Inhalt des Spieles.

[12] Hans Pfriem ein alter Fuhrgespan,

Dem' nie nichts ward zu sinn' gethan,

Der alle ding nur Naseweis,

Wol aus zuklügeln sich beuleis,

Schleicht ein ins Paradis mit list,

Das jhm verbotten war zur frist,

Wird doch verhandelt also bald,

Das er bleib' drinnen der gestalt,

Sin meistern stelle vnd klügeln ein,

Lass jhm gefalln, alls in gemein,

Frag nicht darnach, wie oder wann,

Was recht oder vnrecht sey gethan,

Das geht er ein, Sagt folches zu,

Kan aber nicht lang haben rhu,

Fellt wider auff sein alten tandt,

Vnd meistert, nach dem ers vorstandt,

Drumb kömpt befehl, das er nicht seum,

Das Paradis von stundan reum,

Da wird jhm erstlich bang gemacht,

Da er sein vrteil recht betracht,

Als jhn Sant Peter, sampt den andern,

Mit gantzem ernst befehln zu wandern,

Doch fast er jhm zu letzt ein hertz,

Vnd weist sie ab mit schand, ohn schertz,

Bis entlich, da an jhn mit hauffen,

Die vnschüldigen Kinder komn gelauffen,

Die kan er nichtes zeihen nicht,

Derwegen jhm fast wehe geschicht,

Doch findt er auch bald guten rath,

Vnd was er haben kan zur stat,

Von Zucker, Nüss vnd Mandelkern,

Rosienen, Kuchen, Oepffel vnd Birn,

Das theilt er vnter sie fein aus,

Fürt sie mit sich spazieren naus,

Vnd macht, das sie vergessen gar,

Warumb sie warn geschicket dar,

So ist es entlich Pfriemer glungen,

Bleibt noch im Himel vnuerdrungen.
[12]


Quelle:
Martin Hayneccius: Hans Pfriem oder Meister Kecks. Halle a.d.S. 1882, S. 12-13.
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