Rabbiner

1. Ein fetter Rabbiner und ein magerer Prälat taugen beide nicht viel.

Vom Rabbiner wurde nicht nur Entsagung gefordert, man setzte auch infolge seines Studiums Mangel an Wohlbeleibtheit voraus. Die Prälaten dagegen haben nie in dem Rufe gestanden, sich mager zu studiren.

Jüd.-deutsch: E fetter Rav und e magerer Gallech is nix werth. (Tendlau, 921.)


2. Ein Rabbiner wie eine Gemeinde.

Beide sind von gleichem Werth. Wie der Abt (s.d.), so die Mönche.

Jüd.-deutsch: E Rav wie e Kachel. (Tendlau, 672.)


*3. Man schickt ihn zum Rabbiner, und er geht zur Rabbinerin.Blass, 160.


*4. Wo der Rav wird, schmadt sich die Kille. Tendlau, 671.

Wo der Rabbiner wird, lässt sich die Gemeinde (Kille) taufen (schmadden). Von einem Candidaten des Rabbinats, der sich zu Neuerungen hinneigt.


5. A Ruw (Rabbiner) is güt ubzüklauben (aufzufinden, zu wählen), ober schwer ubzüsugen (loszuwerden). (Warschau.)

Die Wahl ist leicht, aber das Kündigen schwer.


Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 3. Leipzig 1873.
Lizenz:
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika