b) Der schlaue Bauer.

[18] Ein Bauer versprach dem Teufel sein Weib, wenn ihm der Teufel den Hut mit lauter guten Talern (d.h. Kronen- und Frauenbildtalern) fülle. Der Teufel ging auf den Handel ein. Der Bauer setzte sich auf den Stadelfirst und machte in das Stadeldach ein Loch und setzte auf dieses Loch seinen Hut, der durchlöchert war.

Der Teufel brachte einen Hut voll Taler um den andern und schüttete das Geld in den Hut des Bauern. Die Taler fielen durch in den Stadel und der Hut war stets leer. So viele gute Taler gab es aber gar nicht, daß der ganze leere Stadel hätte damit angefüllt werden können. Der Bauer behielt das Geld und der Teufel war geprellt.


Die Märchen 11a) und b) wurden aufgeschrieben durch Herrn Pfarrer P. Poiger aus Ratiszell, z.Z. in Chamerau, Niederbayern. Dem Verein übergeben im Dezember 1906. (Urschrift.)

Quelle:
Karl Spiegel: Märchen aus Bayern. Würzburg 1914, S. 18.
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