Zehnter Auftritt.

[43] HERMANN allein, nach einer Pause. Lappalien! – Ich glaube, sie hat recht. Wahrhaftig – Blickt herum, halblaut. es sind Lappalien – Lauter. rechte Lappalien. – »Warum sind Sie denn überhaupt ein Beamter?« – Verwünschtes Mädchen! – Aber warum bin ich denn eigentlich ein Beamter? Warum? Wozu? – Es war der Wille meines Vaters. – Ach, es war sein Wille, daß ich keinen Willen haben soll! – Aber ich will! ich will wollen! – Nagt es nicht schon längst an mir? Gährt es nicht in meinem Innern? Wenn sie an mir zerren und nergeln, schwebte mir das Wort des Widerspruchs nicht längst auf der Zunge? Ich scheute bisher nur es auszusprechen, ich wartete auf den günstigen Moment – jeder Moment ist der günstige! Ich will's nicht länger ertragen. Ein Frauenzimmer verspottet mich – die Bedienten lachen mich aus – so darf's nicht länger bleiben. Ein kleiner Beamter! – Ich will's nicht mehr sein. Geht auf und ab. Lappalien! Bleibt stehen, sein Blick fällt auf die Akten. Fort mit den Lappalien! Er packt die Akten.


Quelle:
Der deutsche Michel, Revolutionskomödien der Achtundvierziger. Stuttgart 1971, S. 43-44.
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