Februar (Hornung)

Februar (Hornung).


1. Der Februar baut manche Brück', der März bricht ihnen das Genick.


2. Der Februar muss seine Pflicht thun.

Frz. Schweiz: Il fau que févrei fasché schon dévei.


3. Der Februar spricht zum Jänner: Hätt' ich die Macht wie du, so liess ich frieren das Kalb in der Kuh.Boebel, 76.


4. Ein nasser Februar bringt ein fruchtbar Jahr.

Frz.: Pluie de février vault jus de fumier (oder: vault un fumier). (Leroux, I, 66.)


5. Februar füllt die Gräben schwarz oder weiss, doch weiss ist besser: (Sachsen.) – Boebel, 77.


6. Februar mit Koth, bringt Krankheit und Noth.


7. Februar verkuppelt manches Paar.

Frz.: Février l'anelier. (Leroux, I, 65.)


8. Februar warm, Frühling kalt. (Ostpreuss.) – Boebel, 75.


9. Februoar waarm, twee moal Gott erbaarm. (S. Januar.) (Altmark.) – Firmenich, III, 123, 2.


10. Februoari – Scheper, woar di1. (Strelitz.) – Firmenich, III, 73, 120.

1) Wahre, hüte dich.


11. Im Februar brütet die weisse Gans ein gut Jahr.Boebel, 76.


[947] 12. Im Februar ist besser zwei Fuss tiefen Schnee auf dem Miste zu sehen, als einen Mann in Hemdsärmeln.

Frz. Schweiz: Vô mi schu ia courtena dou pi dé nei tié oun homo schin manelzé in févrei.


13. Im Februar ist Schnee besser als Koth. (Sachsen.) – Boebel, 77.

Frz.: Février qui donne neige bel été nous plège. (Leroux, I, 66.)


14. Im Februar muss die Lerche auf die Heid', mag's ihr lieb sein oder leid. (Strehlen.) – Boebel, 76.


15. Im Februar such Schuhwerk var. (Masuren.)

Poln.: Luty, obuway bóty. (Boebel, 75.)


16. Ist der Februar sehr warm, friert man zu Ostern bis in den Darm.


17. Wan der Februario die Macht hätt' wie sein Bruder (Januar), so wolte er forne frieren und hinden sieden.Oec. rur.


18. Wenn Februar es gnädig macht, bringt der Lenz den Frost bei Nacht.


19. Wenn im Februar die Katze liegt im Sonnenschein, so muss sie im März an den Ofen hinein.Boebel, 75.

Poln.: Kiedy kot w Lutym na slonku sie przeje, musi w Marcu wlézé na piecek.


20. Wenn im Februar die Mücken geigen, so müssen sie im Märze schweigen.


21. Wenn im Februar die Mücken schwärmen, muss man im März die Ohren wärmen. (Köthen.)


22. Wenn im Februar die Mücken tanzen auf dem Mist, so verschleuss dein Futter in die Kist'.


23. Wenn im Februar die Stürme fackeln, dass den Ochsen die Hörner wackeln, das haben die Bauern von Bern sehr gern.

Aehnlich bei Boebel, 76.

24. Wenn im Februar fette Vögel werden gefangen, so kommt noch viel Kälte gegangen.


25. Wenn im Februar liegt die Katz' in der Sonne, so kriecht sie im März wieder in die Tonne.

Frz.: Si febvrier ne faict des siennes, mars lui livre camp et guerre fière. (Leroux, I, 66.)


26. Wenn im Februar spielen die Mücken, so gibt's im Schafstall grosse Lücken. (Duisburg.) – Boebel, 77.


[Zusätze und Ergänzungen]

27. Am Februar krachen de Schtîn, äm Mierz kracht det Eiss.Schuster, 7.


[1251] 28. Der Februar vertreibt den Schmied aus der Hütte. (Oberhessen.)


29. Februar hat seine Mucken, baut von Eis oft feste Brucken.Marienkalender, 1879, S. 10.


30. Im Februar hält der Marder beim Bauer seine Hochzeit.Wunderlich, 21.


31. Im Februar soll's stürmen, dass dem Stier die Hörner wackeln.Wunderlich, 21.


32. Im Februar werden die wenigsten Thränen geweint.


33. Ist der Februar kalt und trocken, so soll der August heiss werden.


34. Kalter Februar bringt ein gutes Jahr.Payne, 17.


35. Nach einem gelinden Februar pflegt ein strenger Nachwinter zu folgen. (S. Mücke.)


36. Nasser Februar bringt fruchtbar Jahr.Klix, 22.


37. Ver 'em Februar gralt der Zigun um mesten. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 6.


38. Warmer Februar – kalter März.Wunderlich, 21.


39. Weisser Feber stärkt die Felder.Prager Kalender, 1877.


40. Wenn im Februar der Hahn nicht schreit, thut der Henne das Brüten leid.Wunderlich, 21.


41. Wie der Februar, so der August.Wunderlich, 21.


Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 1. Leipzig 1867.
Lizenz:
Kategorien:

Buchempfehlung

Diderot, Denis

Die Nonne. Sittenroman aus dem 18. Jahrhundert

Die Nonne. Sittenroman aus dem 18. Jahrhundert

Im Jahre 1758 kämpft die Nonne Marguerite Delamarre in einem aufsehenerregenden Prozeß um die Aufhebung ihres Gelübdes. Diderot und sein Freund Friedrich Melchior Grimm sind von dem Vorgang fasziniert und fingieren einen Brief der vermeintlich geflohenen Nonne an ihren gemeinsamen Freund, den Marquis de Croismare, in dem sie ihn um Hilfe bittet. Aus dem makaberen Scherz entsteht 1760 Diderots Roman "La religieuse", den er zu Lebzeiten allerdings nicht veröffentlicht. Erst nach einer 1792 anonym erschienenen Übersetzung ins Deutsche erscheint 1796 der Text im französischen Original, zwölf Jahre nach Diderots Tod. Die zeitgenössische Rezeption war erwartungsgemäß turbulent. Noch in Meyers Konversations-Lexikon von 1906 wird der "Naturalismus" des Romans als "empörend" empfunden. Die Aufführung der weitgehend werkgetreuen Verfilmung von 1966 wurde zunächst verboten.

106 Seiten, 6.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Geschichten aus dem Biedermeier III. Neun weitere Erzählungen

Geschichten aus dem Biedermeier III. Neun weitere Erzählungen

Biedermeier - das klingt in heutigen Ohren nach langweiligem Spießertum, nach geschmacklosen rosa Teetässchen in Wohnzimmern, die aussehen wie Puppenstuben und in denen es irgendwie nach »Omma« riecht. Zu Recht. Aber nicht nur. Biedermeier ist auch die Zeit einer zarten Literatur der Flucht ins Idyll, des Rückzuges ins private Glück und der Tugenden. Die Menschen im Europa nach Napoleon hatten die Nase voll von großen neuen Ideen, das aufstrebende Bürgertum forderte und entwickelte eine eigene Kunst und Kultur für sich, die unabhängig von feudaler Großmannssucht bestehen sollte. Für den dritten Band hat Michael Holzinger neun weitere Meistererzählungen aus dem Biedermeier zusammengefasst.

444 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon