[420] Thée und Coffée-Wirthe oder Händler.

Thée und Coffée-Wirthe oder Händler betriegen 1) Wenn sie Tartarischen Thée, der aus Moscau gebracht wird / für Chinesischen und Japanischen verkauffen. 2) Wenn sie die gebrauchte und extrahirte Thée-Blätter artlich zusammen[420] rollen, daß sie unter dem guten wiederum mit fortgehen müssen. 3) Wenn sie eine gewisse Art Weiden-Blätter nehmen, solche wie den veritablen Thée zusammen rollen, und unter demselben mit verkauffen. 4) Wenn sie aus einer Flasche allerhand Sorten von Thée verkauffen / und daraus Käyser-Thée, Thée bout, Japanischen u.s.f. /nachdem sich die Liebhaber einfinden / nehmen, folglich einerley Thée, dem einen wohlfeil, dem andern theuer zukommen lassen. 5) Wenn sie mit den veritablen Coffée-Bohnen / Erbsen, gemeine Bohnen, Brod-Rinde, Gersten und dergleichen brennen und solches einander als unverfälschte Waare verkauffen. 6) Wenn sie, wie von Arabern erzehlet wird / die Bohnen / ehe solche in auswärtige Länder verkaufft werden, vorher durchs Feuer gehen lassen, damit sie in andern Ländern nicht gepflantzet werden, sie aber allein den Handel damit treiben können. 7) Wenn sie, an statt der frischen, alte verlegene verstockte Coffée-Bohnen zu Marckte bringen / und für frische Waar verkauffen. 8) Wenn sie Coffée en poudre, welcher auf Kohlen, die keine Flammen von sich geben /gebracht, und entweder in einen blechenen Pfanne, oder in einem gewissen Wind-Oefgen gebrannt wird, verkauffen, und doch nicht wissen damit umzugehen, folglich damit dem Magen desjenigen / der dergleichen brauchet / schädlich sind. 9) Wenn sie mit Fleiß canaliöses und liederliches Weibs-Volck, so sich gerne bedienen lassen, zu Aufwärterinnen halten /damit durch solche desto mehr Gäste angereitzet und herbey gelocket werden.


[421] Mittel: Probire den Thée mit wenigen: hat er eine Farbe zwischen grün und blau / auch einen Glantz / wie die langsam gedrocknete Kräuter / so ist er vom besten; ziehet sich die Farbe nach röthlich / so ist er schlecht /findet man ihn welck und feucht / oder sind die Rollen der Blätter zu Pulver worden / so ist er so gut als verdorben. Die letzte Probe aber ist die Wasser-Probe. Conf. Anonymi entdeckter Betrug aller Menschen im Handel und Wandel / 3te Eröffnung cap. 3. p. 203. coll. cap. 5. & 6. p. 223. sqq.

Quelle:
Hoenn, Georg Paul: Betrugs-Lexikon, worinnen die meisten Betrügereyen in allen Staenden nebst denen darwieder guten Theils dienenden Mitteln entdecket von ,-, Dritte Edition, Coburg 1724 [Nachdruck Leipzig 1981], S. 420-422.
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