Krakau

[651] Krakau, Hauptst. des Großherzogthums K., das zum österr. Kronlande Galizien gehört, Sitz der Centralbehörden für Westgalizien und K., eines kath. Bischofs, einer Universität, liegt an der schiffbaren Weichsel und zählt unter 50000 E. 14000 Juden. Unter den öffentlichen Gebäuden der alten Stadt ist die Kathedrale durch ihre Bauart und als Ruheplatz vieler poln. Könige und ausgezeichneter Männer merkwürdig. Das alte Schloß ist jetzt in eine Citadelle u. die unbefestigte Stadt zu einem Hauptwaffenplatze umgeschaffen. K. soll nach dem poln. Fürsten Krak benannt sein; von 1312 an war es Krönungsstadt der poln. Könige, Residenz nur bis 1609, wo Sigismund III. dieselbe nach Warschau verlegte. Bei der letzten Theilung Polens fiel K. 1795 an Oesterreich, war 1809–13 Bestandtheil des Herzogthums Warschau, 1815–46 Hauptstadt der Republik K., die auf 20 QM. 150000 E. zählte. Da sich dieselbe zum Herde der revolutionären Umtriebe seit 1830 hergab und 1846 der Mittelpunkt einer allgemeinen poln. Erhebung werden sollte, so wurde sie am 6. Nov. 1846 durch Uebereinkunft der 3 Schutzmächte Oesterreich, Preußen und Rußland aufgehoben und dem Kaiserthume Oesterreich einverleibt.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1855, Band 3, S. 651.
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