Elefant

1. Der Elefant achtet keine Flöh(Mücken-)stiche.Winckler, X, 80.

Der grosse Mann übersieht kleinliche Beleidigungen.

Lat.: Pulices elephas non curat. (Binder II, 635; Weber, 2, 7.)


2. Der Elefant hat die Ohren in der Gewalt.

Nicht so stets der hochgestellte Mensch, der mit Schmeichlern und Zuträgern umlagert ist.


3. Der Elefant ist ein grosses Thier, aber er lässt die schwächern neben sich gehen.


4. Der Elefant macht keine Mücken todt.Körte, 1090.

It.: L'elefante non va è caccia a topi. (Pazzaglia, 354, 3.)


5. Du könntest eher ein Elephanten vnter den armen verbergen.Henisch, 870.


6. Ein Elefant fängt keine Mäuse.Körte, 1090.


7. Ein (indianischer) elefant gibt nichts auff eine mucken.Henisch, 870.

Seine Haut trotzt Wurfspiessen, wie sollten ihn Mückenstiche treffen und beleidigen.


8. Ein Elefant hat in keiner Schafhaut Platz.


9. Ein Elefant hilft dem andern die Schlinge legen.


[804] 10. Ein Elefant ist ohne Borsten gross.


11. Ein Elefant überlebt viel Fliegen.


12. Ein Elephant dultet kein Mücken, fengt auch kein Mauss.Petri, II, 175.


13. Elefanten fangen nicht Mäuse.Winckler, VII, 37; Körte, 1090.


14. Ich habe Elefanten umgebracht, was soll ich mit der Ameise thun?Wullschlägel.

Damit sagen die Neger in Surinam: Ich hab' es mit Stärkern aufgenommen, als du bist, sollt' ich mit dir Schwächling nicht auch fertig werden?


15. Wenn ein Elefant sinkt in Koth, dann ist er in grosser Noth.


16. Wer Elefanten beherbergen will, muss grosse Thüren haben.Sprichwörtergarten, 198.

Engl.: Raise ne more spirits than you can lay.


17. Wo Elefanten tanzen, bleibt die Ameise weg.


18. Wo man den Elefanten fangen will, muss man die Grube mit starken Zweigen bedecken. (Abyssinien.) – Altmann II.


19. Ein Elefant hätte daran zu schlucken.

So gross ist der Bissen, der Schluck, besonders weil der Elefant im Trinken viel leistet.

Lat.: Nec elephantus biberet. (Erasm., 109.)


*20. Ein elephant fleucht keine mauss.Henisch, 869.

D.i. »fürneme vnnd stattliche leut achten eines geringen dings nicht.« (Henisch.)


*21. Er hat den Elefanten gesehen. (Nordamerika.)

Von jemand, der enttäuscht, dessen Hoffnungen zu Wasser geworden sind. Ein Soldat, der in den Krieg zieht, um Ruhm zu ernten oder Beute zu machen, aber von beiden nichts erwirbt, hat »den Elefanten gesehen«.

Engl.: To go out for wool and come back shorn.


*22. Er ist aus Pumbeditha1, wo man einen Elefanten durch ein Nadelöhr gehen lässt. Tendlau, 56.

1) Pumbeditha, am linken Ufer des untern Euphrat gelegen, war zur talmudischen Zeit Sitz einer talmudischen Schule, deren Schriftgelehrten als überfeine Dialektiker galten.


*23. Es geberen eher die elephanten.Henisch, 869.

»Von vbermessigem verzug.«


*24. Es ist besser ein schwarzer Elefant sein unter weissen, als ungenannt bleiben im Volke. (Aegypt.)


*25. Man könnte eher einen Elefanten unter einen Gänseflügel stecken.

Von dem, was sich sehr schwer verheimlichen lässt.


*26. Von Elefanten schwanger sein und Fliegen gebären.

Holl.: Hij gaat van een' olifant zwanger, en brengt eene vlieg voort. (Harrebomée, II, 391.)


[805]

*27 Den Elefanten gesehen haben.Steffens, Volkskalender, 1855, S. 50.

To have seen the elefant, bedeutet in Amerika: etwas versucht haben, was vielleicht mit grossen Schwierigkeiten verbunden war und doch ohne Erfolg blieb.


Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 1. Leipzig 1867.
Lizenz:
Kategorien:

Buchempfehlung

Anonym

Li Gi - Das Buch der Riten, Sitten und Gebräuche

Li Gi - Das Buch der Riten, Sitten und Gebräuche

Die vorliegende Übersetzung gibt den wesentlichen Inhalt zweier chinesischer Sammelwerke aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert wieder, die Aufzeichnungen über die Sitten der beiden Vettern Dai De und Dai Schen. In diesen Sammlungen ist der Niederschlag der konfuzianischen Lehre in den Jahrhunderten nach des Meisters Tod enthalten.

278 Seiten, 13.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Große Erzählungen der Spätromantik

Große Erzählungen der Spätromantik

Im nach dem Wiener Kongress neugeordneten Europa entsteht seit 1815 große Literatur der Sehnsucht und der Melancholie. Die Schattenseiten der menschlichen Seele, Leidenschaft und die Hinwendung zum Religiösen sind die Themen der Spätromantik. Michael Holzinger hat elf große Erzählungen dieser Zeit zu diesem Leseband zusammengefasst.

430 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon