philosophische Schreibart

[439] philosophische Schreibart, der Stil der Philosophen, unterscheidet sich dem Wesen nach, abgesehen von den technischen Ausdrücken, in nichts von der guten Prosa; die philosophische Schreibort soll also korrekt, klar fließend und wohlklingend sein. Aber sie verirrt sich oft in Schwerfälligkeit und Dunkelheit. An diesem Mangel ist zum Teil bei uns Deutschen der Umstand schuld, daß die Philosophie erst seit Chr. A. Wolf (1679-1754) deutsch zu reden begonnen hat. Besonders schwierig zu lesen sind Kant, Fichte, Hegel, zum Teil auch Schelling, Krause, während Herbart, Schopenhauer, von Hartmann, Ulrici, Lotze, Paulsen und Nietzsche sich eines verständlichen, ja oft vollendent klaren und schönen Stils befleißigt haben.

Quelle:
Kirchner, Friedrich / Michaëlis, Carl: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe. Leipzig 51907, S. 439.
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