Ding

[603] 1. Acht Dinge bringen in die Wirthschaft Weh: Theater, Putzsucht, Ball und Thee, Cigarren, Pfeife, Bierglas und Kaffee.


2. Acht Dinge haben von Natur Feindschaft gegeneinander: der Bauer und der Wolf, Katze und Maus, Habicht und Taube, Storch und Frosch.


3. Acht Dinge kann man in des Narren Apotheke erblicken: Gehirn von einer Mücken, das Blaue vom Himmel, bösen Gelds Schimmel, für den Sod Johannisbrot, für den Schweiss Harn von einer Geiss, Kukuksang, Schellenklang und zum Tanz Affenschwanz.


4. Acht Dinge machen den Reigen ganz: der Metzen ein Tanz, der Märgen (Mariechen) ihr Hans, einem jungen Laffen ein Kranz, dem Spieler eine Schanz, dem Frass eine nördlingsche Gans, dem Hofmann ein Fuchsschwanz, dem Barfüsser sein Franz, dem Pfaffen seine Monstranz.Fischart.


5. Acht Dinge sind, die nicht zusammengehören: Nacht und Tag, Gerechte und Ungerechte, Gutes und Böses, Leben und Tod.


6. Acht Dinge sind gemeiniglich beisammen: Weiber und Flammen, Ross und Wagen, Hals und Kragen, Metzger und Schragen.


7. Acht Dinge trifft man im Verein: Fass und Wein, Koch und Brei'n, Acker und Pflug, Wasser und Krug.


[604] 8. Acht Dinge zieren acht andere: der Altar die Kirche, die Waare den Markt, das Getreide den Acker, die Scheide den Degen, der Zaum das Pferd, der Saum das Kleid, die Blume den Garten und ehrlicher Ruhm den Mann.


9. All Däng hat een Manier, – äwell d'tt Mästspröden en Schludder. (Eifel.)


10. All dein Ding fang mit dem Ende an.Sutor, 411.


11. All din ding ist nüt den gschrey, du gaggest vil, vnd leyst kein Ey.Viz Eckstein, um das Jahr 1520.


12. All Ding, das sich bessert, ist gut.Körte, 905; Simrock, 964.


13. All Ding ein' Weile, aber (lang ist) nicht ewig.Henisch, 712; Körte, 881; Schottel, 1128b.


14. All Ding geht im Gewicht, wie der Bauern Dreschflegel.


15. All ding haben zwey ansehen.Henisch, 712.

Lat.: In bivio sunt omnia. – Vnum iter ad virtutem, alterum ad vitium. (Henisch, 712.)


16. All Ding hat ein Ende und die Mettwurst hat zwei.Simrock, 2060.


17. All Ding hat sein Anfang (und Gewächs).

An dem Fleischhause zu Nürnberg über dem Eingange liegt ein in Stein gehauener Ochs, dessen Gewicht nahe 30 Centner beträgt und der den Fremden als Wahrzeichen gezeigt wird. Darunter steht (in lateinischer Sprache): All Ding sein Anfang und Gewächs hat, aber der Ochs in dieser Stadt, wie du ihn siehst, zu keiner Frist ein junges Kalb gewesen ist. (Wagenseilii de Civitate Noribergensi Commentatio, Altdorf MDCXCVII.)

Frz.: A tout il y a commencement. (Bohn I, 6.)

It.: Ogni cosa vuol principio. (Bohn I, 116.)

Lat.: Omnium sub coelo rerum mensurae sunt tempus et locus. (Bovill, III, 40.)

Port.: Principio querem as cousas. (Bohn I, 292.)


18. All ding hat sein zeit.Egenolff, 188a u. 351b; Gruter, I, 3; Henisch, 712; Schottel, 1128a; Sailer, 63.

Holl.: Alle dingen gelukken altijd niet even wel. (Harrebomée, I, 133.)

Lat.: Omnia fert aetas. (Virgil.) (Philippi, II, 69.)

Port.: Cada cousa a seu tempo. (Bohn I, 270.)

Span.: Cada cosa en su tiempo y nabos en Adviento. (Bohn I, 207.)


19. All Ding hett sin Wêtenschap1, seed jene lütje Dieren2, un härr dat Ligt mit'n Steert utpustet3.Hoefer, 223.

1) Wissenschaft, Kunstgriff.

2) Kleine Dirne.

3) Ausgeblasen. – Zur Bezeichnung von Dünkel und Verkehrtheit. Ebenso hochdeutsch vom Mädchen, oldenburgisch von Jan, ostfriesisch von Engelmö oder Grôtjemö.


20. All Ding ist nur eine Weile schön.Steiger, 290; Venedey, 55; Körte, 880.

Lat.: Variatio delectat. (Lehmann, 176, 23.)


21. All ding wil rath vor der that.Franck, II, 69b.


22. All ding zu rechter zeit aussrichten.Eyering, I, 17.

Lat.: Nunc tuum ferrum in igne est. (Eyering, I, 17.)


23. All dingk wirt mit vrsach gethan.Morssheim.


24. All Dink mit Maten, dit to don un dat to laten.Eichwald, 318.

Holl.: Al ding met maten, mag men doen en laten (of: die dat kan, 't zal baten). (Harrebomée, I, 134.)


25. Alle ding ein weil.Franck, II, 156b; Egenolff, 214b; Lehmann, II, 26, 1; Eiselein, 120; Pauli, I, 316b; Mayer, II, 214.

Holl.: Alles dinghes een wile. (Tunn., 3, 19 u. 17, 3; Fallersleben, 63.)

Lat.: Stant modica puncta mundana negocia cuncta. (Sutor, 413.)


26. Alle ding hat sein zeit, wann es auffgehen vnd fallen sol.Franck, I, 20b.

Frz.: Tout passe, tout casse, tout lasse. (Bohn I, 9.)

Lat.: Omnium rerum vicissitudo est. (Terenz.) (Binder II, 2420; Faselius, 88; Philippi, II, 73; Seybold, 416; Wiegand, 192.)


27. Alle ding sind möglich dem, der da glaubt. Henisch, 712.


28. Alle ding werden ärger.Henisch, 712.


29. Alle Ding werden von tag zu tag ärger.Henisch, 923.


30. Alle ding wollen ein anfang haben.Tappius, 174a; Henisch, 712; Lehmann, II, 26, 3; Eyering, I, 12; Siebenkees, 1.

Dän.: Alting maa have en begyndelse. (Prov. dan., 24.)


[605] 31. Alle ding zu bedencken, ehe sie geschehen. Eyering, I, 14.

Lat.: Antequam incipias consulto. – Mature consulto opus facto. (Eyering, I, 14.)


32. Alle Dinge ändern sich.

Dän.: Alting er allene bestandig i ubestandighed. (Prov. dan., 24.)


33. Alle Dinge behagen des Popen Augen und des Pfaffen Magen. (Poln.)


34. Alle Dinge brechen, weil sie schwach, der Mensch allein, weil er (sich) zu stark (glaubt). (Türk.)


35. Alle Dinge haben ihr Ende!Steiger, 410; Eiselein, 121.

Holl.: Alle ding heeft een einde, behalve God. (Harrebomée, I, 179; Bohn I, 297.)


36. Alle Dinge haben ihren Handgriff.

Holl.: Alle dingen hebben een handvatsel, en de koekepan een' steel. (Harrebomée, I, 133.)


37. Alle Dinge haben zwei Seiten.Eiselein, 121; Körte, 894.

Holl.: Alle dingen hebben twe handvatsels. (Bohn I, 297.)


38. Alle Dinge kann kein lebender Mann.


39. Alle Dinge lassen sich sagen.

Holl.: Alle dinc leet hem segghen. (Tunn., 3, 12.)

Lat.: Quaevis res seculi de se fort plurima dici. (Fallersleben, 57.)


40. Alle Dinge mit Bedacht.

Dän.: Alting met betænksomhed. (Prov. dan., 23.)


41. Alle Dinge mit Willen, so gibt's keinen Krieg.


42. Alle Dinge sollen gemein, wie Luft und Sonnenschein.


43. Alle Dinge verkehren sich, ausser das Weite in den Hosen, das bleibt immer oben, und der Kuhschwanz bleibt immer vor der Thür.

Dän.: Alting forkeerer sig uden viide ende af hosen, den bliver altid øverst. (Prov. dan., 23.)


44. Aller Dinge soll man mild sein, nur der Zeit nicht.Körte, 896; Reinsberg III, 5.


45. Aller guten Ding seynd drey.Lehmann, II, 33, 23; Gruter, III, 4; Pistor., I, 18; Reyscher, XVI, 115; Kirchhofer, 261; Mayer, II, 229; Körte, 895; Simrock, 1703; Hillebrand, 220; Grimm, Rechtsalt., 208; Nopitsch, 79 u. 257; Henisch, 713; für Waldeck: Curtze, 354, 498; Eiselein, 125; niederdeutsch bei Bueren, 8.

Nimmt man »Ding« für Gericht, dann bedeutet das Sprichwort zunächst, dass jedem drei Dinge oder Gerichtstage zugute kommen. Diese drei Dinge stehen schon mit der vorchristlichen Eintheilung des Jahres im Zusammenhange, mit der auch die alte Dreifelderwirthschaft in Verbindung stand. Sodann weist das Sprichwort auf die dreimalige Klageanstellung auf dem echten Dinge hin, bevor es zur Verurtheilung des Beklagten wegen Ungehorsams kommen konnte. Drei echte Dinge erfüllten aber gerade den Zeitraum eines Jahres und die dreimal vierzehn Tage der Frist im Contumacialverfahren hinzugerechnet, ergibt das Jahr und Tag als Gesammtfrist. Das Sprichwort drückt dann die gesetzliche dreimonatliche Nachsicht aus, oder noch drei Afterdinge nach drei Echtdingen, die dreimonatliche Frist nach dem Ablauf des Jahres, von weichem erst die dritte eine peremtorische war. Vgl. die auch für den Nichtjuristen sehr lehrreiche Abhandlung über dies Sprichwort in der oben angeführten Zeitschrift von Reyscher, XVI, 115-132; ferner Sachsenspiegel, I, 67, 2; III, 39, 3.

Frz.: Le nombre de trois est parfait. – Toutes les bonnes choses sont au nombre de trois. (Gaal, 301.)

Holl.: Alle goede dingen bestaan in drieën. (Harrebomée, I, 134.)

Lat.: Numero Deus impare gaudet. (Virgil.) (Binder I, 1241; II, 2307; Philippi, II, 55; Seybold, 394.) – Omne trinum perfectum. (Gaal, 301.)

46. Aller guten Dinge sind drei, sagte Peter Möffert, als er dem Jungen die dritte Wahtsche gab. (Schles.)


47. Aller guten Dinge sind drei und die bösen vier.Kirchhofer, 340.


48. Alles Ding will vor(her) Rath, dann That. Sailer, 126.


49. Alles dings ein mass.

Dän.: Alting til maade. (Prov. dan., 23.)

Lat.: Omnibus in rebus modus est pulcherrima virtus.


50. Alls dings ein weil.Eyering, I, 20.


51. An drei Dinge soll sich niemand kehren: an der Krämer Schwören, an der Hunde Hinken, an der Huren Winken.


[606] 52. An drei Dingen erkennt man den Fürsten: bei Haltung gegebener Zusagen, reiner Strasse und guter Münze.


53. An drei Dingen erkennt man den Sohn Abraham's: Gerechtigkeit im Herzen, Bescheidenheit des Geistes und Mässigung in seinen Wünschen. (Hebr.)


54. An drei Dingen erkennt man den Weisen: Schweigen, wenn Narren reden, denken, wenn andere glauben, und handeln, wenn Faule träumen.

Frz.: Cinq propriétés caractérisent le sage: Ne pas interrompre celui qui parle, écouter et réfléchir, ne faire de questions que celles qui mènent à un but, répondre à propos et par ordre, le sot fait tout le contraire. (Cahier, 2519.)


55. An drei Dingen erkennt man des Menschen Sinn in der Welt: im Trunk, im Zorn und am – Geld.

Frz.: Trois choses font connaître l'homme: la bouteille, la bourse et la colère. (Cahier, 2518.)


56. An drei Dingen erkennt man, ob jemand verheirathet ist oder nicht: wenn seine Haare aus dem Hute, seine Elnbogen aus dem Aermel und seine Zehen aus den Strümpfen hervorsehen.


57. An drei Dingen fehlt es noch immer in der Welt: an Münze, Holz und guten Freunden.


58. An drei Dingen ist immer etwas zu flicken: an einer Mühl', einer Uhr und eines Weibes Tücken.


59. An drei Dingen ist in Westfalen nicht Noth: an dünnem Bier, langen Meilen und grobem Brot.


60. An drei Dingen wird erkennt ein schlechtes Regiment: wenn der Zehrstand blüht, der Nährstand flieht (auswandert) und der Lehrstand vervieht (verdummt).


61. An fünf Dinge soll sich niemand kehren: an der Krämer Schwören, an der Hunde Hinken, an der Metzen Winken, an der Frauen Weinen, an der Kinder Greinen.


62. An sichern Dingen ist der Zweifel gut.

Der Spanier sagt noch bestimmter: das Sicherste.


63. An sieben Dingen (Stücken) wird eines Menschen Weisheit erkannt: wenn er in Gegenwart Verständigerer schweigt, niemandem in die Rede fällt, nicht unbedachtsam antwortet, gern hört und lernt, nach des Gesprächs Veranlassung fragt, in seinen Reden Ordnung hält und die Wahrheit sagt.


64. An vier Dingen erkennt man den Franzosen: wenn die Uhr schlägt, wenn er jemand fragt wenn er Versprechungen macht und wenn er von seinen Liebschaften redet.Reinsberg VI, 130.


65. An vier Dingen erkennt man einen Narren: sich selbst loben, sich leicht erzürnen, ungefragt viel reden und wegleihen ohne Sicherheit.

Engl.: By six qualities may a fool be known: Anger without cause, speech without profit, change without motive, inquiry without an object, putting trust in a stranger and wanting the capacity to discriminate between a friend and a foe.


66. An vier Dingen geht viel ab: an Rechnungen, an Worten, Dünken und gespanntem Tuch.


67. An zwei Dingen fehlt immer etwas: an einer Mühle und an einer Braut.


68. An zwei Dingen ist immer was zu flicken: an alten Häusern und alten Weibern.


69. An zwei Dingen ist verloren der Safran und die goldnen Sporen: an Kuhfleisch in gelber Brüh' und einem Ritter ohne Müh'.


70. An zwei Dingen ist wenig zu erwischen: an Träumereien und Backfischen.


71. Angebotene Dinge sind niemanden eben.


72. Angefangene ding endet Gott.Henisch, 825.


73. Auch kleine Dinge achte nicht geringe.


[607] 74. Auf drei Dinge achte nicht schlecht; auf deinen Pflug, dein Buch und dein Recht.


75. Auf drei Dinge kann man sich selten ganz verlassen: auf ein Pferd, ein Weib, ein Schwert.


76. Auf drei Dingen ruht kein Segen: auf Gewogenem, Gemessenem und Gezähltem.


77. Auf vier Dinge kann man nicht bauen: auf Wolken im Sommer, einen klaren Winterhimmel, auf runde Kiesel und den Sinn der Frauen. (Ital.)


78. Auf vier Dinge sollen achten vier: der Kaufmann, wenn die Waare geht; der Schiffer, wenn der Wind sich dreht; der Winzer, wenn die Traube schwillt; der Bauer, wenn der Roggen gilt.


79. Aus drei Dingen besteht die Liebe: sie ist ein langes Hoffen, ein süss Verarmen und ein geschwinder Hass.Th. Murner, Gäuchmode.


80. Aus drei Dingen erkennt man den Menschen: aus den Augen, aus dem Beutel und aus dem Becher.


81. Aus drei Dingen kann man sich (über jemand) ein Urtheil machen: aus Kleidung, Gang und Lachen.

Lat.: Vestitus, risus, incessus arguunt hominis ingenium. (Seybold, 629.)


82. Aus kleinen Dingen kann grosse Sach' entspringen.

Holl.: Van kleine dingen komt dikwijls groote hinder. (Bohn I, 340.)


83. Aus vier Dingen werden Heilige gemacht: aus Geduld, Almosen, Lieb' und Andacht.


84. Bei drei Dingen darf man das Klopfen nicht sparen, will man sie gebessert schauen: beim Stockfisch, bei Hunden und Frauen. (Lombard.)


85. Bei drei Dingen führen gute Freunde ein gastlich Leben: bei Käse, Brot und Salz daneben.


86. Bei drei Dingen lange zu: bei Ziegenmilch, Schafkäse und Butter von der Kuh.

Frz.: Beurre de vache, fromage de brebis, caillé de chèvre. (Recueil, 6.)


87. Bei drei Dingen leidet niemand Noth: bei gesundem Schlaf, frischem Trank und Brot.


88. Bei drei Dingen lernt man den Menschen kennen: in der Liebe, beim Spiel und beim Wein.


89. Bei drei Dingen man Schaden erfährt: Mit einem Hunde in der Speisekammer, einem Lügner zum Bedienten und einem schelmischen Pferd.


90. Bei drei Dingen pflegt immer Hader zu sein: bei Weibern, Lieb' und Wein.


91. Bei drei Dingen zeigt sich der Mensch wie er ist: beim Gelde, beim Becher, beim Zwist (Zorn).

Ein rabbinischer Spruch heisst: Bechiso, Bechoso, Bechaso, den B. Auerbach mit den Worten deutsch zu geben sucht: Im Korn, im Horn, im Zorn, und Levysohn in Stockholm: Im Geldeshang, im Becherklang, im Zornesdrang.


92. Bei fünf Dingen wird meist etwas vermisst: bei offnem Topf und offnem Beutel, bei offnem Mund, bei offner Thür und Kist'.


93. Bei vier Dingen hat man für Ein Vergnügen hundert Beschweren: bei Liebschaften, Vögeln, Hunden und Gewehren.

It.: D'uccelli, di cani, d'armi e d'amori per un piacere mille dolori.


94. Bei vier Dingen ist kein Verlass: bei Pferden, bei Fürsten, bei Frauen und – Gras. (Arab.)


95. Bei vier Dingen sind gern vier andere auch: bei Zwiebeln der Lauch, bei Hühnern die Hahnen, bei Borgen das Mahnen, und wo Feuer, da Rauch.


96. Besser zwei gute Dinge, als eins.

Engl.: Two good things are better than one. (Bohn II, 138.)


97. Dân Ding' is gôd raug'n, sôd Ulenspegel, un wischt'n Nôrs, îr he schäten härr.Hoefer, 1086.


98. Dan Ding'n is gôd raug'n, säd de oll Frû, un lês den Morg'nseg'n un Abendseg'n to'lîk.Hoefer, 332.

Nach gethanen Dingen ist gut ruhen, sagte die alte Frau, und las den Morgen- und Abendsegen zugleich.


[608] 99. Das Ding beisst wie der Teufel, sagte der Bauer, als er Senf ass.

Holl.: Welk een ding is mosterd, het bijt, en heeft geene tanden. (Harrebomée, I, 137.)


100. Das Ding hat kein Ansehen. (Nürtingen.)

Oder auch: kein Gesicht, keine Art, keinen Schlag, sieht nach nichts aus, es ist keine Arbeit; alles, um zu sagen: die Sache befriedigt mich nicht, sie gefällt mir nicht.


101. Das Ding heckt Läuse.Eiselein, 412.

Lat.: Diuturnam molestiam creat. (Binder II, 814.)


102. Das Ding läuft verkehrt, sagte Töffel, als er einen Krebs gehen sah.

Holl.: Dat ding loopt verkeerd, zei de boer, en hij had een kreeft aan een touwtje. (Harrebomée, I, 134.)


103. Das Ding wird den Hund haben.Hillebrand, 215; Grimm, Rechtsalt., 717.

Vom 10. bis 13. Jahrhundert war das Hundetragen eine Strafe für vornehme Verbrecher. Der Missethäter musste ihn tragen, um anzuzeigen, dass er verdiene, gleich einem Hunde er schlagen oder aufgehängt zu werden, was für eine Erschwerung der Todesstrafe galt. Das Sprichwort will sagen, dass etwas einen schlimmen Ausgang haben werde. (S. Hund.)


104. Das ist ein schmierig Ding, sagte der Friedrich1, und hatte eine Schuhbürste in der Hand.

1) Name des Haushälters, Hausknechts in schlesischen Gasthöfen.

Holl.: Wat is dat ding smerig, zei Grietje Viesneus, en zij had een profijtertje in hare hand. (Harrebomée, I, 137.)


105. Das ist ein zapplig Ding, sagte Hans, da er einen Federball springen sah.

Holl.: Dat ding wil niet stil staan, zei Frederik, en hij draaide het kompas om. (Harrebomée, I, 134.)


106. Dat es en kumoude1 Dingen, sagte de Bûr, doa soagh hä 'n Lampenssnüter2, knîped de Kuale3 vam Lechte4 un döüd se der in. (Halver in der Grafschaft Mark.) – Frommann, III, 262, 73.

1) Bequemes.

2) Lampenschneuzer = Lichtscheere.

3) Kohle.

4) Lichte.


107. De alle vörkamende Dinge wüss, de wür fröh rîk.Bueren, 101; Eichwald, 319.


108. Dem Ding ist leicht zu helfen, eh' eine blinde Katze sieht.


109. Der Dinge Recht1 bricht Landrecht.Eiselein, 112.

1) Berathungen und Beschlüsse der gesetzgebenden Macht.


110. Der ein ding veracht, der will es kauffen. Lehmann, 421, 61.


111. Der ist eines Dinges nicht werth, der nicht das Herz hat, dass er's begehrt.Eiselein, 63.


112. Der ist wol aller Ding erfahren, der auffhört, ehe er sihet verlohren.Henisch, 922.


113. Der muss offt eins Dings entgelten, der es nicht hat genossen.Lehmann, 179, 1.


114. Des dings man nicht wol hüten kan, so gfallen thut eim jederman.Eyering, I, 618.


115. Die allerunüzesten Ding in einem Hause sind Hüner ane Eier, Süwe ane Ferkel, Kuo ane Milich, Tochter ein Nachtfar, Sun ein Spi ler, Wib ein Geudin und die Magd swanger.Bebel, um das Jahr 1500.


116. Die ding, die wir achten klein, offtmals die allerbesten sein.Eyering, I, 333 u. 656.


117. Die Dinge scheinen, die Menschen meinen. Simrock, 1634; Körte, 900.


118. Die Dinge sind stärker als die Worte.


119. Die drei besten Dinge im Leben sind: Gotteshuld, Gewissensunschuld und des Mannes Geduld.Sailer, 98.


120. Die schönsten Dinge auf Erden sind: ein treues Herz und eine verschwiegene Zunge.


121. Die vier stolzesten Dinge in der Welt: ein schweizer Bauernknecht auf einem grossen Rosse, ein geiles Hurenweib auf einem festen Schlosse, ein Floh und eine Laus in einem bösen Grinde, das sind vier stolze Hofgesinde.


122. Dies Ding hoasst Hans.Zaupser, Idiot., Nachlese.

Ist vortrefflich.


[609] 123. Dings g'spielt, ist baar bezahlt.Kirchhofer, 170; Hillebrand, 113.

Dings spielen heisst soviel wie auf Credit, auf Borg spielen. (Schmeller, I, 379.) Drückt den Rechtssatz im Canton Schwyz aus, dass gegen Spielschulden keine Klage zulässig ist. (Kothing, Landbuch von Schwyz, S. 51.)


124. Dree Dinge dägt (taugt) alle nich: Bîchten âne Röe, Levhebben âne Tröe, Allmosen gäven in't Angesicht.


125. Dree Dinge plagt de Minschen alltîd: Flöe, Flêgen un Nîd. (Oldenburg.)


126. Drei arge Dinge sind in Ost und West: Krieg, Hunger und Pest.


127. Drei ausserordentliche Dinge sind in (der Provinz) Kuang-Tong: Himmel ohne Schnee, Bäume, so immergrün, und Menschen, die stets Blut spucken1. (Chin.)

1) Die Bewohner kauen nämlich Arekanüsse in Betelblätter gewickelt, was nicht nur die Lippen, sondern auch den Speichel, der dadurch sehr reichlich erzeugt wird, dunkelroth färbt. (Reinsberg VI, 103.)


128. Drei ding begeren die Menschen: Ehr, Reichthumb, Wollust.Henisch, 245.


129. Drei Ding geben der Wahren jhren preiss: ein Land, der ort vnd Marckt.Lehmann, 419, 46.


130. Drei Ding hab' ich nicht nennen hort: alte Hüner, die nicht scharren, junge Gsellen, die nicht narren und ein alt Weib ohne Wort.


131. Drei ding seind ein muckenfuss werth: ein Hauss von Kartenblättern, ein Freund mit dem maul vnd vom Krautstiel ein Pferd. Lehmann.


132. Drei ding sindt gesundt: wenig ess dein mundt, vb dich alle stund, lauff nit wie ein Hund.Franck, I, 45b; Henisch, 749; Gruter, I, 22; Sailer, 291; Mayer, I, 181; Eiselein, 121; Schottel, 1125b; Petri, II.

Holl.: Drie dingen zijn gezond: Oefen u te aller stond, weinig eten in den mond, loop niet als een hond. (Harrebomée, I, 135.)


133. Drei Ding thun wenig Nutz im Haus: wer in der Taschen zeucht ein Maus, wer brennend Kohl in Kleider legt und Schlangen in dem Busen trägt.


134. Drei Ding wenig nütz sein: Würth ohne Wein, Pfaffen ohn Latein und Hirten ohn Schwein.Gruter, III, 115.


135. Drei Dinge ändern sich geschwind: Weib, Glück und Wind.


136. Drei Dinge ändern sich wie Aprilwetter: Herrengunst, Frauenlieb' und Rosenblätter.


137. Drei Dinge auf den Tod verdriessen: treu dienen und kein Erkenntniss geniessen, nicht schlafen und dennoch liegen im Bette, und vergebens erwarten, was man gern hätte.


138. Drei Dinge, auf die man heute stolz, sind morgen oft nicht mehr: gross Pracht, viel Gold und Ehr'.


139. Drei Dinge aus dem Hause führen: über seinen Stand sich zieren, Gäste halten und banketiren.


140. Drei Dinge bald verziehn: Pfaffengien, armer Weiber Schön' und Märzengrün.


141. Drei Dinge bedecken manchen Schalk: Pfeffer, Kapp' und Kalk (Wand, Mauer).


142. Drei Dinge bedürfen täglich Versuch: Harnisch, Frauen und Buch.


143. Drei Dinge befördern alle Sachen zu Rom: Geschenke, Gunst und Macht.Trias Rom.


144. Drei Dinge befördert der Trunk: rothe Nasen, Schlaf und Urin.


145. Drei Dinge begehrt jedermann zu Rom: kurze Messe, alt Geld und gute Tage in der Welt.


146. Drei Dinge berauschen in der Welt: Branntwein, Gewalt und Geld.


147. Drei Dinge bereut der Weise: wenn er einem Weibe etwas Heimliches vertraut, wenn er zu Wasser gegangen, da er zu Fuss hätte gehen [610] können, und wenn er einen Tag unnütz zugebracht hat.


148. Drei Dinge besitzen Anmuth: der Ort bei seinen Bewohnern, die Frau bei ihrem Manne und der Kauf bei dem Käufer.


149. Drei Dinge besitzen die Polen am wenigsten und geniessen sie verschwenderisch: Seide, Gewürz und Wein.


150. Drei Dinge bewahre für den eigenen Leib: dein Pferd, dein Schwert, dein Weib.


151. Drei Dinge bewegen des Menschen Brust: Ehre, Nutzen und Lust.

Lat.: Tria hominem movent: honor, utilitas, voluptas. (Bovill, I, 211c.)


152. Drei Dinge bieten der Themis Trutz: Liebe, Hass und Eigennutz.


153. Drei Dinge brauchen einen tapfern Hüter im Feld: guter Wein, schöne Frau und Geld.


154. Drei Dinge brauchen immer Reparaturen: Mühlen, Weiber und Uhren.


155. Drei Dinge brauchen viel, wählt man nicht genau: Tiegel, Lampe und Frau. (Lombard.)

Der Tiegel viel Butter, die Lampe viel Oel.


156. Drei Dinge brauchst du, damit dir's gelinge: zum Anfang Verstand und Rath, zum Fortgang Vorsicht, zum Vollenden Ausdauer und Glück.


157. Drei Dinge braucht ein Feld, soll es sein gut bestellt: schön Wetter, guten Samen und – viel Schweiss.

It.: Tre cose vuol il campo, buon tempo, buon seme, è buon lavoratore. (Bohn II, 39.)

158. Drei Dinge braucht man im Jahr, zu erhalten seiner Freunde Schar: ein Buch Papier, ihnen zu schreiben, einen Hut, sie zu begrüssen, und ein Fass Wein, mit ihnen zu trinken.

It.: Tre cose ogn' anno sono necessarie per conservar gl' amici: una botte di vino per bever con loro, un capello per salutarli et un quinterno di carta per scriver loro. ( Pazzaglia, 12, 18.)


159. Drei Dinge braucht, wer zu Rom will siegen (etwas erreichen will): Geld, Grobheit und Lügen.


160. Drei Dinge brechen Ehre (Riegel), Recht und Kunst: Geld, Gewalt und Herrengunst.


161. Drei Dinge bringen das beste Haus in Noth: junge Frau (auch Weiberschürze), grünes Holz und frisches (warmes) Brot.

Frz.: Jeune femme, pain tendre et bois vert, mettent la maison en desert. (Lendroy, 1410.)

Holl.: Groen hout, heet brood en nieuwe wijn, dat kan voor't huis niet dienstig zijn. (Harrebomée, I, 65.)


162. Drei Dinge bringen den Mann ins Grab vor der Zeit: eine schöne Frau, Kummer im Haus, unmässig Speise und Trank sammt übel Luft.Bebel.


163. Drei Dinge bringen den Metzger (oder Bauer) ums Aeckerli: Thee, Koffee und Leckerli.Kirchhofer, 351.


164. Drei Dinge bringen die Deutschen aus Italien mit: leeren Säckel, kranken Leib, bös Gewissen.Sailer, 346.


165. Drei Dinge bringen durch die Welt: gut Pferd, Latein und – Geld.


166. Drei Dinge bringen ein jeden gen Rom: Gewinn, Wunder vnd Freyheit.Lehmann, II, 86, 188.


167. Drei Dinge bringen Gespenster unter die Leut': Liebe, Dieb' und Furchtsamkeit.


168. Drei Dinge bringen Gewinn, wenn man führt eine gute Klinge: ein klarer Blick, ein kluger Kopf und edler Sinn.


169. Drei Dinge bringen in der Frömmigkeit nicht weiter, sondern zurück: grosse Krankheit, ferne Wallfahrt und viel Glück.


170. Drei Dinge bringen keinen Nutzen und kosten viel: Hunde, Vögel und Federspiel.


171. Drei Dinge bringen Kindern Nutz und Ehr': Arbeit, Zwang und Lehr'.


[611] 172. Drei Dinge bringen Liebe hervor: Bildung des Geistes, Bescheidenheit und Sanftmuth.


173. Drei Dinge bringen manchen ins Elend hinein: Würfel, Weiber und Wein.


174. Drei Dinge bringen selten gute Frucht: ein Jüngling ohne Zucht, ein Acker ohne Sam' und eine junge Frau ohne Scham.


175. Drei Dinge bringen viel Ungemach: Rauch, bös Weib und rinnend Dach. – Niederdeutsch bei Schulze, 98.

Lat.: A fumo, stillante domo, nequam muliere te remove, tria namque solent haec saepe nocere. (Mone, Anzeiger, IV, 364.)


176. Drei Dinge bringen Weh: auf Credit verkaufen, Bürgschaft leisten und Handel treiben.


177. Drei Dinge darf man aus Rom nicht tragen: der Heiligen Reliquien, schwere Mühlsteine und Frommsein (Gottesfurcht).


178. Drei Dinge darf man nicht ausleihen: Frauen, Pferde und Uhren.


179. Drei Dinge dauern nur der Wochen vier: thürsteiner Bier, selber Brot und baireuther Gebot.


180. Drei Dinge dem Leibe nütz und schädlich sein: die Venus, das Bad und der Wein.


181. Drei Dinge die schlimmsten Rathgeber sein: die Nacht, die Liebe und der Wein.


182. Drei Dinge dulden keine Treiber1: Freundschaft, Dienst und Weiber.

1) Keine Nöthigung, keinen Zwang, sie wollen frei sein.


183. Drei Dinge dulden keinen Scherz: das Auge, die Ehre und ein redlich Herz.


184. Drei Dinge einem Haus sind lützel Gewinn: viel Regen, Rauch und faul Weib darin. Eiselein, 125.


185. Drei Dinge einen adeligen Magen schänden: Rindfleisch, Gäns' und Enten.


186. Drei Dinge erbt man in vielen Fällen: Rauden, Sitten und Gesellen.Sutor, 562.


187. Drei Dinge erfüllen die Welt mit Finte: Feder, Druckerschwärz' und Tinte.


188. Drei Dinge erhalten alle Welt: Papier, Feder und Geld.


189. Drei Dinge erhalten des Leibes Räder: Venus, Wein und Bäder.


190. Drei Dinge erhalten die Gesundheit fein: Brot von gestern, Fleisch von heute und vorjähriger Wein.


191. Drei Dinge erhalten die Welt: Wahrheit, Gerechtigkeit und Friede.


192. Drei Dinge erhalten gesunde Haut: Geduld, Vernunft und Sauerkraut.


193. Drei Dinge erhalten Rom in seinem Ansehen: Papst, Reliquien und Ablassflehen.


194. Drei Dinge erkennt man bei drei Gelegenheiten: Kühnheit (Tapferkeit) in der Gefahr (im Streit), Weisheit im Zorn und Freundschaft in der Noth.

Frz.: Trois choses se connaissent en trois lieux seulement: la hardiesse au danger, la sagesse en la colère et l'amitié au besoin. ( Kritzinger, 694.)


195. Drei Dinge erquicken unsere Leiber: Bad, Wein und Weiber.


196. Drei Dinge essen die Auerkinder gern: Aepfel, Nüss' und Mandelkern.

Au ist eine Vorstadt von München.


197. Drei Dinge finden sich beim Essen zu jeder Stunde: Schalksnarren (Schmarotzer), Fliegen (Mücken) und Hunde.


198. Drei Dinge findet man in aller Welt: falsche Lieb', falsch Freund und falsch Geld.


199. Drei Dinge folgen aufeinander wie die Buchstaben im Abc: Rausch, Katzenjammer und der Prügelbank Weh.


200. Drei Dinge fördern das Studiren: Fragen, Behalten und Repetiren.


[612] 201. Drei Dinge fremder Treu' nicht anvertrau': das Vermögen einem Armen, das Weib dem jungen Mann und das Geheimniss der Frau. (Arab.)


202. Drei Dinge fressen drei andere: Motten die Kleider, Sorgen die Herzen und den Neidhard der Neid.


203. Drei Dinge führen den Preis in aller Welt: alte Freunde, alter Wein und altes Geld.


204. Drei Dinge führen lachend ins Armenhaus ein: Spiel, Weiber und Wein.


205. Drei Dinge führen mit Ehren ins Himmelreich: guter Kopf, grosser Fleiss und harte Arbeit.


206. Drei Dinge geben die besten Dienste aus: Kirche, Meer und Königshaus.


207. Drei Dinge geben ein Frühstück, wie es soll sein: augiges (lockeres) Brot, weinender Käse und springender (perlender) Wein.


208. Drei Dinge geben einen guten Eierkuchen, sagt Meier: faule Birnen, scharfe Butter und stinkende Eier.

Holl.: Rotte peren, stinkende eijeren en sterke boter behooren te zamen om er eene vuile struif van te bakken. (Harrebomée, I, 178.)


209. Drei Dinge geben nicht viel Gutes ein: die Nacht, die Liebe und der Wein.

Lat.: Nox et amor vinumque nihil moderabile suadent. (Ovid.) (Binder I, 1221; II, 2268; Philippi, II, 48; Schonheim, N, 33; Seybold, 385.)

210. Drei Dinge gedeihen alle Tage: Haare, Schaden, Plage.


211. Drei Dinge gehen nicht ohne Schaden von Hand: ein Pferd ohne Zaum, die Pillen im Leib und die Tataren aus dem Land. (Poln.)


212. Drei Dinge gehen über alle Stücke: Brunst, Flut und Weibertücke.


213. Drei Dinge gehen vorüber in Hast: Rosenblüte, Mädchengunst wie ein Traum und Frauenlieb' gleich einem Gast.


214. Drei Dinge gehören an drei Orte in der Welt: der Bürger auf den Wall, der Bauer hinter den Pflug und der Lanzknecht ins Feld.


215. Drei Dinge gehören an drei Orte: ins Kloster die Mönche, ins Wasser die Fische, an den Galgen die Diebe, alte wie frische.Sailer, 95.


216. Drei Dinge gehören der Welt: eitle Ehre, Wollust und Geld.


217. Drei Dinge gehören dreien: die Ruthe den Aeltern, das Schwert der Obrigkeit, der Bann der Kirche.


218. Drei Dinge gehören in einen Reifen: lederne Posaunen, wollene Zinken und stroherne Pfeifen.


219. Drei Dinge gehören ins Haus: die Katze, der Hund und die Frau, und zwei hinaus, das ist recht: der Herr und der Knecht.


220. Drei Dinge gehören nicht an drei Orte: Ziegen in den Garten, Diener in die Thür und Mädchen (Frauen) ans Fenster.

Frz.: Crapaux aux fenestres, pies à la porte, aux jardins chèvres. (Leroux, I, 111.)


221. Drei Dinge gehören zu den schweren: ein Ei sieden, einem Hunde das Bett machen und einem Florentiner etwas lehren. (Ital.)


222. Drei Dinge gehören zu einem glücklichen Leben: das Vergangene versenken, das Gegenwärtige lenken und das Künftige bedenken.


223. Drei Dinge gehören zu einem guten Feste: gute Speisen, guter Wein und gute Freund' als Gäste.


224. Drei Dinge gehören zum Arbeiten: Hören, Sehen und Schweigen.


225. Drei Dinge gehören zusammen bis alles bricht: der Mensch, die Freiheit und das Licht.


226. Drei Dinge gelten wenig in der Welt: Kopf ohne Witz, Wein ohne Freund und ein Beutel ohne Geld.

Frz.: Feux sans creux, gasteau sans miche, et bourse sans argent. (Leroux, I, 45.)


[613] 227. Drei Dinge gend nünt vergebe: e Chuh, e Huh und e Rebe. (Schaffhausen.) – Schweiz, 168, 19.


228. Drei Dinge geschehen ohne Andacht: der Bauern Beten, der Spieler Schwören und der Weiber Weinen.


229. Drei Dinge geschehen von selber, wenn sie nicht gethan werden: der Schnee räumt sich, die Nase schnäuzt sich und ein Kassenbuch schliesst sich selbst.


230. Drei Dinge gewähren für ein Vergnügen tausend Mühen: Jagen, Krieg, Galanterien.


231. Drei Dinge gewähren so viel Unruh' als Vergnügen: Liebe, Jagen und Kriegen.


232. Drei Dinge glaubt Rom nicht: der Seelen Unsterblichkeit, der Todten Auferstehung und die Hölle mit den Teufeln.


233. Drei Dinge gleichen sich im Nehmen: die Kirche nimmt von Lebendigen und Todten, das Rathhaus von Recht und Unrecht und der Tod – Starke und Schwache.


234. Drei Dinge Gott allein geziemen: Rächen, Richten, Rühmen.


235. Drei Dinge gründen des Lebens Glück: Mass, Ordnung und Geschick.


236. Drei Dinge gucken allweg heraus: Stro in schuen, spintel im sack vnnd ein hur inn eim hauss.Gruter, I, 66; Sailer, 92.


237. Drei Dinge hab' ich gern alt: alte Bücher zum Lesen, altes Holz zum Brennen, alten Wein zum Trinken.


238. Drei Dinge haben allweg einen Fehler am Leib: Pferd, Kuh und Weib.

Frz.: Il n'y a femme, cheval, ne vache, qui n'ait toujours quelque tache. (Leroux, I, 148.)


239. Drei Dinge haben an drei Orten nie was getaugt: Hunde in der Kirche, Sauen im Bad und Mönche im Rath.

240. Drei Dinge haben an Kräften grossen Hort: Kräuter, Stein und Wort.


241. Drei Dinge haben der Treu' selten viel: Würfel, Weib und Federspiel.


242. Drei Dinge haben gern viel Farben: Affen, Kinder und Narren.


243. Drei Dinge haben ihre Höh' und Tiefe: Spiel, Glück und Liebe.


244. Drei Dinge haben keinen Werth: ein Garten ohne Baum, ein Gaul ohne Zaum und ein Ritter ohne Schwert.


245. Drei Dinge haben selten guten Rath (oder: viel Gutes) gebracht: Wein, Lieb' und Nacht.


246. Drei Dinge haben selten Nutz gebracht: Gebet ohne Andacht, Beichte ohne Reu' und Freundschaft ohne Treu'.


247. Drei Dinge haben Stiele ohne Saft: Glück (s.d.), Glas und Jungfernschaft.


248. Drei Dinge haben wenig Werth: ein Lehmhaus, ein Maulfreund und ein Graspferd.

Holl.: Een huis van leem, een paard van gras, een vriend van mond, 't is al maar glas. (Hohn I, 314.)


249. Drei Dinge haben wenig Werth: eine Mühle, die nicht geht, ein Backofen, der nicht heiss, und eine Mutter, die nicht gern daheim ist.

Dän.: Skriver uden feder, skuster uden leder, landsknegt uden sværd er ei en blaffer værd. – Vert som er uden øl og viin, præst uden bøger og latin, bonde uden fæe og sviin, er kun aberie og griin. (Prov. dan., 177.)


250. Drei Dinge haben zu einer gewissen Zeit ihren Geschmack verloren: Rüben nach Christtag, Aepfel nach Ostern und Mädchen, nachdem sie dreissig Jahre sind geboren.


251. Drei Dinge hält man schwer verborgen: Liebe, Geld und Sorgen.


252. Drei Dinge halte bis zum Sterben werth: dein Geheimniss, deinen Freund und dein Schwert.


253. Drei Dinge halte vor allem werth: alten Freund, alten Wein und altes Schwert.


[614] 254. Drei Dinge halte wie deinen eignen Leib: dein Schwert, dein Pferd, dein Weib.

255. Drei Dinge halte wohl, willst du kommen mit Glück vom Hunsrück: halt dein Maul, halt dein Gaul, halt dein Tück.


256. Drei Dinge hasset Rom: Jus patronatus, freie Election und dass die Deutschen noch einen Pfennig haben.Trias Rom.


257. Drei Dinge hat die Liebe zum Lohn: Sorge, Furcht und Wohn (Argwohn).


258. Drei Dinge hat man lieb in der Welt: hübsche Frauen, ein jeder sich selbst und – Geld.


259. Drei Dinge hat man nicht gern: einen Bettler ohne Brocken, einen Winter ohne Flocken und eine Stadt ohne Glocken.


260. Drei Dinge hat Rom in Bann gethan: Armuth, die erste Kirche und – Wahrheit.


261. Drei Dinge hat Venedig zu viel: zu viel Feste, zu viel Köpfe und zu viel Ungewitter.


262. Drei Dinge hätte der Bauer gern: jede Woche einen andern Vogt, jeden Monat andere Richter, jedes Jahr einen andern Herrn.


263. Drei Dinge helfen in allen (vielen) Sachen: Gedulden, Schweigen und Lachen.


264. Drei Dinge ins Armenhaus führen: über seinen Stand sich zieren, Gäste halten und banketiren, viel Hund' und Rosse und übrig grosse Hausgenossen.

Frz.: Chevaux, chiens, oiseaux et serviteurs gastent, mangent et eschorchent les seigneurs. (Leroux, I, 102.)


265. Drei Dinge jagen den Mann Meil' auf Meile: Eigennutz, Fürwitz und Langeweile.


266. Drei Dinge kann der Friaul aufweisen: Sanct-Daniel's Schinken, Venzon's Mumien1 und Pordenon's Meisen.

1) Von den in der Sakristei der Kirche von Venzon begrabenen Leichen wird gesagt, dass sie sich unversehrt halten und den ägyptischen Mumien gleichen. (Reinsberg VI, 35.)


267. Drei Dinge kann ein Weib zu jeder Zeit; Klagen, Weinen und Kranksein.

Frz.: Femme se plaind, femme se deult, femme se malade quand elle veut. (Leroux, I, 147.)


268. Drei Dinge kann man bei drei Gelegenheiten erkennen: die Weisheit eines Mannes bei einem Rechtshandel, seine Demuth, wenn er gross, und seinen Reichthum, wenn er todt ist.


269. Drei Dinge kann man wol zeigen, man darf sie aber nicht ausleihen: sein Weib, sein Pferd, sein Schwert.


270. Drei Dinge kann wol jeder sehen lassen, aber es darf sie niemand fassen: Weib, Pferd und Flinte.


271. Drei Dinge knurren zum Zeitvertreib: der Hund, die Katze, das böse Weib.

Dän.: Trey ting murre gierne: hund, kat, og en ond kone. (Prov. dan., 555.)


272. Drei Dinge kommen nicht wieder zurück: das gesprochene Wort, die Jungfrauschaft und der entschwundene Augenblick.