Siebenter Auftritt.

[159] Klerdon. Granville. Henley.


HENLEY der zugehört hat, für sich. Ha! mein Opfer entgeht mir Zum Granville. Schreiben Sie es meiner Ungeduld Sie zu sehen zu, daß ich Sie in einem vielleicht wichtigen Gespräche überfalle. Ich vernahm eben itzt Ihre Ankunft.

GRANVILLE. Ich kann es nicht leugnen, mein Herr, unser Gespräch war sehr ernsthaft. Für sich. Das ist sein Verderber; kann ich seinen Anblick ertragen?

HENLEY. So bitte ich Sie denn, mich zu entschuldigen. Erlauben Sie mir indessen, daß ich Ihnen in dieser Umarmung –

GRANVILLE der sich von ihm los macht. Verzeihen Sie mir, daß ich mich itzt entferne, ohne Ihnen alles entdecken zu konnen, was mein Herz für diesen Ihren freundschaftlichen Eifer empfindet. Ich nehme ihn so an, wie ich soll! Aber ein wichtig Geschäffte ruft mich von hier. Zum Klerdon. Ich verlasse Sie Klerdon, denken Sie unserm Gespräche ernsthaft nach. Erinnern Sie Sich, daß die[160] Langmuth ermüdet, wenn man nicht aufhört ihr zu trotzen, und daß zu oft verschmähte Warnungen den Untergang gebären. Geht ab.

HENLEY indem er ihm nachsieht, bey Seite. Wäre dieser Gang doch sein letzter! dürfte ich ihm doch nacheilen und den tötenden Dolch rauchend aus seiner durchbohrten Brust ziehn!


Quelle:
Joachim Wilhelm von Brawe: Der Freygeist, in: Trauerspiele des_–, Berlin 1763, S. 159-161.
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