Geber

1. Der Geber ist gestorben und der Sohn verdorben.

Der Gedanke, dass man sich vergeblich nach Personen umsieht, die ihre Sachen verschenken, oder auch, dass die Wohlthätigkeit verschwunden sei, wird im Deutschen wie bei andern Völkern in verschiedener Abwandlung ausgedrückt. Die Deutschen sagen auch: Der alte Schenk ist todt. Schenk ist todt und Gebert hat 's Bein gebrochen. Schenk und Umsonst sind gestern gestorben. Im Harz: Schenk ist über den Berg gezogen. Gibmir hat 's Genick gebrochen. Schenk ist todt, der Wirth (der bezahlen lässt) lebt noch. Der Schenker ist gestorben, der Henker lebt noch. Herr Donat ist verschieden, sagen die Bergamasken; und man fügt in Venetien hinzu: in den Alpen, in Mailand, im Hospital. Die Engländer sagen: Der Geber ist heutzutage todt und Wiedergeber ist sehr siech. Auch die Neger in Surinam sagen: Umsonst's Mutter ist gestorben. (Reinsberg IV, 148.)


2. Der Geber ist todt und der Wiedergeber sehr krank.

Frz.: Donner est mort et prêter est bien malade. (Kritzinger, 244.)


3. Ein fröhlicher Geber erfreut Gott.


4. Einen frölichen geber hat Gott lieb.2 Kor. 9, 7; Gruter, III, 40; Lehmann, II, 122, 30; 177, 48; Körte, 1802; Simrock, 3077; Müller, 72, 1; Kirchhofer, 337; Eiselein, 211; Schulze, 270; Zehner, 557.

Holl.: Den blijmoedigen gever heeft God lief. (Harrebomée, I, 234.)

Lat.: Hilarem datorem diligit deus.


5. Einen guten Geber segnet Gott.Reinsberg II, 31; Simrock, 3076.

Holl.: De gever verliest niet. (Harrebomée, I, 234.)


6. Milden Geber liebet Gott.


7. Wie der Geber, so ist auch die Gab.Lehmann, 236, 64.


[1378]

8. De Gêwer is ôwer'n Harz eflôgen un het det Wêerkômen vergêten.Schambach, II, 48.


9. Der Geber steht höher als der Nehmer. Schlechta, 438.


Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 1. Leipzig 1867.
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