[1018] 1. Das Joch beuget den Halss. – Petri, II, 65.
2. Das Joch, dass die Kuh nit will, das wird auch das Kalb nit ziehen. – Lehmann, 169, 25.
Wenn die Mutter nicht streng in Sitten ist, wird es auch die Tochter nicht sein wollen.
3. Ein glänzend Joch drückt auch.
Gnadenehr' ist eitle Ehr'.
4. Ohne Joch lenkt der Ochs sich am bequemsten.
Span.: El buey suelto bien se lame. (Cervantes, Don Quixote.)
5. Sind wir gleich im Joch, illuminir'n wir doch. (Halberstadt.) – Körte, 3189 u. 3971; Simrock, 5237; Venedey, 164; Wurzbach II, 211.
Als Napoleon Deutschland, beherrschte, musste sein Geburtstag durch Illumination gefeiert werden. Da hatte nun einmal ein halberstädter Schuhflicker den naiven Einfall, den obigen, seitdem zum Sprichwort gewordenen Reim in einer dunkeln Gasse durch sein Fenster zu strahlen, bis die Polizei dem Witze ein Ende machte.
6. Wer beim Joche singt, mit dem Joche springt.
Was man mit Lust macht, wird doppelt so leicht.
7. Wer das Joch in der Jugend schon getragen, dem wird es als Mann nicht schwer.
Dän.: Det er got at have baaret aaget af ungdommen. (Prov. dan., 2.)
8. Wil jemand von dem Joch frey leben, der darff sich nicht darunt begeben. – Eyering, III, 562.
9. Wir ziehen all in einem joch. – Franck, II, 92b; Sailer, 119; Simrock, 1970.
10. Zwey gleich joch (Man vnd Weib) ziehen wol, vnd so ist das Ehbett frewdenvol. – Gruter, III, 119; Lehmam, II, 905, 27.
*11. An demselben Joche ziehen. – Braun, I, 1661.
Ein gleiches Geschäft mit jemand treiben, dasselbe Schicksal mit ihm theilen.
Lat.: Idem egoque tuque ducimus pariter jugum. (Eiselein, 349.) – Idem jugum trahere. (Philippi, I, 185.)
*12. Das Joch abschütteln.
Von den Ochsen entlehnt, die noch nicht aus Joch gewöhnt sind.
*13. Einen unters Joch bringen.
Dän.: Legge klemme paa eens hals. (Prov. dan., 348.)
*14. Er hat das Joch hingeworfen. – Eyering, III, 263.
*15. Er ist unter dem Joche. – Körte, 3189a.
Wer nicht nach seinem Willen handeln kann, sondern sich in die Befehle anderer fügen muss. Von den Zugthieren entlehnt.
Lat.: Subjugus homo. (Erasm., 841a; Tappius, 181a.)
*16. Er ladet sich das Joch auf den Hals.
Holl.: Hij haalt zich het juk op den hals. (Harrebomée, I, 368a.)
*17. Er will sich nicht unter das Joch begeben.
Holl.: Hij kau zich kwalijk onder het juk begeven, (Harrebomée, I, 368a.)
*18. Kicht an einem Joche ziehen. – Schottel, 1124b.
Von einander Widerstrebenden, Entgegenarbeitenden, besonders uneinigen Eheleuten.
*19. Sich ins Joch schicken. – Eiselein, 349; Braun, I, 1660.
Lat.: Bos hic non comedat, qui jam juga ferre recusat. – Ferre jugum. – Nondum subacta ferre jugum valet cervice. (Eiselein, 349.)
*20. Sie ziehen nicht in gleichem Joch. – Eyering, III, 309.
*21. Wir ziehen am gleichen Joche. – Eiselein, 349.
Holl.: Die twee trekken één juk. (Harrebomée, I, 368a.)
22. Besser das Joch der Pflicht, als die Kette der Begierde. – Gubitz, Volkskalender.
*23. Unter das caudinische Joch bringen.
Brockhaus-1911: Wormser Joch · Stilfser Joch · Joch
Herder-1854: Wormser Joch · Stilfser Joch · Joch
Lueger-1904: Joch [2] · Joch [1]
Meyers-1905: Stilfser Joch · Ungarisches Joch · Wormser Joch · Schlapiner Joch · Antönĭer Joch · Joch · Pfitscher Joch
Pierer-1857: Petschen-Joch · Wormser Joch · Joch [1] · Joch [2]
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