Ebulus

Ebulus.
Ebulus.

[414] Ebulus.

Ebulus, Brunf. Matth.

Ebulus, sive humilis Sambucus, Dod.

Chamæacte, Dioscor.

Ebulus, sive Sambucus herbacea, J. B.

Sambucus humilis, sive Ebulus, C.B. Pit. Tournef.

[414] frantzösisch, Yeble.

teutsch, Attich, niedriger Hollunder, Sommerholder.

Ist ein Gewächs, welches von dem gemeinen Hollunder blos darinn unterschieden, daß es um ein grosses kleiner oder niedriger; indem es kaum drey Schuhe hoch zu werden pflegt. Sein Stengel ist grasgrün und eckigt, voller Knoten, und innewendig mit Marck angefüllet, auch ästig. Die Blätter sehen dem Hollunderlaube gleich, nur daß sie länger und spitziger sind, und einen weit stärckern Geruch haben. Die Blüten sind wie kleine Becken oder Röslein, fünffmahl zertheilet, weiß, von starcken Geruch und in Kronengestalt. Wann sie gefallen, so folgen nach ihnen runde Beeren, die werden schwartz, wann sie zeitigen, und voller Saft: beschliessen auch einige länglichte Samen. Die Wurtzel ist lang, des Fingers dicke, und breitet sich weit aus. Dieses Gewächse wächst an wüsten Orten, führet viel Saltz und Oel.

Die Blätter werden zum bähen gebrauchet, wann man zertreiben und zertheilen will, ingleichen die Nerven zu stärcken, zum Reissen in den Lenden, zur Lähmung, und zu den Flüssen.

Die andere Schale der Zweige, die Wurtzel und die Samen purgiren, und führen das Wasser samt dem Schleime ab, wann sie innerlich gebrauchet werden: Sie werden deshalben zur Wassersucht gebraucht.

Ebulus kommt von ἔβυσ, und das σ wird in ein λ verwandelt: diese ist eine Spanische Insel, auf welcher dieses Gewächse in Menge wächst.

Chamæacte kommt von χαμαὶ, humilis, niedrig, und ἀκτὴ, Sambucus, Hollunderstrauch, als ob man sprechen wolte, ein niedriger Hollunderstrauch.

Quelle:
Lemery, Nicholas: Vollständiges Materialien-Lexicon. Leipzig, 1721., Sp. 414-415.
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