Lithanthrax

[654] Lithanthrax.

Lithanthrax.

[654] Carbo lapideus.

Carba fossilis.

Carbo petræ.

frantzösisch, Charbon de terre.

teutsch, Steinkohle.

Ist eine Art Gagat, sehr grob und sehr unrein, oder eine erdichte, schwartze oder steinigte und hartzigte Materie, die uns aus England zugeführet wird: sie kommt auch von la Fosse d'Auverge, aus Nivernois und aus Bourgogne. Sie wird in kleinen Brocken aus den Gruben gezogen, und hat ihre schwartze Farbe von dem Brande überkommen, den sie hat von der unterirdischen Glut ausstehen müssen.

Die Steinkohlen brauchen die Schlösser und die Schmiede, auch noch mehr andre Handwercksleute; dann, sie schicken sich für sie besser, als etwan die andern, nicht nur, weil sie eine stärckre Hitze geben, sondern auch, weil sie ein Oel enthalten, welches das Eisen um ein gut Theil mehr geschmeidig macht. Die Engländer bedienen sich ihrer, als wie der andern Kohlen, in der Küche, und des Winters in dem Ofen: allein der Rauch von diesen Kohlen schwärtzet das leinene Geräthe, und verursachet allerhand Brustbeschwerung und verzehrende Kranckheiten.

Die besten Steinkohlen sind, die am meisten Hitze geben, und die am längsten Feuer halten.

Um Nevers herum wachsen auch Steinkohlen, die sind schwartz, gleissend und dem Gagat nicht sehr unähnlich: sie brennen eine lange Zeit, bevor sie gantz und gar verzehret werden.

Wann die Steinkohlen mit Leinöle abgerieben und zu einem dünnen Sälblein gemachet werden, so dienen sie zum erweichen, zum zertheilen, und die Geschwüre zeitig zu machen und zur Eyterung zu bringen.

Lithanthrax kommt von λίϑος, lapis, Stein, und ἄνϑραξ, carbo, Kohle, als ob man sagen wolte, eine Kohle von Stein.

Quelle:
Lemery, Nicholas: Vollständiges Materialien-Lexicon. Leipzig, 1721., Sp. 654-655.
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