5. Der Liebhaber schläfert ein.

[29] 1. Der Stier, der tausendhornige, der aus des Meeres Schoß herauf

Gestiegen ist, in dessen Kraft schläfer' ich hier die Menschen ein.


2. Über die Erde weht kein Wind, kein Auge blickt darüber hin;

Schläfr' ein die Weiber und die Hund', o Indrafreund, herwandelnder.


3. Die im Vorplatz, und die [im] Bett, die Frauen schlafend außer'm Bett,

Die wohlriechenden Frauen all, dieselbigen einschläfern wir.


4. Das Auge zitter-zitterig ergreif' ich und den Lebenshauch.

Die Glieder all ergreif' ich im Höhenpunkt der Nächte so.


5. Wer sitzt oder wer wandelt, oder wer stehend um sich schaut.

Deren Augen nun halt' ich zu, wie der Palast hier, ebenso.


6. Schlaf' die Mutter, der Vater schlaf', der Haushund schlaf', der Hausherr schlaf',

Es schlafen ihre Freundinnen, und schlafen mög' ich selber dort.


7. O Schlaf, mit Schlafergießung einschläfre jegliches Gesind;

Schlaf' alles bis zum Sonnaufgang, und ich erwach' ums Morgenrot,

Wie Indra heil und unversehrt.

Quelle:
Atharwaweda. Hannover 1923, S. 29-30.
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