Hyvourahe

[562] Hyvourahe.

Hyvourahé, Theveto, Clus. in Monard.

Hyvouraé Brasilianis, Guaiaci species, Lerio part. 3 Ind. Occident.

Ist ein grosser Brasilianischer Baum, dessen Rinde silberweiß und innewendig röthlicht sieht: sie giebet, wann sie frisch und erst vom Baume abgezogen ist, einen milchweissen Saft von sich, der saltzig schmeckt, und zwar als wie der Süßholtzsaft. Dieser Baum soll keine Früchte tragen, ohne aller fünffzehen Jahre. Die Frucht ist so dick, wie eine mittelmäßige Pflaume, goldfarbig, zart, von lieblichen Geruch und trefflich süssen Schmack: sie beschliesset einen kleinen Kern. Die Patienten sehnen sich darnach, von wegen des so herrlichen Geschmacks.

Die Rinde dieses Baumes treibet den Schweiß trocknet und eröffnet. In Brasilien wird sie für die spanischen Pocken gebrauchet, auf eben solche Weise se wie das Guaiacumholtz und Rinde in Europa.

Hyvourahé ist ein brasilianisches Wort, und bedeutet soviel, als eine rare seltsame Sache.

Quelle:
Lemery, Nicholas: Vollständiges Materialien-Lexicon. Leipzig, 1721., Sp. 562.
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