Ungar

1. Die Ungarn essen und trinken Feuer.Hesekiel, 59.

Nämlich Knoblauch und Zwiebeln; Branntwein und starken Wein.


2. Die Ungarn halten nichts höher als ihre Stiefeln, ihre engen Hosen und ihre Freiheiten.Gutzkow, Hohenschwangau, II, 313.


3. Die Ungarn und Polen essen und trinken Feuer.Berckenmeyer.

Ist von dem starken polnischen Branntwein und dem starken ungarischen Wein, sowie von den reichlich genossenen Knoblauch und Zwiebeln zu verstehen.


4. Glaube keinem Ungarn, er habe denn drei Augen in der Stirn.

Sagen die Böhmen. Čelakovsky bemerkt: »Aus der Zeit des Königs Georg, aber noch bis heute wahr.« Man lässt dort auch die Sünde in Ungarn entstehen. Wenn man jemand einen Fehler als Sünde anrechnet, so sagt er: Die Sünde ist in Ungarn, sie hütet dort Fohlen. Und wenn die Polen ein leichtfertiges, nichtswürdiges Verhalten bezeichnen wollen, so nennen sie es ungarisch: Kiepski po węgiersku. (Čelakovsky, 477.)

Böhm.: Uhru žádnému nevĕř, leč který má tři oči v čele. (Čelakovsky, 477.)


[1429] 5. Wenn mir der Ungar alles nimmt, den Wald kann er nicht mitnehmen.

»Das Waldesdunkel und die finstere Wassertiefe wird Le genannt. In Oesterreich scheint sonst ein Sprichwort gegolten zu haben, so lange die Einfälle der Ungarn das Land in Unruhe versetzten: Wenn mir der u.s.w. Dies drückt der Oesterreicher Siegfried Halbling (vgl. Haupt, IV, V. 13) in mehrfach anders gewandten Formeln aus: ›Sô mir die Ungar nement rĕ sô vert er jagen hin ze lê.‹« (Vgl. Rochholz, Glaube, 88.)

Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 1. Leipzig 1867, Sp. 1429-1430.
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