Umstand

1. Ein kleiner Umstand kann grosse Dinge thun.

Lat.: Parvae poterunt impellere causae in scelus. (Philippi, II, 83.)


2. Etwas Umständ machen, ist (gilt für) anständig.


3. Jeder kennt seine Umstände am besten.

Er weiss am besten, wo ihn der Schuh drückt.

It.: Si conosce meglio da chicchessia il proprio bisogno, che da qualunque altro di fuori.


4. Man muss sich in die Umstände schicken.

Holl.: Men kan de omstandigheden niet veranderen. (Harrebomée, II, 134.)

Lat.: Contenti simus hoc Catone. (Sueton.) (Binder II, 569; Faselius, 50; Wiegand, 1000.)


5. Umstände machen, sind nicht aller Leute Sachen.

Lat.: Accismis panlulum uti non est incivile. (Philippi, I, 5.)


[1418] 6. Umstände verändern de Sâk (Sache).Bueren, 1181; Hauskalender, I.

Dän.: Ingen flytter saa sit bo, han mister jo saa gods som skoe. (Prov. dan., 77.)

Holl.: De omstandigheden veranderen de zaak. (Harrebomée, II, 134a.)


7. Wat 'n Umstände üm mîn Manns Fründe. Bueren, 1283; Stürenburg, 62a; Hauskalender, IV.


*8. Den Umständen Rechnung tragen.

Eine sprichwörtliche Redensart, die durch die politischen Bewegungen Deutschlands in den letzten Jahrzehnten gangbar geworden ist, um zu sagen: Man kann nicht stets das erreichen, was als das Beste erkannt ist, man muss sich oft mit dem begnügen, was die eben bestehenden Verhältnisse gestatten.


*9. Er trägt den Umständen Rechnung wie Gagern.


*10. Er verbessert seine Umstände.Frischbier2, 3862.

Das Corriger la fortune des Riccant de la Marlinière. (Neue Preuss. Provinzialbl., II, 65.)


*11. Sie ist in interessanten Umständen.

Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 1. Leipzig 1867, Sp. 1418-1419.
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