Würmchen

*1. Dä hät e Würmchen em Kopp. (Bedburg.)


*2. Das arme Würmchen.

»Kleine Kinder«, sagt Cholevius (Programm, S. 14), »nennt man mit liebreichem Hinblick auf ihre Schwäche und Hülflosigkeit: du Würmchen.« In Sophiens Reise findet sich die Redeform wiederholentlich, als: Diese fünf Würmchen (4, 456). Mein Würmlein (6, 532). Ein krankes Kind heisst das Würmchen (4, 172), ein schreiender Säugling ein armes Würmchen (1, 330). Kommt auch ironisch vor (1, 494). Herr P. sagt auch zu Julchen, die man gekränkt hat: »Du armes Würmchen« (6, 211). Von lieben Bekannten lassen sich auch wol erwachsene Mädchen, wie sie sich selbst arme Würmer nennen, den Ausdruck gefallen.


*3. Das Würmchen lauft ihm über die Nase. (Thüringen.)

Wenn einer zornig wird.


*4. Ein armes Würmchen (Würmlein).Eiselein, 653.

Die Kinder heissen sprichwörtlich in Schwaben auch Mehlwürmer. Sonst kommt Wurm noch vor als Acten- und Bücherwurm.


*5. Zertritt mir die Würmchen nicht!Tendlau, 983.

Zur Bezeichnung eines frömmelnden Heuchlers, den Tendlau a.a.O. geschildert hat.

Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 5. Leipzig 1880, Sp. 465,1819.
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465 | 1819
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