Verziehen

1. Lang verziehen (zögern) bringt kein frommen. – Petri, II, 431.


2. Lang verzogen hat oft betrogen. – Opel, 211.

Aufschrift einer Fahne im Dreissigjährigen Kriege (1631).


3. Verziehe bis auf den Charfreitag, so wird's bald Ostern werden. – Faustbuch, LVI.


4. Verziehen bringt nichts guts. – Petri, II, 570.


5. Verzieht sich der Mund, hat er seinen Grund.


*6. Er verzieht das Gesicht, als wenn er ungeschmalzte Nudeln ässe.


*7. Erst verzieht er den Sklaven, dann prügelt er ihn. – Burckhardt, 779.

Von solchen Leuten, die ihre Untergebenen (Kinder) erst durch unzeitige Nachsicht verderben, und sie dann für dasjenige bestrafen, was ihre eigene Thorheit verschuldet hat.


[1624]

8. Lange verzogen, heisst nicht gelogen. – Fischer, Psalter, 767, 4.

Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 5. Leipzig 1880, Sp. 1792.
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