IV

[354] Tatjana schwärmte (weil sie eben,

Zwar unbewußt, ganz Russin war)

Für unser frisches Winterleben,

Den Eisesglanz, die wunderbar

Vom Rauhreif überhauchten Wälder,

Die Schlittenfahrt durch weiße Felder,

Der Morgenröte Farbenpracht,

Das Dunkel der Dreikönigsnacht.

Die war zu Haus seit alten Tagen

Als hocherwünschtes Fest bekannt:

Die Mägde kamen dann gerannt,

Um ihren Fräulein wahrzusagen,

Und stets war Geld und, hocherfreut,

Ein schmucker Krieger prophezeit.

Quelle:
Puschkin, Alexander Sergejewitsch: Eugen Onegin. In: Gedichte, Poeme, Eugen Onegin, Berlin 1947, S. 354.
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