbst der edle Cid war, wie aus Vers 2030-34 erhellt, genöthigt, König Alfonso auf diese Weise seine Huldigung darzubringen. Schätzen wir uns glücklich, dass unsere Väter uns das ›ins Gras beissen‹ vor den weltlichen, wie das ›zu Kreuze kriechen‹ vor den geistlichen Herren nur als blosse Redeformen überlieferten. Um jedoch – heisst es weiter – dem eigentlichen Ursprung des ›ins Gras beissen‹, näher zu kommen, wären Studien nöthig, wie sie die Gebrüder Grimm über ähnliche Redefiguren angestellt haben, Ueberliefert uns vielleicht unsere Volkssprache hier zugleich eine Erinnerung an jene Schreckenszeiten, wo die Hungersnoth verheerend durchs Land zog, wo Unglückliche, wie noch vor wenigen Jahren in Irland, als letztes Mittel zur Verlängerung ihres elenden Daseins auf die Felder flüchteten und morgens als Leichen noch mit den Spuren des genossenen Grases im Munde angetroffen wurden?«

Frz.: Mordre de poussière.


*84. Jemand ins Grass schlagen.Luther's Tischreden, 251b.

Ihn verachten oder verächtlich behandeln.


*85. Wüchse das Gras wie Untreu und Hass, so hätten Schaf' und Rinder stets guten Winter.Brandt, Nsch., 53.


*86. Man lässt ihm kein Gras unter den Füssen wachsen.Kirchhofer, 138.


*87. Mer misse gour îst Gräss biessen.Schuster, 820.


*88. Sein Gras wird bald zu Heu.Parömiakon, 1508.

Auf seine schönen Versprechungen kann man sich nicht verlassen. Oder: Er ändert, seine Meinungen geschwind.


[126] *89. Weame dat Gras vör den Fäutn weag mäggen. (Büren.)

Ihm einen sicher erwarteten Gewinn entziehen.


[Zusätze und Ergänzungen]

90. Jedes Maul voll Gras im März kostet einen Schoppen Milch im Winter.Bauer-Practik, 25b.


91. Me muess nie's Gras biem Thau betrachte unn e Jumpfere biem Tanz. (Mülhausen.) – Alsatia 1851, S. 15.


*92. Eine handvoll Gras, die alles frass. (Franken.)

Ein Büschel Gras, vom verbotenen Platze genommen, verwandelte sich in einen Process, der das ganze Vermögen frass. Beruht wahrscheinlich auf einem wirklichen Vorgange. (K. Stöber.)


*93. Einem dat Gras vor'n Föten wegmâken. Lyra, 28.


*94. Er sieht das Gras wachsen und hört die Krebse niesen.Weisflog, VII, 27.


Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 2. Leipzig 1870.
Lizenz:
Kategorien:

Buchempfehlung

Holz, Arno

Papa Hamlet

Papa Hamlet

1889 erscheint unter dem Pseudonym Bjarne F. Holmsen diese erste gemeinsame Arbeit der beiden Freunde Arno Holz und Johannes Schlaf, die 1888 gemeinsame Wohnung bezogen hatten. Der Titelerzählung sind die kürzeren Texte »Der erste Schultag«, der den Schrecken eines Schulanfängers vor seinem gewalttätigen Lehrer beschreibt, und »Ein Tod«, der die letze Nacht eines Duellanten schildert, vorangestellt. »Papa Hamlet«, die mit Abstand wirkungsmächtigste Erzählung, beschreibt das Schiksal eines tobsüchtigen Schmierenschauspielers, der sein Kind tötet während er volltrunken in Hamletzitaten seine Jämmerlichkeit beklagt. Die Erzählung gilt als bahnbrechendes Paradebeispiel naturalistischer Dichtung.

90 Seiten, 5.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Geschichten aus dem Biedermeier. Neun Erzählungen

Geschichten aus dem Biedermeier. Neun Erzählungen

Biedermeier - das klingt in heutigen Ohren nach langweiligem Spießertum, nach geschmacklosen rosa Teetässchen in Wohnzimmern, die aussehen wie Puppenstuben und in denen es irgendwie nach »Omma« riecht. Zu Recht. Aber nicht nur. Biedermeier ist auch die Zeit einer zarten Literatur der Flucht ins Idyll, des Rückzuges ins private Glück und der Tugenden. Die Menschen im Europa nach Napoleon hatten die Nase voll von großen neuen Ideen, das aufstrebende Bürgertum forderte und entwickelte eine eigene Kunst und Kultur für sich, die unabhängig von feudaler Großmannssucht bestehen sollte. Dass das gelungen ist, zeigt Michael Holzingers Auswahl von neun Meistererzählungen aus der sogenannten Biedermeierzeit.

434 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon