Achter Auftritt.

[45] Die Vorigen, Mademoiselle Silberklang.


MADEMOISELLE SILBERKLANG. Ihre Dienerinn Herr Frank. Sie errichten, wie ich höre, eine deutsche Oper? Ich will[45] mich also bey Ihnen als Sängerinn melden. Ich bin Mademoiselle Silberklang, Sie müssen mich ohne Zweifel per ronommée kennen – Weil der Ruf aber oft betrüglich ist, so will ich Ihnen ein kleines Rondeau singen, damit Sie selbst urtheilen können.


Bester Jüngling! mit Entzücken

Nehm' ich deine Liebe an;

Da in deinen holden Blicken

Ich mein Glück entdecken kann.

Nichts ist mir so werth und theuer

Als dein Herz und deine Hand;

Voll vom reinsten Liebes-Feuer

Geb' ich dir mein Herz zum Pfand.

Aber, ach! wenn düstres Leiden

Unsrer Liebe folgen soll,

Lohnen dieß der Liebe Freuden?

Jüngling das bedenke wohl!

FRANK. Bravo! Bravo! Zwey so vortrefliche Sängerinnen müssen meiner Gesellschaft einen besondern Werth geben. Wenn Sie um Sechzehn Thaler bey mir bleiben wollen – –

MADEMOISELLE SILBERKLANG. Da haben sie meine Hand – Ich mache nicht viel Umstände.

PUF heimlich zu Frank. Accordiren Sie zugleich, wie oft sie in einer Woche den Karthar haben will.[46]


Quelle:
Wolfgang Amadeus Mozart: Der Schauspieldirektor. Wien 1786, S. 45-47.
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